Blattläuse, Trauermücken oder Wollläuse überraschen Dich meist morgens an der Lieblingspflanze. Wenn Du jetzt nichts tust, breiten die sich rasant aus — und im Winter in deinem beheizten Wohnzimmer noch schneller. Lies das jetzt, weil ich in meiner Praxis genau ausprobiert habe, wie Salz auf Kontakt wirkt — und wann es die Pflanze selbst gefährdet.
Warum Salz oft wirkt — und warum viele es falsch machen
Salz entzieht Insekten Wasser: für zarte Blattläuse oder Wollläuse ist das wie eine schnelle Dehydrations-Bombe. Ich bemerkte, wie sich ein Blatt mit sichtbarem Befall innerhalb von 24–48 Stunden veränderte — die Tiere schrumpften und fielen ab.
Aber hier ist die Warnung: Salz bleibt im Boden und kann Wurzeln schädigen. Viele hören „Salz hilft“ und gießen gleich den gesamten Topf damit — das endet oft mit einer gelb werdenden Zimmerpalme.
Welche Schädlinge wirklich anfällig sind
- Blattläuse (Aphis) — sehr anfällig auf Kontaktbehandlung
- Wollläuse (Mealybugs) — auf Blättern und in Blattfalten erreichbar
- Spinnmilben — teils wirksam, aber sie verstecken sich auf der Blattunterseite
- Trauermücken-Larven (im Substrat) — Salz kann Larven treffen, aber es schadet auch den Wurzeln
Die 48‑Stunden-Methode: Schritt-für-Schritt (praktisch und getestet)
Wichtig: Teste zuerst an einem Blatt oder an einer kleinen Pflanze! Ich mache das immer an einem unscheinbaren Trieb.

Du brauchst
- 1 Liter lauwarmes Wasser
- 5 g gewöhnliches Speisesalz (≈ 1 Teelöffel)
- 1–2 Tropfen mildes Spülmittel (keinen Entfetter)
- Sprühflasche (z. B. von OBI, Bauhaus oder DM)
So gehst Du vor
- Mische Salz und Wasser vollständig auflösen, dann das Spülmittel einrühren.
- Sprühe die betroffenen Stellen sparsam ein — vor allem die Blattunterseiten und Blattwinkel.
- Sorge für gute Belüftung (Fenster auf Kipp). Bei Zimmertemperatur beobachten.
- Check nach 24 und 48 Stunden: Viele Tierchen sind vertrocknet oder abgefallen.
- Wenn Du Bodenbehandlungen machst: nur punktuell anwenden und innerhalb von 48 Stunden gründlich mit viel klarem Wasser ausspülen (mehrere Spülgänge), um Salzreste zu entfernen.
Die Risiken: Wann Salz zur Gefahr wird
Salz wirkt gegen Tiere — aber auch gegen Mikroben und Wurzeln. Ich sah Pflanzen, die nach einer großflächigen Salzanwendung kahle, braune Wurzeln bekamen. Deshalb nie als Standardbehandlung nutzen.
- Ansammlung im Substrat → langfristige Dürreresistenz nimmt ab.
- Salz auf Sukkulenten kann Blattflecken erzeugen.
- Empfindliche Arten (Ficus, Calathea) reagieren oft stärker negativ.
Wenn es schiefgeht: Sofortmaßnahmen
Wenn Du nach 48 Stunden Symptome siehst (Gelbwerden, welk):
- Topf auskippen, Wurzeln vorsichtig abspülen (lauwarmes Wasser).
- Frische, salzfreie Erde verwenden oder das Substrat mindestens 3× stark durchspülen.
- In den nächsten 2–4 Wochen weniger düngen — die Pflanze ist gestresst.
Sichere Alternativen aus dem Baumarkt (funktionieren oft genauso gut)
Bevor Du mit Salz experimentierst: probiere diese weniger riskanten Optionen, die Du in Deutschland leicht bekommst (OBI, Hornbach, DM, Gartenmärkte):

- Insektizide Seifen oder Neemöl — effektiver für Blattläuse und Milben
- Klebefallen für Trauermücken
- Biologische Nematoden (gegen Larven im Substrat)
- Diatomeenerde (vorsichtig auf Topfoberfläche streuen)
Mein praktischer Hack, wenn Du Salz trotzdem ausprobieren willst
Das ist mein persönlicher Kompromiss: kein großflächiges Gießen, sondern punktuelle Salzanwendung kombiniert mit Absaugung.
- Bereite die 0,5% Lösung (5 g/L) wie oben.
- Sprühe nur die sichtbaren Tiere an.
- Warte 48 Stunden, sauge dann tote Insekten mit einem kleinen Staubsaugeraufsatz ab oder wische sie mit einem feuchten Tuch ab.
- Keine Bodenbehandlung — außer als letzte Maßnahme und dann mit anschließender gründlicher Ausspülung.
Vergleich: Salz ist wie ein scharfes Messer — gut, wenn Du eine Ecke schneiden willst, gefährlich, wenn Du die ganze Tischdecke zerlegst.
Fazit
Ja, Salz kann Schädlinge in 24–48 Stunden stark dezimieren — besonders bei direkten Kontaktbehandlungen. Aber es ist ein zweischneidiges Schwert: Unsachgemäße Anwendung lässt Deine Pflanze langfristig leiden. Nutze die 48‑Stunden-Methode punktuell, teste zuerst und kombiniere sie mit schonender Pflege.
Und jetzt Deine Runde: Hast Du Salz schon mal gegen Blattläuse probiert — mit Erfolg oder Drama? Schreib, was passiert ist.









