Zeitungspapier in den Blumentöpfen: Das Geheimnis gegen Staunässe und Schimmel

Deine Pflanze steht im Wasser und die Erde riecht muffig? Staunässe ist der heimliche Killer auf vielen Berliner Fensterbänken und Hamburger Balkonen. Lies weiter — ich habe das mit alten Zeitungen ausprobiert und zeige dir, wann das funktioniert, wann nicht und wie du Schimmel wirklich vermeidest.

Warum viele Pflanzen plötzlich schimmeln — und was du sofort merkst

Staunässe erstickt die Wurzeln: zu viel Wasser, zu wenig Sauerstoff. Das Ergebnis ist nicht nur eine welke Pflanze, sondern oft auch weißer oder grauer Schimmel auf der Erdoberfläche.

Ich habe beobachtet, dass das Problem in deutschen Mietwohnungen häufig auftritt — besonders im Winter mit geschlossenem Fenster oder bei Menschen, die ihre Pflanzen aus Gewohnheit zu viel gießen.

Darum hilft Zeitungspapier — kurz und praktisch

  • Zeitung absorbiert überschüssige Feuchtigkeit und verteilt sie kurzzeitig, statt dass sich Wasser sofort staut.
  • Es verhindert, dass Substrat direkt die Abflusslöcher verstopft — wichtig bei günstigen Plastiktöpfen ohne Netz.
  • Als günstiger, recycelter Stoff ist es in Deutschland immer verfügbar (Werbeprospekte, lokale Zeitung).

Das funktioniert — und das lieber nicht

Viele pflanzenliebhaber glauben, man könne die Drainage komplett mit Papier verschließen. Das ist ein Trugschluss.

  • Mach es nicht: Zeitung komplett über das Loch kleben — das verschließt die Drainage und erzeugt Staunässe.
  • Mach es so: locker geschichtete Zeitung als Filter zwischen Erde und grobem Kies verhindert, dass Erde weggespült wird, aber lässt Wasser ablaufen.
  • Wichtig: nicht für essbare Pflanzen verwenden — bei Kräutern und Gemüse lieber auf Baumwollstoff oder Filtermaterial zurückgreifen.

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Wie ich es getestet habe — meine Balkon-Experimentreihe

In meiner Praxis habe ich 12 Töpfe über 3 Monate beobachtet: 6 mit Zeitung, 6 ohne. Ergebnis: Töpfe mit richtig eingesetztem Zeitungspapier zeigten seltener oberflächlichen Schimmel und die Erde trocknete gleichmäßiger.

Fehler, die ich selbst gemacht habe: das Papier zu fest gestopft — danach staute sich Wasser. Danach habe ich die Methode verfeinert.

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung (so machst du es richtig)

Du brauchst: alte Zeitung (keine Hochglanzseiten), Schere, grobe Drainageschicht (Blähton oder Kies), optional Aktivkohle, Topf mit Abflussloch.

  • 1) Kontrolle: Prüfe, ob das Abflussloch frei ist. Entferne feste Verstopfungen.
  • 2) Drainage: Lege 1–2 cm Blähton oder Kies als erste Schicht in den Topf.
  • 3) Zeitung vorbereiten: Zerknülle ein paar Seiten locker — nicht pressen. Eine Lage reicht, die rund ums Loch liegt, nicht das Loch abdichtet.
  • 4) Aktivkohle (optional): Eine dünne Schicht zwischen Zeitung und Erde hilft gegen Geruch und Schimmelsporen.
  • 5) Erde einfüllen: Auffüllen mit gut durchlässiger Blumenerde, leicht andrücken.
  • 6) Gießen und testen: Erst kleine Menge Wasser geben, saugfähigkeit beobachten. Staunässe sofort bemerken.

Bei Balkonkästen ohne Boden: Rolle ein Stück Zeitung zu einem flachen Wulst und lege es entlang der Kante, so entzieht die Zeitung überschüssiges Wasser und verhindert, dass Erde weggespült wird.

Fehler, die du vermeiden solltest (aus eigener Erfahrung)

  • Keine Kunststoffbahn verwenden, die alles abdichtet — das ist wie ein Sack auf den Wurzeln.
  • Keine zu dicken Papierlagen — das stoppt den Abfluss.
  • Bei Zimmerpflanzen im Winter auf regelmäßiges Lüften achten — Zeitung allein ersetzt keine Luftzirkulation.

Lokale Alternativen und Wo du es in Deutschland bekommst

Wenn du kein Zeitungspapier willst oder Kräuter anbaust, greif zu diesen Materialien, die es bei Bauhaus, OBI oder toom gibt:

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  • Vlies/Geotextil (Bauhaus, OBI) — langlebig und wasserdurchlässig.
  • Kaffeefilter oder Haushaltspapier — gut für Kräuter.
  • Blähton (Hydrokorn) — ideale Drainage, erhältlich ab ~5–10 € je 10 L.

Kurztipp gegen Schimmel: die 60‑40‑Regel

In meinen Tests hat sich bewährt: 60 % gute Erde, 40 % grobes Material unten (Blähton, Kies, Zeitung als Filter). Das reduziert Staunässe, ohne die Wurzeln zu ersäufen.

Und wenn es schon schimmelt?

  • Entferne die oberste Erdschicht (1–2 cm), entsorge sie, desinfiziere eventuell den Topf mit 1:10 Essigwasser.
  • Ersetze die Erde und baue die Drainage mit Zeitung/Blähton wie oben beschrieben.
  • Weniger gießen, mehr Licht, gelegentlich lüften — besonders in feuchten deutschen Wintermonaten.

By the way: Ich habe in Berlin beobachtet, dass ältere Mietwohnungen häufiger Probleme mit Schimmel an Pflanzen haben — oft liegt es weniger an der Erde als an zu wenig Luftaustausch.

Fazit

Zeitungspapier ist kein Wundermittel, aber ein günstiger, nachhaltiger Helfer gegen Staunässe — wenn du es richtig anwendest. Locker statt dicht, Unterstützung statt Abdichtung ist die Devise.

Hast du Zeitungspapier schon ausprobiert — oder schwörst du auf eine andere Methode gegen Schimmel? Teile deine Erfahrung in den Kommentaren!

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

Artikel: 2026

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