Dein Kompost riecht muffig, wird nicht warm und die Pflanzen wachsen trotzdem müde? Viele werfen Brennnesseln weg, weil sie stechen — dabei sind sie oft die fehlende Zutat. Lies das jetzt, denn gerade im Frühling und Sommer sprießen sie überall und können deinen Kompost in Wochen verwandeln.
Warum dein Kompost oft nicht warm wird
Ich bemerkte das oft: Ein Haufen Rasenschnitt und Papier – und keine Hitze. Ohne die richtige Mischung aus Kohlenstoff und Stickstoff bleibt der Kompost träge.
- Zu viel „braunes“ Material (Holz, Papier) kühlt die Verrottung.
- Zu viel Volumen ohne Zerkleinerung führt zu Schichten, die nicht belüftet werden.
- Kein stickstoffreiches Material = kein biologischer Turbo.
Was Brennnesseln deiner Erde schenken
Brennnesseln sind keine Unkraut-Abfallware. Sie sind ein natürlicher Stickstoff-Booster und liefern gleichzeitig Mineralien, die Pflanzen lieben.

- Reich an Stickstoff, Eisen, Kalium und Spurenelementen.
- Lockern die Bodenmikroben auf — Mikroben arbeiten schneller.
- Verbessern die Struktur des Komposts; weniger Verfilzung als nasser Rasenschnitt.
- Werden bei hoher Temperatur schnell zu wertvoller Humusschicht.
So verwertest du Brennnesseln richtig — Schritt für Schritt
In meiner Praxis habe ich ausprobiert, welche Methode funktioniert. Hier sind die pragmatischen Schritte:
- Sammeln: Handschuhe anziehen. Am besten vor der Blüte schneiden, sonst säen sie sich aus.
- Zerkleinern: Mit der Heckenschere, dem Rasenmäher oder einer Gartenschere klein schneiden — so werden sie schneller warm.
- Mischen: Pro Schicht 1 Teil Brennnesseln zu 3 Teilen „braunem“ Material (Zweige, trockenes Laub, Pappe).
- Lage in die Mitte: Leg die Brennnesseln in die Mitte des Haufens — dort entsteht die höchste Hitze.
- Feuchtigkeit prüfen: Kompost sollte feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein.
- Temperatur messen: Ein Kompostthermometer (bei OBI oder Bauhaus ab ~15–30 €) zeigt, ob es läuft.
Nettle Jauche (Brennnessel-Jauche) in 3 klaren Schritten
Übrigens: Brennnesseln eignen sich auch für flüssigen Dünger — stark, billig und effektiv.
- Fülle ein 10‑20‑Liter-Gefäß zu zwei Dritteln mit frischen Brennnesseln.
- Mit Wasser auffüllen, abdecken, 1–3 Wochen stehen lassen; täglich umrühren (stinkt, ist normal).
- Vor Gebrauch 1:10 bis 1:20 mit Wasser verdünnen — sparsam gießen, besonders bei Tomaten und Salat.
Fehler, die viele machen (und ich auch)
Ich habe Brennnesseln mal ungeprüft in großen Mengen aufgeschichtet — das Ergebnis war eine verfilzte, schlecht belüftete Schicht. Lerne aus meinem Fehler:
- Nicht zu dick lagern — sie können verklumpen und Luft abschirmen.
- Keine Samen reingegeben: Vor der Samenbildung schneiden oder die Blüten entfernen.
- Kein Wegwerfen in die Biotonne ohne örtliche Regeln zu prüfen — manche Gemeinden haben eigene Bestimmungen.
Warum das in Deutschland besonders praktisch ist
In deutschen Gärten wachsen Brennnesseln fast überall — Schrebergärten, Stadtrand, Vorgärten. Statt teuren Dünger zu kaufen oder jede Woche zur Grüngutannahme zu fahren, nutzt du eine kostenlose Ressource. Und wenn du in der Stadt wohnst: viele städtische Kompostanlagen und Gemeinschaftsgärten freuen sich über zerkleinerte Brennnesseln.

Ein einfacher Hack, den kaum jemand macht
Ich mache das seit Jahren: Pack kleine Bündel frischer, geschnittener Brennnesseln in alte Zeitungspakete, drücke sie flach und lege sie zwischen Kompostschichten. Das funktioniert wie ein „Stickstoff-Depot“: langsam freisetzend und ohne Verfilzung.
Aber es gibt eine Nuance: wenn du in einer Gegend mit starker Samenbildung sammelst, kontrolliere die Blüten. Sonst hast du bald mehr Brennnesseln, als du willst.
Nicht in den Restmüll werfen: Wenn du Brennnesseln richtig nutzt, sparst du Geld, verbesserst deinen Boden und reduzierst Gartenabfall.
Zum Schluss: Probier es aus nächstes Mal, wenn du im Garten arbeitest. Du wirst sehen, wie dein Kompost schneller arbeitet und deine Pflanzen kräftiger aussehen. Ich bin gespannt — wie nutzt du Brennnesseln im Garten?









