Ein frischer Kratzer im Parkett – und sofort ist das Wohnzimmer weniger gemütlich. Ich habe das selbst erlebt: Gäste kommen, und da liegt dieser weiße Strich mitten im Raum. Lies weiter, wenn du jetzt schnell kaschieren willst, aber nicht die Oberfläche ruinieren möchtest.
Warum sofort handeln? Kleine Kratzer können sich bei trockenem Winterwetter oder wenn Schmutz in die Fuge kommt, schnell verschlimmern. In meiner Praxis als Heimwerker habe ich einfache Methoden getestet — manche funktionieren, manche zerstören den Lack.
Wann Zahnpasta tatsächlich hilft – und wann aufhören
Die Internet‑Tipps lauten oft: „Zahnpasta drauf, weg ist der Kratzer.“ Ich habe das ausprobiert. Ergebnis: Es klappt manchmal, aber längst nicht immer.
- Gute Kandidaten: Sehr feine, oberflächliche Kratzer im lackierten Parkett (keine Holzfasern sichtbar).
- Gute Zahnpasta: einfache weiße Paste, keine Gel‑Formeln, keine farbigen Micro‑Partikel.
- Nicht geeignet: tiefe Kratzer, offene Holzfasern, geölte oder matt versiegelte Böden — hier kann Zahnpasta den Schaden verschlimmern.
Warum das funktioniert (oder nicht)
Zahnpasta wirkt wie ein sehr feines Scheuermittel. Bei klar lackiertem Parkett kann sie minimalen Abrieb glätten und optisch kaschieren — aber genau deshalb nimmt sie auch etwas von der Lackschicht weg. Denk an sie wie an ein feines Radiergummi für Lack, nicht für Holz.

Der 5‑Minuten‑Trick: Schritt für Schritt
Ich habe diese Methode an mehreren Stellen ausprobiert — immer zuerst an einer unauffälligen Ecke. So geht’s:
- Materialien bereitlegen:
- weiße Zahnpasta (kein Gel),
- weiches Baumwolltuch oder Mikrofaser,
- ein Glas Wasser,
- optional: Möbelpolitur oder ein Tropfen Holzöl.
- Fläche reinigen: Staub und Sandpartikel wegwischen, sonst reibst du Schmutz in den Kratzer.
- Probe: Trage eine winzige Menge Zahnpasta an einer unauffälligen Stelle auf und reibe sanft entlang der Holzmaserung.
- Polieren: Mit kreisenden Bewegungen maximal 20–30 Sekunden arbeiten, nicht drücken wie ein Bohrer.
- Abwischen: Feuchtes Tuch, dann trocken reiben. Ergebnis prüfen.
- Finish: Wenn es besser aussieht, kannst du einen Tropfen Möbelpolitur oder Öl auftragen, um Glanz und Schutz wiederherzustellen.
Tipps für das beste Ergebnis
- Immer entlang der Maserung reiben, nie quer.
- Bei sichtbarem Aufrauen sofort aufhören — sonst entfernst du zu viel Lack.
- Für größere Flächen lieber Reparaturwachs oder Farbstifte aus dem Baumarkt (Hornbach, OBI, Bauhaus) nutzen — kosten meist 5–15 €.
- Wenn du dein Parkett verkaufen willst oder es sich um Hochglanzlack handelt: lieber Schreiner oder Fachbetrieb fragen.
Bessere Alternativen (wenn Zahnpasta zu riskant ist)
Manchmal ist Zahnpasta nur ein Kurzzeit‑Tarnmittel. Meine langfristigen Favoriten:
- Wachsstifte oder Reparatursets für Parkett — farbig auswählbar, füllen tiefe Kerben.
- Möbel‑Marker (wasserfest) für kleine Kratzer in dunklen Farbtönen.
- Leichtes Abschleifen und lokale Nachlackierung beim Schreiner — die sauberste Lösung.

Ein Realitätscheck für Deutschland
In deutschen Haushalten steht oft die einfache Zahnpasta herum — deshalb ist der Trick beliebt. Aber: unsere Böden sind im Winter wegen Heizungsluft trockener; das macht Kratzer empfindlicher. In Baumärkten wie Bauhaus oder Hornbach findest du preiswerte Reparatursets; in der Innenstadt bieten Schreiner kleine Services, die oft günstiger sind, als du denkst.
Ich habe Kunden gesehen, die mit Zahnpasta kurzfristig Glück hatten — und andere, die danach Nacharbeit vom Profi bezahlen mussten. Kurzfristig okay, langfristig manchmal teuer.
Fazit
Zahnpasta kann kleine oberflächliche Kratzer im lackierten Parkett kurzfristig kaschieren — aber teste zuerst an unauffälliger Stelle und sei vorsichtig. Für alles, was tiefer geht oder geöltes Holz betrifft, sind Reparaturwachs, Marker oder der Schreiner die sichere Wahl.
Hast du schon mal Zahnpasta auf deinem Boden ausprobiert — mit Erfolg oder Desaster? Erzähl kurz, damit wir alle was davon lernen.









