Deine Tomaten welken kurz nach dem Pflanzen und die Früchte werden schwarz? Oft ist nicht schlechtes Wetter schuld, sondern eine falsche Nachbarpflanze. Jetzt im Frühjahr, wenn viele bei OBI oder dem Wochenmarkt kaufen, ist es wichtig das zu wissen — sonst ist die Ernte futsch.
Ich habe bemerkt, dass ein einziger Nachbar im Beet öfter die Katastrophe auslöst. Ignoriere diese Warnung nicht, wenn Du in Norddeutschland feuchte Sommer oder im Süden sporadische Regenphasen erwartest.
Warum das daneben schlecht endet
In meinem Garten begann alles wie immer: Tomaten neben Kartoffeln — aus Bequemlichkeit. Dann kam die Kraut- und Knollenfäule.
- Tomaten und Kartoffeln teilen viele Krankheiten, besonders die berüchtigte Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans).
- Bei feuchtem, kühlem Wetter breitet sich die Pilzkrankheit rasant aus — das ist in Deutschland keine Seltenheit.
- Krankheiten springen leicht durch Erde, Spritzwasser oder Infektionsmaterial von einer Pflanze zur anderen.
Wie das funktioniert — kurz und klar
Stell es Dir vor wie zwei Personen in einem kleinen Zimmer: einer kriegt Husten, innerhalb kürzester Zeit haben beide dasselbe. Kartoffeln und Tomaten teilen denselben „Husten“.
Welche Pflanze genau? Und warum
Die Pflanze, die Du niemals neben Tomaten setzen solltest, ist: Kartoffeln. Punkt.

- Sie sind enger Verwandter der Tomate (beide Nachtschattengewächse) — derselbe Krankheitspool.
- Spätestens im Spätsommer kann ein einziger befallener Kartoffeltrieb die ganze Tomatenreihe zerstören.
- Viele übersehen die Gefahr, weil Kartoffeln im Boden „versteckt“ sind und Krankheiten unsichtbar bleiben, bis es zu spät ist.
Weitere Pflanzen, vor denen Du aufpassen solltest
Es gibt noch ein paar Kandidaten, die Probleme machen können — nicht immer so dramatisch wie Kartoffeln, aber erwähnenswert.
- Fenchel: hemmt das Wachstum anderer Pflanzen durch allelopathische Stoffe.
- Manche Kohlarten: unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse und andere Schädlingsgruppen; nicht ideal für intensive Mischkultur.
- Peperoni/Paprika: teilen viele Krankheiten mit Tomaten — bei Platzmangel lieber separieren.
Was Du stattdessen neben Tomaten pflanzen solltest
Gute Nachbarn helfen tatsächlich — ich habe es ausprobiert. Sie verbessern Ertrag und Schmackhaftigkeit.
- Basilikum: verbessert Geschmack und vertreibt einige Schädlinge.
- Ringelblume (Tagetes): lockt Nützlinge an und reduziert einige Nematoden.
- Borretsch: zieht Bestäuber an und ist robust bei wechselhaftem deutschen Wetter.
Praktischer Life-Hack: So schützt Du Deine Tomaten (Schritt-für-Schritt)
In meiner Praxis habe ich folgende Reihenfolge getestet — sie spart Nerven und Euro (und ist für Stadtgärtner in München oder Berlin praktikabel):

- Schritt 1: Kaufe zertifizierte Saatkartoffeln im Baumarkt oder beim Gartencenter — keine Speisekartoffeln aus dem Supermarkt.
- Schritt 2: Halte 2–3 Meter Abstand zwischen Kartoffel- und Tomatenbeeten; wenn Platz knapp ist, setze sie in getrennte Hochbeete.
- Schritt 3: Rotationsregel: nicht mehr als 3 Jahre hintereinander Nachtschattengewächse am selben Platz.
- Schritt 4: Entferne befallenes Kraut sofort, entsorge es über den Restmüll, nicht auf dem Kompost.
- Schritt 5: Sorge für Luftzirkulation (hoch binden, regelmäßig ausgeizen) — Krankheiten mögen stickige, feuchte Ecken.
Ein Balkon-Trick
Kein Garten? Kein Problem. Ich stelle Tomaten in große Kübel und Kartoffeln in separate Kisten. Das wirkt wie eine Brandschutzwand.
Was Du im Schadensfall tun kannst
Wenn sich Symptome zeigen (braune Flecken, weißer Pilzrasen), reagiere schnell:
- Kranke Pflanzenteile abschneiden und entsorgen.
- Nicht mit nassen Händen andere Pflanzen anfassen.
- Bei starkem Befall: gesamte Pflanze entfernen und Erde oberflächlich austauschen/sanieren.
In manchen Gartencentern in Deutschland gibt es biologisch zugelassene Präparate gegen Pilze — frag im Fachmarkt (Dehner, Gartencenter) nach, aber nutze sie gezielt, nicht prophylaktisch.
Der grüne Schluss
Ich habe es gelernt: Was bequem ist, ist nicht immer klug. Kartoffeln neben Tomaten sind wie Benzin neben Funken — es endet oft schlecht. Mit kleinen Tricks (getrennte Beete, zertifizierte Saatkartoffeln, gute Luftzirkulation) kannst Du das Risiko stark reduzieren.
Und jetzt Du: Hast Du schon eine Tomatenernte verloren — vielleicht wegen Kartoffeln oder Fenchel? Schreib kurz, was bei Dir geholfen hat.









