Ein winziger Kratzer im Parkett und schon siehst du jeden Fussel – nervig, oder? Ich habe das selbst ausprobiert und überraschend oft funktioniert eine simple Zahnpasta‑Methode, bevor der Schreiner kommen muss.
Warum du das jetzt lesen solltest: Du sparst Zeit und Geld, aber es gibt klare Grenzen. Falsche Anwendung macht es schlimmer – deshalb zeige ich dir, wie ich es sicher mache.
Warum viele zuerst zur Zahnpasta greifen
Menschen probieren Zahnpasta, weil sie fein schleifend wirkt und direkt zur Hand ist. In deutschen Haushalten liegt sowieso fast immer eine Tube im Bad – besonders wenn du bei DM oder Rossmann einkaufst.
- Zahnpasta kann leichte Oberflächenkratzer aufpolieren.
- Sie füllt winzige Riefen, ähnlich wie ein Concealer für die Haut.
- Günstig: Eine Tube kostet in Supermärkten oder Drogerien oft unter 3 €.
Aber es gibt einen Haken
In meiner Erfahrung funktioniert die Methode nur bei sehr oberflächlichen Kratzern. Bei tiefen Rillen oder beschädierter Lackschicht hilft sie nicht – im Gegenteil, sie macht die Stelle stumpf.

Nur weiße Zahnpasta, keine Gel-Version und nur auf echtem Holz‑Lackparkett, nicht auf geölten oder gewachsten Böden.
So prüfst du zuerst (2 Minuten)
- Säubere die Stelle mit einem weichen Tuch und etwas Wasser – kein Putzmittel mit Silikon.
- Teste auf einer unauffälligen Ecke oder unter dem Schrank.
- Hast du sichtbare Farbänderung oder Matt-Effekt? Dann abbrechen.
Der Schreiner‑Trick: Schritt‑für‑Schritt, wie ich es mache
Ich habe das in meiner Küche ausprobiert (kalter Winter in Deutschland, Holz zieht sich zusammen – Kratzer sind da häufiger). So geht’s:
- Materialien: weiche Baumwolltaschentücher, weiße (nicht gelige) Zahnpasta, Wattestäbchen, etwas klares Parkett‑Pflegeöl oder Furniture Polish (optional).
- Schritt 1: Kleine Menge Zahnpasta auf ein Wattestäbchen geben.
- Schritt 2: Sanft in Richtung des Kratzers einreiben – nicht reiben wie Sandpapier, eher tupfen und leicht entlangziehen.
- Schritt 3: Mit feuchtem Tuch Rückstände abwischen, trocknen lassen.
- Schritt 4 (optional): Einen Tropfen Parkett‑Pflegeöl auftragen, um den Glanz wiederherzustellen.
Das wirkt wie ein winziger Füllstoff; stell dir vor, du malst die Rille mit einer dünnen Schicht weißem Lack aus, nur viel feiner.

Tipps, die Schreiner dir auch geben würden
- Für geöltes Parkett: KEINE Zahnpasta – hier passen farbige Öle oder Wachse.
- Bei tiefen Kratzern: Reparaturset aus dem Baumarkt (Obi, Hornbach, Bauhaus) oder Schreiner rufen.
- Nachbearbeitung: Falls die Stelle matt bleibt, leichte Politur mit Möbelwachs hilft.
- Wenn du Teppiche oder Haustiere hast: Vorsicht bei aggressiven Mitteln.
Wann du sofort zum Profi gehen solltest
Wenn der Kratzer mehr als 1–2 mm tief ist, das Holz offen liegt oder mehrere Paneele betroffen sind.
Ein Schreiner kann mit farblich passendem Holzkitt, Schleifen und Neubeschichtung arbeiten – das kostet zwar, aber erspart spätere Folgeschäden.
Kurze Checkliste vor dem Start
- Parkettart kennen (lackiert vs. geölt)
- Weiße Zahnpasta griffbereit
- Test an unauffälliger Stelle
- Sanft, nicht scharf reiben
Übrigens: In kalten, trockenen deutschen Wintern sind Kratzer stärker sichtbar – Holz zieht sich zusammen wie eine dünne Haut. Das erklärt, warum du gerade jetzt mehr Kratzer bemerkst.
Fazit: Für kleine Fehlstellen ist der Zahnpasta‑Trick eine schnelle, oft wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme. Bei Unsicherheit lieber testen oder kurz den Parkettleger fragen. Wenn du es falsch machst, kannst du den Lack zusätzlich schädigen.
Hast du das schon probiert — oder schwörst du auf ein anderes Hausmittel (Walnuss, Schuhcreme, Parkettstift)? Schreib kurz, was bei dir am besten geholfen hat.









