Feuchte Ecken, dunkle Flecken an der Wand, dieser muffige Geruch — das kennen viele von uns, besonders nach langen Winterabenden mit geschlossener Fensterbank. Ich habe bemerkt, dass oft genau die Stellen betroffen sind, wo Möbel auf Außenwänden stehen oder Wäsche zu lange in der Wohnung trocknet. Warum du das jetzt lesen solltest: Weil ein simpler, fast vergessener Trick mit Zeitungspapier sofort Linderung bringen kann — und weil er in Deutschland an kalten, feuchten Tagen besonders nützlich ist.
Warum alte Zeitung noch funktioniert
In meiner Praxis als Heimtüftler und Journalist habe ich das wiederholt getestet: Zeitungspapier zieht Feuchtigkeit an wie ein Schwamm — nicht ewig, aber schnell. Es geht weniger um Zauberei als um Physik.
Wie das Material hilft
- Zeitungspapier ist porös: Zellulose saugt Kondenswasser auf.
- Gefaltetes Papier vergrößert Oberfläche und Luftkontakt.
- Es verlangsamt die Bildung von sichtbarem Schimmel, solange die Quelle der Feuchte nicht dauerhaft ist.
Wichtig: Zeitung ist kein Ersatz für Trockenlegung oder professionelle Sanierung. Bei großflächigem Schimmel oder Schäden an der Bausubstanz muss ein Fachmann ran.
Wann das Zeitungstrickchen Sinn macht
- kleine, feuchte Ecken hinter Schränken oder an Fensterbänken
- kurzfristige Hilfe, z. B. nach einem Regentag oder beim Wäschetrocknen
- als Zusatzmaßnahme in Kombination mit Stoßlüften und Heizen
In deutschen Altbauwohnungen, besonders in Norddeutschland und im Ruhrgebiet, wo Außenwände oft kalt bleiben, ist das eine praktische Sofortmaßnahme.

Die sichere Methode: So machst du es Schritt für Schritt
So geht’s Schritt für Schritt — eine einfache Routine, die ich in mehreren Haushalten ausprobiert habe:
- Schritt 1: Räume den Bereich frei. Entferne Möbel, Garderobe oder nasse Kleidung.
- Schritt 2: Schütze dich. Trage Handschuhe und eine einfache Maske (FFP2 bei sichtbarem Schimmelgeruch).
- Schritt 3: Trockne grobe Feuchte mit einem sauberen Tuch ab — nicht reiben, sondern tupfen.
- Schritt 4: Zerknülle einige Blätter alte Zeitung, formiere eine dicke Rolle oder ein kleines Nest und lege es direkt in die feuchte Ecke.
- Schritt 5: Wechsel die Zeitung täglich, kontrolliere Geruch und Feuchtefleck. Nach 2–3 Tagen entweder erneuern oder weitere Maßnahmen ergreifen.
Extra-Hack für Schränke und Ecken
- Fülle Zeitungskugeln in einen luftdurchlässigen Stoffbeutel (z. B. ein altes Kissenbezug) und lege zusätzlich 2–3 EL Natron (Backpulver) dazu. Das schluckt Feuchte und Gerüche.
- Für zusätzlichen Effekt: Stelle einen kleinen Beutel mit Silicagel daneben — bei Aldi, Lidl oder Bauhaus gibt’s günstige Feuchtigkeitsfänger.
Was viele übersehen — und warum du trotzdem vorsichtig sein musst
Viele denken: Zeitung drauf, Problem weg. Ich habe festgestellt, dass das eine trügerische Sicherheit ist. Die Zeitung nimmt Feuchte auf — aber nur begrenzt. Sobald sie durchnässt ist, wird sie selbst zum Nährboden.
- Bei sichtbarem schwarzem Schimmel: Nicht nur Zeitung verwenden. Das ist ein Fall für Profis oder zumindest für gründliche Reinigung mit geeignetem Mittel.
- Vermeide gestapelte, feuchte Zeitungen im Keller — das fördert Schimmel.
- Alte Druckerschwärze ist heute meist weniger problematisch (soja-basierte Tinten), trotzdem: Keine nassen Zeitungen auf Bekleidung legen.
Was wirklich hilft — Kombination ist die Lösung
Alle guten Helferlein zusammen ergeben ein starkes Team:
- regelmäßig lüften (Stoßlüften für 5–10 Minuten)
- Zimmer heizen, um kalte Außenwände zu erwärmen
- Zeitungspapier als kurzfristige Absorber
- bei dauerhaft hoher Luftfeuchte: elektrischer Luftentfeuchter (bei Lidl/Aldi oft im Angebot) oder Granulatlösungen
Stell es dir vor wie ein Filterkaffee: Die Zeitung fängt Tropfen auf, die Lüftung ist der Kaffeefilter, der den Rest wegleitet — und die Heizung sorgt für die richtige Temperatur.

Meine Warnung nach mehreren Tests
Ich habe in drei Berliner Altbauwohnungen denselben Fehler gesehen: Menschen verlassen sich zu lange auf Hausmittel und übersehen die Ursache — kaputte Außenwand, undichte Fenster, oder eindringendes Wasser. Dann nützt auch die beste Zeitung nichts.
By the way: Wenn du zur Miete wohnst, dokumentiere Schäden und informiere deinen Vermieter. In Deutschland ist oft der Vermieter für Bauschäden verantwortlich.
Kurze Checkliste für den Alltag
- Bei Frischfeuchte: Zeitung verwenden, täglich wechseln.
- Bei dunklen, trockenen Flecken: Profi-Einschätzung holen.
- Wäsche nicht in unbeheizten Räumen trocknen.
- Fensterbank frei halten, Abstand zwischen Wand und Möbeln lassen (2–5 cm).
Und jetzt zum Schluss: Zeitungspapier ist ein schneller, sehr günstiger Trick — ideal für den Notfall oder als Ergänzung. Aber es ist kein Allheilmittel gegen strukturelle Feuchtigkeit oder schweren Schimmelbefall.
Welche Erfahrung hast du mit Hausmitteln gegen Schimmel gemacht? Hast du Zeitung schon mal ausprobiert — oder war das bei dir ein Reinfall? Schreib’s in die Kommentare, ich bin gespannt auf echte Tipps aus deutschen Wohnungen.









