Deine Lieblingspflanze steht zwar im Topf, aber die Blätter werden gelb und die Erde riecht muffig? Das ist kein Fehler beim Gießen — das ist Staunässe. Ich habe beobachtet, wie ein simpler Trick mit Zeitungspapier vielen Pflanzen tatsächlich das Leben rettet — und du brauchst kein teures Spezialsubstrat dafür.
Warum das oft schiefgeht
Wasser, das nicht abfließt, erstickt Wurzeln langsam. In Deutschland passiert das besonders häufig im Herbst und Frühjahr, wenn Balkonkästen und Kübel öfter nasse Tage abbekommen.
Viele machen den gleichen Fehler: Drainagelöcher zuschütten oder zu feines Substrat verwenden — das verwandelt jeden Blumentopf schnell in einen kleinen Sumpf.
Was Zeitungspapier wirklich kann
In meiner Praxis mit Zimmer- und Balkonpflanzen hat sich Zeitungspapier als einfacher Puffer bewährt. Es wirkt wie ein Kaffeefilter im Topf: hält feines Erdmaterial von den Löchern fern, schafft Luftpolster und kann überschüssige Feuchtigkeit nach unten leiten.

Übrigens: das ist kein Hexenwerk — viele professionelle Gärtner nutzen ähnliche Prinzipien (Blähton, Tongranulat), aber Zeitung kostet nichts und liegt bei uns oft sowieso herum.
- Vorteil: spart Geld und ist nachhaltig — ideal für Urban Gardening in deutschen Wohnungen.
- Nachteil/Nuance: zu dicht gepackt kann Papier die Löcher verschließen — deshalb kommt es auf die richtige Technik an.
- Wetterbezug: Im regenreichen Herbst verhindert die Methode, dass Balkonpflanzen bei Dauerregen verfaulen.
Materialliste (schnell einkaufen in Deutschland)
- Alte Zeitung oder Zeitungsseiten (keine glänzenden Prospekte)
- Blähton oder grober Kies (optional) – im Bauhaus, OBI oder Hornbach erhältlich
- Schere, Handschuhe, ggf. Topf mit Abflussloch
So machst du es richtig — Schritt-für-Schritt
Ich zeige dir die Methode, die ich getestet habe — kurz, knapp und ohne Schnickschnack.
- 1) Topf prüfen: Löcher frei machen. Wenn verstopft, mit einem Holzstäbchen säubern.
- 2) Optional: Eine dünne Schicht Blähton oder Kies auf den Boden geben (ca. 1–2 cm). Das schafft große Hohlräume.
- 3) Zeitung locker knüllen — nicht pressen. Du willst Luft und Wicking, kein kompaktes Paket.
- 4) Zeitung in den Boden legen und leicht andrücken. Wichtig: Nicht so fest, dass kein Wasser mehr durchkommt.
- 5) Etwas Substrat darüber geben, dann die Pflanze einsetzen und mit normaler Blumenerde auffüllen.
- 6) Erst wässern, wenn die Erde angetrocknet ist; kontrollieren, ob das Wasser durchläuft.
Geheimtipp aus meiner Erfahrung
Lege die Zeitung nicht als flache Schicht, sondern knülle 2–3 Ballen, die du locker verteilst — das verhindert, dass sich eine dichte Platte bildet. Wenn du die Papierballen vorher leicht anfeuchtest, wirken sie wie Dochte und leiten überschüssiges Wasser schneller zu den Löchern.

Dos & Don’ts
- Do: Schwarze Zeitungsseiten oder reine Textseiten nutzen.
- Don’t: Hochglanzmagazine, stark gefärbte Prospekte oder stark tintenlastige Seiten verwenden.
- Do: Bei großen Kübeln lieber mehrere kleine Papierballen verteilen statt einer dicken Matte.
- Don’t: Zeitung komplett als Ersatz für Drainage sehen — bei sehr empfindlichen Pflanzen weiterhin Blähton/Perlite erwägen.
Warum das bei deinem Nachbarn anders wirkt
Manche schwören auf Kies im Boden, andere auf nur Erde. In meiner Erfahrung ist die Kombination aus grobem Material + lockerem Zeitungspapier am zuverlässigsten — vor allem in deutschen Stadtwohnungen, wo Pflanztöpfe oft zu klein sind und die Feuchtigkeit länger hält.
Noch ein praktischer Tipp: Wenn du öfter umtopfst, verwende beim nächsten Mal Zeitung nur in jenen Töpfen, die Probleme hatten. So siehst du schnell, ob es hilft.
Am Ende rettet keine Methode jede Pflanze. Aber mit ein paar Zeitungsschnipseln kannst du billig und nachhaltig die häufigste Ursache für Pflanzensterben in der Stadt abmildern.
Hast du das Zeitungspapier-Trick schon ausprobiert — oder probierst du ihn jetzt? Welche Pflanze würdest du zuerst retten?









