Wenn Ihr Dach anfängt zu tropfen, ist es oft schon zu spät – und die Rechnung schockiert. Ich habe gesehen, wie eine kleine Fehlinvestition in falsche Ziegel binnen Jahren die Dämmung, Sparren und die ganze Dachkonstruktion ruiniert. Lesen Sie das jetzt, bevor Herbststurm und Frost loslegen: Ein Fehler kann Sie im schlimmsten Fall bis zu 15.000 € kosten.
Warum diese eine Wahl so gefährlich ist
Viele Hausbesitzer entscheiden sich für den erstbesten günstigen Ziegel oder ein „ähnliches“ Modell – weil er optisch passt oder billiger ist. Das Problem beginnt, wenn Form, Gewicht oder Frostbeständigkeit nicht zum Dach passen.
In meiner Praxis habe ich Fälle gesehen, wo:
- ein zu schwerer Betonziegel die alten Dachlatten überlastete und diese durchhingen;
- ein keramischer Ziegel mit falscher Profilierung Wasser in die Unterdeckung leitete;
- oder eine ungeeignete Frostklasse im Winter zu Rissbildung und Leckagen führte.
Was dann wirklich kaputtgeht
- Dämmung wird nass und verliert Wirksamkeit – Heizkosten steigen.
- Holzbauteile (Sparren, Pfetten) faulen, Pilz- und Schimmelschäden entstehen.
- Langfristig ist oft kein Teiltausch mehr möglich – das gesamte Dach muss neu.
Die typische Kostenentwicklung (so entsteht die 15.000 €-Rechnung)
Ein kleiner Dachschaden beginnt oft mit 200–2.000 € Reparaturkosten. Bleibt das Problem unbemerkt oder wird falsch repariert, folgen:

- Austausch der Dämmung und Unterdeckung: mehrere tausend Euro;
- Ersetzen von beschädigten Sparren: je nach Umfang 3.000–8.000 €;
- Vollständige Neueindeckung inklusive Material und Lohn: leicht 8.000–15.000 €.
Übrigens: In Regionen mit viel Frost und Schnee (z. B. Bayerischer Wald oder Erzgebirge) verschärfen sich solche Folgen schneller.
Die häufigsten Fehlentscheidungen – kurz und schmerzhaft
- Billig-Ziegel ohne Frostklasse kaufen.
- Ziegel mit falschem Profil oder Überdeckung montieren.
- Unterdeckbahn sparen oder die Belüftung falsch planen.
- Verschiedene Ziegeltypen mischen (Optik ok, Dichtigkeit nein).
- Dachneigung ignorieren – manche Ziegel sind nicht für flache Dächer geeignet.
5 einfache Prüfungen, die Sie heute selbst machen können
Ich empfehle: Nehmen Sie 20 Minuten, gehen aufs Treppenhaus, schauen und fotografieren. Das rettet oft tausende Euro.
- Schauen Sie vom Dachboden nach Lichtflecken oder nassen Stellen – sind welche da?
- Öffnen Sie einen Giebel (vorsichtig) und prüfen Sie die Unterdeckbahn auf Herstellermarkierungen.
- Prüfen Sie die Dachneigung mit einer Wasserwaage-App – passt der Ziegel zur Neigung?
- Suchen Sie die Hersteller- oder Typenbezeichnung auf einem Ziegel oder in der Rechnung.
- Kontrollieren Sie Rinnen und Traufe auf feine Risse oder Mörtelbrösel.
Life-hack: So sammeln Sie Beweise und sparen Zeit beim Handwerker
Fotografieren Sie:
- Detail der Ziegelkante, First und Traufe;
- Beschriftung der Unterdeckbahn;
- alle Schäden im Dachboden (gleich mit Datum auf dem Foto).
Schicken Sie diese Bilder vor der Besichtigung an drei Dachdeckerbetriebe und fordern Sie schriftliche Hinweise zur Ziegelauswahl und einer Kostenabschätzung. So erkennen Sie sofort, wer Ahnung hat und wer nur schätzt.

Und jetzt das Interessante: Wie vermeiden Sie den Fehler wirklich?
Ein pragmatischer Plan, den ich immer empfehle:
- Fordern Sie die Ziegelnummer und prüfen Sie Herstellerangaben (Frostklasse, Gewicht, Deckbreite).
- Holen Sie mindestens drei Angebote – mit schriftlicher Auflistung von Material und Arbeitsstunden.
- Bestehen Sie auf einer schriftlichen Gewährleistung und auf einem Prüfprotokoll für Unterdeckbahn und Belüftung.
- Beauftragen Sie regionale Handwerksbetriebe: Sie kennen lokale Witterungsbedingungen (Schnee, Frost) und passende Ziegel.
Konkrete Checkliste vor Vertragsunterschrift
- Stehendes Angebot mit Marken/Ziegelnummern? Ja/Nein
- Unterdeckung und Belüftung detailiert beschrieben? Ja/Nein
- Rückbau alter Dämmung geplant (falls nötig)? Ja/Nein
- Referenzen oder Fotos ähnlicher Arbeiten vorhanden? Ja/Nein
Wenn eine dieser Fragen mit „Nein“ beantwortet wird: Stopp. Nachfragen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ich begleitete einen Hausbesitzer in NRW: Er wählte einen günstigen Betonziegel, der optisch passte. Nach zwei Wintern zeigte sich Schimmel, und Prüfung ergab feuchte Sparren. Gesamtkosten: Demontage, Austausch von Dämmung und drei Sparren, neue Unterdeckung und Neueindeckung – am Ende knapp 14.800 €. Hätte man vorab die Ziegelnummer geprüft, wäre das vermeidbar gewesen.
Kein Drama muss so teuer sein, wenn Sie vorher richtig nachfragen.
Was denken Sie: Haben Sie ein ähnliches Risiko auf Ihrem Dach? Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen oder posten Sie ein Foto — vielleicht erkenne ich etwas Wichtiges, das Sie übersehen.









