Ziehst du die Heizung an und fragst dich trotzdem, warum die Wand kalt bleibt — und die Rechnung hoch? Mir ist aufgefallen, dass viele genau dort Energie verbrennen: in der Wand hinter der Heizung. Schon ein dünner Reflexionsstreifen kann den Wärmeverlust deutlich reduzieren und nimmt dir oft weniger Zeit als das Sortieren alter Klamotten.
Warum das schnelle Alufolien-Trick funktioniert (und wann nicht)
Heizung gibt Wärme durch zwei Wege ab: Konvektion (Warmluft) und Strahlung. Die Rückwand schluckt Teile dieser Strahlung — besonders bei Außenwänden.
- Reflexionsfolie reflektiert Wärmestrahlung zurück in den Raum.
- Bei schlecht gedämmten Außenwänden ist der Effekt am größten — oft Altbau ohne Wärmedämmverbundsystem.
- Der Gewinn ist kein Wunder, sondern Physik: bis zu 30% weniger Wärmeverlust in idealen Fällen, tatsächlich meist 10–25% je nach Wand und Heizungsart.
Wann es kaum hilft
Wenn die Wand innen schon gedämmt ist oder die Heizung ein geschlossener Konvektor mit Umluft ist, ist der Nutzen kleiner. Ebenso bringt Folie wenig bei richtig schlecht isolierten Fenstern — da entweicht die Wärme an anderer Stelle.
So machst du es richtig: Schritt-für-Schritt
In meiner Praxis habe ich Varianten ausprobiert — einfache Alufolie, spezielle Alu-Dämmfolie mit Schaum und selbstklebende Reflexionsbahnen. Die bessere Wahl zahlt sich schnell aus.

- Material: Suche nach „Alu-Dämmfolie“ oder „reflective foil insulation“ mit PE-Schaumlage. Preis: ca. 5–20 € pro Radiator bei Bauhaus, OBI oder Hornbach.
- Werkzeug: Cutter, Maßband, doppelseitiges Klebeband oder Montagekleber, evtl. Rohrmanschetten.
So geht’s:
- 1) Messen: Höhe und Breite der Heizung notieren; 5 cm Überstand zu jeder Seite einplanen.
- 2) Wand reinigen: Staub entfernen, sonst hält das Klebeband schlecht.
- 3) Folie zuschneiden: Reflexionsseite zum Raum zeigen, Schaumseite zur Wand.
- 4) Befestigen: Mit doppelseitigem Montageband oder Kleber auf die Wand kleben. Bei Rohrdurchführungen kleine Einschnitte machen.
- 5) Abstand lassen: Folie sollte die Konvektionsströme nicht komplett blockieren — 1–2 cm Abstand zur Heizung ist okay.
Fehler, die viele machen
- Nur normale Küchen-Alufolie verwenden — reißt, hält nicht und bringt kaum Isolierung.
- Folie komplett über die Luftöffnungen spannen — dann heizt die Heizkörperoberfläche ineffizient.
- Keine Brandschutzregeln prüfen: Bei sehr alten Installationen immer auf Abstand und Material prüfen.
Schnelle Kosten-Rechnung für Deutschland
Ich rechne kurz mit echten Zahlen: Angenommen ein Haushalt zahlt 0,09–0,12 €/kWh (abhängig vom Anbieter, Regionen mit Gas oder Fernwärme unterscheiden sich). Wenn ein Raum 200 € Heizkosten pro Saison hat und du 10–20% einsparst, sind das 20–40 € pro Raum pro Saison.
- Materialkosten pro Radiator: 5–20 €
- Potenzielle Einsparung: 20–40 € pro Saison (bei 10–20% Einsparung)
- Return on Investment: oft innerhalb der ersten Heizperiode.
Wo du das Material in Deutschland bekommst
Ich kaufe die Folien meist bei Bauhaus, OBI oder Hornbach — dort kannst du die Stärke und das Schaumrücken vergleichen. Online gibt’s Modelle mit größerer Auswahl und Kundenbewertungen (Amazon, eBay).
- Stichworte: „Alu Dämmfolie“, „Reflective insulation“, „Radiator foil“.
- Preis-Tipp: Wenn du mehrere Heizkörper hast, wird der Quadratmeterpreis online günstiger.
Ein Quick-Hack, den kaum jemand kennt
Wenn du nicht kleben willst: Schneide die Folie so, dass sie hinter den Heizkörper geschoben werden kann, und klemme sie mit den Heizkörperbefestigungen fest. Keine Löcher in der Wand, kein Kleber — funktioniert oft genauso gut.

Risiken und Vorsicht
Kurz und wichtig:
- Bei Fußbodenheizung andere Regeln: Dort ist Reflexionsfolie meist ungeeignet.
- Elektrische Heizkörper: Bedienungsanleitung lesen — bei einigen Systemen darf nichts direkt dahinter befestigt werden.
- Brandschutz: Verwende keine leicht entflammbaren Kleber oder Materialien.
By the way: Wenn du zur Miete wohnst, sprich mit dem Vermieter, bevor du größere Arbeiten an Wand oder Heizkörper vornimmst.
Fazit
Das Anbringen von geeigneter Reflexionsfolie hinter der Heizung ist kein Wundertrick, aber ein effizienter, günstiger Schritt, den viele übersehen. Kleiner Aufwand, große Wirkung — besonders in Altbauten mit dünnen Außenwänden.
Hast du es schon ausprobiert? Erzähle kurz, in welchem Raum und wie viel du gespart hast — oder welche Fragen dich noch stoppen.









