Du wachst auf und riechst diesen muffigen Geruch? In vielen Altbauten reicht ein Stück Zeitung, um Schlafräume weniger feucht wirken zu lassen. Sofort wirkt das retro‑Hausmittel beruhigend — aber es ist kein Allheilmittel. Lies jetzt, wann Zeitung hilft, wann sie schadet und welche einfache Alternative in jedem Baumarkt in Deutschland liegt.
Warum Omas Zeitung tatsächlich funktioniert
Ich habe das selbst ausprobiert: Ein paar Lagen Zeitung in der Bettbox saugen zuerst wirklich Feuchtigkeit weg. Das liegt nicht an Magie, sondern an Physik.
- Zeitungspapier ist porös — es nimmt Kondenswasser auf wie ein kleiner Schwamm.
- Kurzfristig reduziert es die sichtbare Nässe und den muffigen Geruch.
- In schlecht gedämmten Altbauten mit Fensterzugluft kann das schnell einen Unterschied machen.
Es wirkt wie ein Kaffeefilter für Feuchtigkeit
Stell dir Zeitung als einfachen Filter vor: Sie fängt Wassertröpfchen, bevor sie Möbel oder Boden erreichen. Für akute, kleine Feuchtigkeitsprobleme ist das überraschend effektiv.
Aber es gibt einen Haken — wann Zeitung gefährlich wird
Viele übersehen die Nebenwirkungen. Ich habe Fälle gesehen, wo genau das Gegenteil passierte: mehr Schimmel, gelbe Flecken, Geruchsbildung.

- Nach einigen Tagen gibt die Zeitung die Feuchte wieder ab — besonders wenn die Raumluft warm wird.
- Zeitungsdruck kann abfärben und Flecken auf Textilien oder Matratzen hinterlassen.
- In schlecht belüfteten Räumen fördert feuchte Zeitung das Schimmelwachstum, statt es zu stoppen.
- Offenes Papier neben Heizquellen ist auch ein Brandrisiko — ja, das passt nicht zusammen.
Sofort-Hack: So kannst du Zeitung sicher und effektiv nutzen
Wenn du die Zeitung trotzdem ausprobieren willst, mach es so, wie ich es nach ein paar Fehlversuchen mache:
- Lege zuerst ein dünnes Leintuch oder einen Baumwollstoff auf den Lattenrost — das schützt die Matratze vor Druck und Abfärben.
- Dann 3–4 Lagen Zeitung locker falten und zwischen Latten beziehungsweise unter die Matratze legen (nicht direkt auf die Matratze legen).
- Kontrolliere nach 24–48 Stunden: Ist die Zeitung feucht, tausche sie sofort aus.
- Vermeide Dauergebrauch — maximal als kurzfristige Notlösung bei akutem Problem.
- Hygrometer benutzen: Wenn die Luftfeuchte dauerhaft über 60% liegt, ist Zeitung keine Lösung.
Bessere Alternativen, die du in Deutschland sofort bekommst
Ich rate inzwischen zu Produkten aus DM, Rossmann oder dem Baumarkt. Sie sind zwar nicht so nostalgisch, funktionieren aber besser.
- Granulatbeutel mit Calciumchlorid (z. B. „Feuchtigkeitsfänger“) — günstig, in Drogerien für ~5–15 €.
- Silikagel‑Beutel oder Calciumsilikat‑Pakete — bei Hornbach, OBI, Bauhaus erhältlich.
- Elektrischer Luftentfeuchter — lohnt sich bei dauerhaften Problemen; Preise variieren von ~70 € für kleine Geräte bis 300 € für stärkere Modelle.
- Richtiges Lüften: Stoßlüften 3× täglich, besonders in Herbst/Winter in deutschen Altbauten mit hoher Heizkostenangst.
Warum der Baumarkt‑Trick besser ist
Die Granulatbeutel ziehen Feuchte kontinuierlich und geben sie nicht wieder ab wie Papier. Sie sind außerdem staub‑ und schimmelsicherer — besonders wichtig bei Allergien.

Konkrete Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung — was du heute tun kannst
Wenn du jetzt sofort handeln willst, folge dieser kurzen Checkliste:
- 1) Stelle ein Hygrometer (ca. 10–15 €) in das betroffene Zimmer.
- 2) Wenn RH > 60%: Kaufe Calciumchlorid‑Beutel oder einen kleinen elektrischen Entfeuchter.
- 3) Vorübergehend: Zeitung unter Lattenrost legen, Baumwollstoff dazwischen, Kontrolle alle 48 Stunden.
- 4) Langfristig: Dachboden/außenwand auf Wärmebrücken prüfen (Fenster, Rollladenkästen) — in Deutschland übernehmen das oft Handwerker von OBI oder lokale Bauträger.
Persönliche Beobachtung aus meiner Praxis
Ich habe in einem Berliner Altbau erst mit Zeitung angefangen, dann schnell auf Granulat gewechselt. Die Luft war spürbar angenehmer, und die Sorge vor Flecken war weg. Das Gefühl war stabiler — und weniger nachputzen.
Übrigens: Wenn du in einer Mietwohnung lebst, dokumentiere Feuchteschäden mit Fotos und informiere deinen Vermieter frühzeitig. Oft steckt ein Dämmproblem dahinter, das der Vermieter beheben muss.
Kurz gesagt: Zeitung hilft kurzfristig, ist billig und schnell — aber sie ist nur eine Erste‑Hilfe‑Maßnahme. Für dauerhafte Trockenheit brauchst du bessere Mittel oder professionelle Hilfe.
Wie handhabst du Feuchtigkeit in deinem Zuhause — Zeitung, Granulat oder Entfeuchter? Teile deine Erfahrung unten.









