Der Abfluss gluckert wieder, du greifst zum Glas Natron – und hoffst auf ein kleines Wunder. Viele probieren das als schnelle Küchen-OP, aber was passiert wirklich in den nächsten fünf Minuten?
Lesen lohnt sich jetzt: Ich habe es getestet, und in meiner Praxis klappt es manchmal — aber nicht immer. Versteh, was du erwarten kannst, wann es gefährlich wird und wie du es richtig machst, damit du keinen teuren Handwerker rufst.
Was du in den ersten 60 Sekunden siehst
I noticed: Sobald das trockene Natron den Abflussboden berührt, passiert… erstmal nichts Auffälliges. Natron ist pulverig, bleibt kurz liegen und startet keine sichtbare Reaktion ohne Flüssigkeit.
Wenn Wasser im Siphon steht, löst sich das Pulver langsam und verteilt sich. Du bekommst kein Drama – eher eine ruhige Vorbereitung für das, was kommt.
Die Kurzübersicht
- Natron allein: kaum sichtbare Reaktion, es verteilt sich.
- Mit Essig kombiniert: starke Blasenbildung durch CO2‑Freisetzung.
- Mit heißem Wasser hinterher: löst Fette und Spülreste besser.
Minute 1–3: Die Show beginnt (oder eben nicht)
Gießt du nach dem Natron sofort Essig nach, beginnt es zu schäumen — wie ein kleiner Vulkan in deiner Spüle. Das fizzende CO2 löst weiche Ablagerungen an der Rohrwand und lockert Gerüche.
Wichtig: Dieser Schaum ist physikalisch-reinigend, nicht chemisch auflösend wie ein Rohrreiniger. Er entfernt weiche Rückstände, Haare nur oberflächlich.

Was das Schaumbad kann — und was nicht
- Hilft bei Fettfilm, Seifenresten, leichtem Biofilm.
- Lockert Gerüche (kurzfristig bessere Luft).
- Bewirkt meistens keine Wunder bei hartnäckigen Verstopfungen oder kompletter Rohrverstopfung.
Minute 4–5: Nachspülen und Ergebnis
Nach etwa vier Minuten spürst du entweder Erleichterung — das Wasser läuft schneller — oder du merkst: nichts hat sich bewegt. Jetzt heißt es richtig nachspülen.
Ich habe beobachtet, dass heißes Wasser nach dem Schaumbad den Erfolg deutlich erhöht. Aber Vorsicht: PVC‑Rohrleitungen mögen kein kochendes Wasser.
Konkrete Mengen, die ich verwende
- 2–3 Esslöffel Natron (Natron, kein Backpulver).
- ca. 100–150 ml Essig (Tafel- oder Haushaltsessig).
- Nach 3–5 Minuten mit 1–2 Litern heißem Wasser (nicht kochend, ~60–70 °C) nachspülen.
Der sichere Weg: Schritt-für-Schritt-Hack
Das ist mein Standard‑Ritual — funktioniert in vielleicht 40–60 % der leichten Fälle und kostet dich ein paar Cent statt 30–70 € Handwerkerkosten.
- Entferne grobe Reste im Abfluss sichtbar mit einer Zange oder Handschuh.
- Streue 2–3 EL Natron in den Abfluss.
- Gieße ~100–150 ml Essig nach und halte Abstand — es schäumt.
- Warte 3–5 Minuten. In dieser Zeit arbeitet das Blubbern.
- Spüle mit 1–2 Litern heißem Wasser nach (Vorsicht bei Kunststoffrohren).
Risiken und Fehler, die viele machen
- Natron mit Bleichmitteln (z. B. Chlor-Reiniger) mischen: gefährlich — niemals tun.
- Zu viel Hitze (kochendes Wasser) bei alten PVC‑Rohren: kann Weichmacher lösen oder Rohre dehnen.
- Nur Natron streuen und Hoffen: ohne Essig und Nachspülen meist nutzlos.
By the way: In deutschen Haushalten liegt Natron oft günstig im Drogeriemarkt (DM, Rossmann) oder Supermarkt (Aldi, Lidl) für 1–3 €.

Wann du das Natron‑Experiment abbrechen und den Profi rufen solltest
Wenn nach dem ganzen Ritual das Wasser kaum abläuft, es nach Abfluss riecht oder das Geräusch wie „Wasser steht“ bleibt, hilft nur noch mechanisches Entfernen oder ein Rohrreinigungsgerät.
Ruf die Sanitärfirma, wenn:
- Wasser komplett steht trotz mehrerer Versuche.
- Du bemerkst Verfärbungen oder Rost – wahrscheinlich alte Rohre.
- Starker Chemiegeruch von früheren Reinigern vorhanden ist.
Ein Bild, das hilft: Stell es dir so vor
Der Reinigungseffekt ist wie ein Kaffeefilter: das Blubbern löst und trägt kleine Partikel ab, spült sie weiter — aber es reißt keine verkrusteten „Steine“ aus dem Rohr.
Kurzes Fazit
Natron + Essig sind eine günstige Ersthilfe gegen leichte Verstopfungen und schlechte Gerüche. Erwarte keine Wunder bei echten Blockaden. Nutze die Methode früh, spare Geld – aber kenn die Grenzen.
Hast du das schon probiert? Erzähle kurz, wo es funktionierte — oder was total schiefging. Deine Erfahrung hilft anderen Lesern (und mir) weiter.









