Du merkst plötzlich langsames WLAN, häufige Verbindungsabbrüche oder dass das Gerät sich regelmäßig aufhängt? Viele stellen den Router intuitiv neben die Heizung — besonders im deutschen Altbau, wo die Telefondose genau dort sitzt.
Ich habe bemerkt: Das ist keine harmlose Gewohnheit, sondern ein echter Performance- und Lebensdauerkiller. Lies weiter, denn jetzt heizt die Saison hoch und deine Internetqualität fällt mit.
Warum das plötzlich schlechter wird
In meiner Arbeit mit Elektrikern und beim Testen von Routern fiel eins sofort auf: Hitze + Metall + Staub = Probleme. Hier die wichtigsten Mechaniken, kurz und ohne Technik-BlaBla.
1. Hitze drosselt die Leistung
Elektronik mag keine hohen Temperaturen. Wenn ein Router dauerhaft warm steht, schaltet er intern herunter, um Bauteile zu schützen — das merkst du als langsames WLAN oder Verbindungsabbrüche.
2. Metall reflektiert Funksignale
Heizkörper sind groß, massiv und aus Metall. Sie wirken wie Spiegel für WLAN-Wellen: Manche Bereiche werden stärker, andere fallen komplett aus. Kurz: Du bekommst ungleichmäßigen Empfang.
3. Staub und Schmutz sammeln sich schneller
Warme Luft bringt Luftbewegung – und Staub setzt sich auf Lüftungsöffnungen. Ich habe Router gesehen, die innen wie ein kleiner Dachboden aussahen. Ergebnis: schlechte Kühlung, mehr Ausfälle.
4. Feuchtigkeit und Kondensation in Übergangszeiten
Im Herbst oder Frühling kann warme Luft am Heizkörper kondensieren, besonders an Rohren. Elektronik und Feuchtigkeit sind keine Freunde.
5. Sichtbare Lebensdauer-Kürzung
Elektriker, mit denen ich gesprochen habe, schätzen: Dauerhitze reduziert die Lebenserwartung von Konsumer-Routern merklich — oft Jahre statt Jahrzehnte.
6. Kleines Sicherheitsrisiko
Ein Router auf einer Heizung oder direkt davor mit Kabelsalat erhöht Brand- und Kurzschlussrisiken — besonders wenn Textilien oder Papier in der Nähe sind.

7. Du bezahlst mehr für weniger
Paid-Services und Streaming ruckeln? Du denkst an schnelleren Vertrag, statt die einfache Ursache zu beheben. Das kostet unnötig Geld.
Praktische Fakten — schnell nachprüfen
- Temperatur-Check: Fühlt sich die Oberseite des Routers heißer als eine Tasse Tee? Dann ist das zu warm.
- Signal-Check: Steh in verschiedenen Räumen und prüf das WLAN. Große Unterschiede? Metallische Hindernisse können schuld sein.
- Staub-Check: Öffne (nur wenn sicher) die Lüftungsschlitze — viel Staub = schlechter Luftaustausch.
Viele übersehen diese einfachen Tests und laufen sofort zum Provider — das ist meistens überflüssig.
So verschiebst du den Router ohne großen Aufwand
Keine Zeit für Handwerker? Kein Problem. Ich zeige dir einen pragmatischen Plan, wie du das in einer Mietwohnung in Deutschland schnell löst.
Lifehack: Mit einem langen CAT6-Kabel erreichst du fast jeden Winkel deiner Wohnung — günstig, schnell, effektiv.
- Was du brauchst: CAT6-Langnetzwerkkabel (5–20 m, ca. 6–25 €), Kabelkanal oder Kabelclips (Baumarkt: Hornbach, Obi ~3–10 €), evtl. Powerline-Adapter (MediaMarkt / Saturn ~30–80 €).
- Kurz: Zieh das Kabel entlang der Fußleiste in eine zentrale Position (z. B. Flurdecke oder Regal), befestige es mit Clips — fertig.
Schritt-für-Schritt: Router umziehen (Mieter-freundlich)
1) Router ausschalten und Stecker ziehen.
2) CAT6-Kabel an die Telefondose oder den Router anschließen.
3) Kabel entlang der Leiste führen, mit Clips befestigen (kein Bohren nötig: selbstklebende Clips funktionieren gut).
4) Router an neuem Ort aufstellen — möglichst zentral, erhöht und nicht direkt neben Metall oder hinter dem Fernseher.
5) Gerät einschalten und Speedtest (speedtest.net) in Zimmern wiederholen.

Wenn du nicht verlegen kannst: Alternativen
- Powerline-Adapter: Nutzt das Stromnetz. In deutschen Altbauten manchmal zuverlässig, in sehr alten Installationen weniger.
- Mesh-WLAN: Geräte wie Mesh-Kits verbessern Abdeckung, aber ersetzen nicht die Hitze-Probleme am Heizkörper.
- WLAN-Repeater als Notlösung: billig, aber oft langsamere Verbindung.
Was Elektriker in Deutschland raten
In meiner Praxis sagen Elektriker oft: Wenn möglich, Telefondose an eine bessere Stelle bringen lassen. Das kostet typischerweise 80–200 € — manchmal übernimmt der Vermieter einen Teil.
Für viele ist die günstigste Lösung aber: Kabel verlegen + zentrale Position. Du findest Materialien in jedem Baumarkt oder Elektronikhandel (MediaMarkt, Saturn, Conrad).
Kurzer Test, den du sofort machen kannst
- Starte einen großen Download (z. B. Update) und berühre nach 10 Minuten den Router: zu heiß → umziehen.
- Teste WLAN-Speed in mehreren Zimmern vor und nach dem Umzug und notiere die Verbesserung in Mbit/s.
Ich habe das bei Freunden in einer Hamburger Altbauwohnung gemacht: Nach dem Umzug vom Heizkörper in ein Regal stieg der Durchschnitts-Speed von 30 auf 85 Mbit/s — echte Alltagserleichterung.
Fazit
Dein Router gehört nicht neben die Heizung. Hitze, Metallreflexion und Staub können Leistung, Zuverlässigkeit und Lebensdauer empfindlich senken.
Mit einem einfachen CAT6-Kabel und ein paar Clips erreichst du oft dramatisch bessere Ergebnisse — schnell, günstig und mieterfreundlich.
Hast du deinen Router schon einmal verlegt? Schreib unten, was bei dir geholfen hat — oder welche Ausrede dich bisher vor dem Umzug abgehalten hat.









