Du schaust auf die steigenden Abschläge und fragst dich, wo das ganze Geld hinverschwindet. Ich habe festgestellt: Oft ist es kein teures Gerät, sondern ein einfacher Schalter, den fast alle übersehen. Lies weiter — ich zeige dir, wie du ihn findest, was er wirklich macht und wie du damit spürbar sparen kannst.
Warum dieser Schalter so unterschätzt wird
In meiner Praxis sehe ich regelmäßig Haushalte, die hunderte Euro im Jahr zahlen — nur weil Geräte im Dauer-Standby hängen. Viele denken, „Standby“ sei harmlos. Das ist es nicht.
Der Schalter, den ich meine, ist kein magischer Knopf im Wohnzimmer. Er sitzt meist am Sicherungskasten, an der Steckdosenleiste oder ist ein versteckter Kippschalter an Geräten (z. B. am Boiler oder an der separaten Küchenzeile).
Das passiert, wenn du ihn ignorierst
- Unbemerkter Verbrauch: Router, Receiver, Ladegeräte ziehen rund um die Uhr Strom.
- Hohe Last auf separaten Kreisen: Warmwasserbereiter, Durchlauferhitzer oder elektrische Heizlüfter fressen am meisten.
- Zusammenspiel macht das Gefährliche: Mehrere Kleinstverbraucher addieren sich wie Tropfen, die einen Eimer füllen.

Wie du den „versteckten Schalter“ findest — Schritt für Schritt
Ich habe diese Routine mit Kunden in Berlin, München und kleineren Orten getestet. Folge ihr, ohne gleich im Sicherungskasten herumzuhantieren, wenn du unsicher bist.
- Schritt 1: Hol dir ein Energiekosten-Messgerät (bei Hornbach, Obi, Conrad oder online). Steck es zwischen Gerät und Steckdose.
- Schritt 2: Miss Router, TV, TV-Receiver, Kaffeemaschine, Playstation, und deinen PC. Notiere Watt und geschätzte Betriebsstunden.
- Schritt 3: Such im Sicherungskasten nach beschrifteten Schaltern — oft steht „Küche“, „Boiler“ oder „Steckdosen“. Falls unbeschriftet: nimm jemanden mit und schalte nacheinander ab, bis du den Kreis gefunden hast.
- Schritt 4: Wenn du einen eigenen Schalter für Boiler/Durchlauferhitzer findest: schalte ihn nachts oder während Arbeit ab (bei Bedarf vorher mit dem Vermieter/Installateur abklären).
- Schritt 5: Installiere Master-Slave Steckdosenleisten oder Funksteckdosen für TV- und Computer-Setups — so ist wirklich Schluss mit Standby.
Ein realistisches Beispiel (kurze Rechnung)
Angenommen: Router + TV + Receiver = 20–30 W im Standby → 0,03 kW × 24 h × 365 Tage ≈ 263 kWh/Jahr. Bei 0,40 €/kWh sind das ~105 €.
Oder: Durchlauferhitzer 2 kW, 3 Stunden täglich = 6 kWh/Tag → 2190 kWh/Jahr ≈ 876 €. Wenn du den Schalter clever nutzt, kann genau dieser Posten deine Rechnung halbieren — in Haushalten mit elektrisch beheiztem Warmwasser.
Tipps, die wirklich helfen (ohne Hexerei)
- Bevor du im Sicherungskasten rumdrückst: Dokumentiere und fotografiere die Belegung — das erspart Stress beim Vermieter.
- Funksteckdosen mit Zeitfunktion: für TV, Drucker, Router (nachts komplett aus).
- Master-Slave-Leiste im Home-Entertainment: ein Gerät (Master) schaltet die restlichen (Slave) komplett ab.
- Wasser erhitzen nur, wenn nötig: Boiler nachts absenken, wenn du tagsüber arbeitest.
- Messgerät benutzen statt Raten: Zahlen überzeugen viel schneller als Gefühl.
Sicherheit geht vor — was du lieber dem Profi überlässt
Ich warne dich: Am Sicherungskasten herumzubasteln, ohne Ahnung, kann gefährlich sein. Lass komplexe Änderungen vom Elektriker machen (in Deutschland nach VDE-Normen).

- FI/LS mehrfach kippen? Nicht ohne Grund: Manche Geräte verlieren Einstellungen oder werden beschädigt.
- Bei Mietwohnungen: Rücksprache mit Vermieter oder Hausverwaltung — du sollst nichts verändern, was fest installiert ist.
Und jetzt für das Beste: ein konkreter Life-Hack
Wenn du nur einen Schritt heute machst — kauf dir eine Master-Slave-Steckdosenleiste (10–30 €), stecke TV, Receiver, Box und Spielekonsole als „Slave“ ein und verbinde die Set-Top-Box als „Master“. Wenn die Master-Box ausgeschaltet wird, gehen die Slaves automatisch stromlos. Keine Standby-Kosten, kein tägliches Ausstecken.
Ich habe das bei mehreren Familien in Köln ausprobiert: Die monatliche Rechnung sank sichtbar, und das Gefühl „ich habe Kontrolle“ war fast mehr wert als das gesparte Geld.
Kurze Checkliste zum Mitnehmen
- Messgerät kaufen → Standby-Killer identifizieren.
- Boiler/Durchlauferhitzer prüfen — große Stromfresser zuerst.
- Master-Slave oder Funksteckdosen installieren.
- Bei Unsicherheit: Elektriker holen.
Fazit: Es gibt keinen universellen „Schalter, der all deine Kosten halbiert“, aber in vielen Fällen reicht ein versteckter Schalter oder eine smarte Steckdose, um große Posten stark zu reduzieren. In manchen Haushalten mit elektrisch beheiztem Wasser oder vielen Standby-Geräten können Einsparungen nahe 50% realistisch sein — vor allem, wenn du konsequent misst und reagierst.
Hast du den versteckten Schalter in deiner Wohnung gefunden oder bereits Master-Slave im Einsatz? Erzähl kurz, was bei dir am meisten gespart hat — ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.









