Verstopfter Abfluss nach dem Sonntagskochen? Das klebrige Wasser, das sich nur langsam verabschiedet — nervig und hygienisch schlecht. Lies das jetzt, weil du wahrscheinlich schon teure Rohrreiniger oder einen Termin beim Klempner vermeiden kannst.
Ich habe das über Jahre in meiner Praxis getestet: Mit ein paar Haushaltszutaten aus Aldi oder dm bekommst du oft binnen Minuten wieder freien Abfluss. Viele übersehen dabei einen wichtigen Unterschied — und das macht den Trick erst richtig effektiv.
Warum die üblichen Reiniger scheitern
Kommerzielle Rohrreiniger sind aggressiv, riechen und fressen manchmal Dichtungen. In deutschen Altbauten mit älteren Rohren kann das mehr schaden als helfen.
By the way: Eine Verstopfung ist meist kein Monsterproblem — es sind Fett, Seifenreste oder Haare, die sich wie ein Filter zusammensetzen.
Was Essig und Backpulver wirklich tun
Backpulver (eigentlich: Natron) reagiert mit Essig zu einer sprudelnden Mischung — das Gas und die Blasen lösen Ablagerungen mechanisch. Stell es dir vor wie eine winzige Sprengung: nicht zerstörerisch, aber genug Druck, um Fette und Schlamm zu lockern.

Ich habe festgestellt, dass die Kombination besonders gut funktioniert bei leichten bis mittleren Verstopfungen und als regelmäßige Wartung.
Aber gibt es einen Haken?
Viele verwechseln Backpulver und Natron. Natron (auch: Natriumbikarbonat) reagiert deutlich stärker mit Essig als handelsübliches Backpulver, weil Backpulver bereits Säure enthält und Zusatzstoffe, die die Reaktion abschwächen.
Und jetzt für das Wichtigste: Nie Essig mit Bleichmitteln (z. B. Chlorbleiche) oder starken chemischen Rohreiniger mischen. Das kann giftige Gase freisetzen.

Die 5‑Minuten-Anleitung: Schritt für Schritt
- Material: Natron (in Deutschland oft als „Natron“ oder „Natronpulver“ im Drogeriemarkt), Haushaltsessig (5‑6%), heißes Wasser oder kochendes Wasser aus dem Wasserkocher.
- Schritt 1: Entferne sichtbare Ähnlichkeiten — grobe Reste mit Handschuhen herausfischen oder mit einer Bürste lösen.
- Schritt 2: Gib ca. 3 Esslöffel Natron direkt in den Abfluss (für Waschtisch/Spüle). Bei stärkerer Verstopfung 6–8 EL.
- Schritt 3: Gieße langsam 150–200 ml Essig nach. Es beginnt zu sprudeln — genau das wollen wir.
- Schritt 4: Decke den Abfluss mit einem Stopfen oder einem nassen Lappen ab, damit der Druck innen wirkt. Warte 5 Minuten.
- Schritt 5: Spüle mit mindestens 500 ml heißem (nicht unbedingt kochendem) Wasser nach. Bei Metallrohren kein Problem; bei älteren PVC‑Anschlüssen lieber nur heiß.
In meiner Praxis hat diese Kombination bei etwa 70–80% der leichten Verstopfungen geholfen — schneller als viele denken.
Praktische Zusatztricks, die viele übersehen
- Warmes statt kaltes Essigwasser funktioniert besser. Ich erwärme den Essig kurz im Topf — nicht kochen.
- Wenn Haare das Problem sind: Vorher mit einer Drahtspirale (aus dem Baumarkt: OBI oder Bauhaus) mechanisch einhaken.
- Bei Küchenfett: Kratze so viel wie möglich weg, bevor du die Mischung anwendest — das Fett schwimmt sonst wieder oben.
- Regelmässige Wartung: Einmal im Monat kurzer Durchgang verhindert größere Ablagerungen.
- Für die Umweltfreundlichkeit: Natron und Essig gibt’s günstig bei Rewe, Lidl oder dm — das ist deutlich günstiger als Profi‑Reiniger.
Wenn es nicht klappt — die nächsten Schritte
Wenn nach zwei Anwendungen (mit Spülen und mechanischem Entfernen) noch immer nichts geht, dann ist es Zeit für den professionellen Rohrreiniger oder den Klempner. Alte Rohre, harte Verstopfungen oder tiefe Blockaden brauchen meist Werkzeuge, die du nicht zuhause hast.
Fazit
Die Essig‑und‑Natron‑Methode ist kein Wundermittel, aber ein schnell wirksamer, günstiger und ungefährlicher erster Schritt. Ich benutze sie regelmäßig — in 5 Minuten ist oft alles wieder frei.
Und du: Hast du schon einmal Essig und Natron ausprobiert — oder schwörst du auf andere Hausmittel? Schreib deine Erfahrungen in die Kommentare.









