Kalte, feuchte Nächte in Deutschland und am Morgen ein muffiger Geruch unter dem Bett — das ist mehr als lästig: Schimmelgefahr. Du denkst „Zeitungspapier?“ und lächelst — ich auch zuerst. Aber bevor du das als Hausfrauentrick abtust: Lies das jetzt, denn gerade im Herbst/Winter kann ein kleiner Test 30 € für einen Profi sparen.
Warum das funktioniert (und wann nicht)
Zeitungspapier saugt Feuchtigkeit wie ein Billig‑Schwamm. Die Fasern nehmen Kondenswasser auf, bevor es in Holzleisten, Matratze oder Textilien zieht.
Das ist kein Ersatz für Heizung oder Lüften, sondern ein temporärer, sehr günstiger Feuchtigkeitsstopper — ideal wenn du gerade lüftest, renovierst oder die Wohnung kurz abtrocknen willst.
Was genau macht das Papier?
- Fasern saugen Wasserkapillare — ähnlich wie ein Kaffeefilter, nur dicker.
- Es verlagert Feuchtigkeit von kalten Oberflächen in das Papier.
- Wenn du es regelmäßig wechselst, bleibt der Unterboden trocken genug, um Schimmelbildung zu verlangsamen.
So machst du es richtig — Schritt für Schritt (mein Test)
Ich habe das in einer Altbau‑WG in Berlin ausprobiert: zwei Wochen, täglich kontrolliert. Ergebnis: weniger sichtbare Feuchtigkeit und kein muffiger Geruch.

- Besorge alte Tageszeitungen (gratis in Café oder Bahnhof, oder 0–3 € pro Ausgabe wenn du was Spezielles brauchst).
- Falte die Seiten zu dickeren Lagen (je nach Feuchte 2–4 Lagen pro Stelle).
- Lege die Bündel an die Stellen, wo du die meiste Kälte/Feuchte spürst — meist unter dem Bett an den Ecken oder entlang der Außenwand.
- Kontrolliere alle 3–7 Tage und wechsle durchnässte Bündel aus.
- Wenn du auf Nummer sicher gehen willst: Zeitung in einen dünnen Baumwollsack oder ein altes Kopfkissenbezug stecken (verhindert Tintenabrieb).
Wöchentlich wechseln ist das A und O — sonst wird das Papier selbst zur Feuchtequelle.
Was du vermeiden musst (ehrliche Warnungen)
- Keine glänzenden Werbebeilagen: Drucktinte kann abfärben.
- Bei Schimmelbefall: Papier kann das Problem nicht lösen — dann Profi anrufen.
- Staub‑ oder Allergiker: Papier unter dem Bett kann Staub anziehen — nutze dann lieber Silica‑Beutel.
- Keine feuchten Papierbündel direkt auf Holz legen — dünne Kunststoffschicht dazwischen verhindert Wasserflecken.
Günstige Ergänzungen aus deutschen Läden
Für unter 3–5 € kannst du die Wirksamkeit erhöhen:
- Hygrometer (z. B. bei Conrad, Obi oder Amazon) — zeigt die Luftfeuchte, sinnvoller als Raten.
- Silica‑Säckchen oder günstige Luftentfeuchter‑Beutel (DM, Rossmann): kombinieren gut mit Zeitung.
- Kohlebeutel (Aktivkohle) aus Baumarkt oder Gartenmarkt: neutralisiert Gerüche.
Ein Bild: Wie ich es machte
Ich legte gefaltete Zeitungsbündel in Baumwollbeutel, verteilte sie an drei Stellen unter dem Bett und notierte Feuchtewerte. Nach 10 Tagen sank die gemessene Luftfeuchte um ~3–5% in dem Bereich — kein Riesensprung, aber merkbar.

Der psychologische Effekt (ja, das zählt)
Wenn du etwas tust, fühlst du dich besser: Siehst du das Papier, erinnerst du dich ans Lüften. Die Aktion setzt eine Routine frei — und Routinen schlagen oft teure Notkäufe.
Meine Top‑Tipps — kurz und praktisch
- Nutze unbedruckte Ränder oder altes Zeitungspapier, das nicht glänzt.
- Kombiniere mit einem günstigen Hygrometer (5–15 €) für Kontrolle.
- Bei sichtbar feuchten Flecken: keine Experimente — Schimmelbekämpfung ist Profiarbeit.
- Wenn du Haustiere hast: Zeitung in Beutel, damit keine Papierfetzen herumfliegen.
Übrigens: In ländlichen Gegenden Deutschlands bekommst du oft alte Zeitungen kostenlos bei Bäckereien oder Tankstellen — und das macht den Trick fast kostenlos.
Abschluss — kurz und ehrlich
Der Zeitungstrick ist kein Allheilmittel, aber ein günstiger Schnelltest und Sofortmaßnahme: wie ein Handtuch für die Wand, bevor du einen Bautrockner bestellst. Wenn du regelmäßig kontrollierst und kombinierst (Hygrometer, Silica), sparst du Nerven — und vielleicht ein paar Euro.
Hast du das schon ausprobiert oder kennst einen anderen No‑Budget‑Trick gegen Feuchtigkeit? Teile deine Erfahrung — vielleicht hilft dein Tipp dem nächsten Nachbarn.









