Stell Dir vor: Deine Heizung läuft ständig — und die warme Luft verschwindet direkt durch die kalte Außenwand. Das tut weh im Portemonnaie, besonders bei aktuellen Preisen in Deutschland. Lies das jetzt, wenn Du diesen Winter nicht wieder 200–400 Euro zusätzlich zahlen willst.
Ich habe bemerkt, dass viele in Altbauwohnungen kleine, fast kostenlose Tricks ignorieren. In meiner Praxis mit Energiespar-Tests hat eine einfache Maßnahme oft überraschend viel gebracht — aber nur, wenn man sie richtig macht.
Warum Zeitungspapier hinter dem Heizkörper überhaupt ins Spiel kommt
Heizkörper stehen meist vor Außenwänden. Ein großer Teil der erzeugten Wärme wird zuerst in die Wand abgeleitet, nicht in den Raum. Das ist, als würdest Du Wasser erhitzen und ein Loch im Topf haben.
Viele denken: „Einfach Zeitung rein, fertig.“ Das ist die halbe Wahrheit — und manchmal gefährlich. Zeitung kann kurz helfen, ist aber kein Dauerersatz für professionelle Lösungen.
Was tatsächlich passiert
- Die Rückwand des Heizkörpers sendet Wärme in die kalte Wand — Wärmeverlust.
- Ein dünner Luft- oder Materialzwischenraum mit reflektierender Oberfläche kann die verlorene Strahlungsenergie zurück in den Raum werfen.
- Deshalb wirken reflektierende Folien oder Dämmplatten oft besser als bloßes Papier.
Die Realität: Wie viel spart das wirklich?
Kurz: Es kommt drauf an. In schlecht gedämmten Altbauten mit sehr kalten Außenwänden sind Einsparungen am größten — unter optimalen Bedingungen berichten Haushalte von bis zu 35% geringeren Heizkosten. Das ist kein Standard, sondern das obere Ende.

Realistischer ist: 5–15% Einsparung sind häufig, wenn Du die Maßnahme richtig ausführst und mehrere Heizkörper optimierst.
Warum die Spanne so groß ist
- Wie kalt die Wand ist (Außenwand vs. Innenwand).
- Wie groß der Heizkörper und die Zimmerfläche sind.
- Ob die Wohnung sonst gut gedämmt ist (Fenster, Dach, Boden).
So machst Du es richtig — Schritt-für-Schritt (sicher & effektiv)
Ich habe das selbst in einer Berliner Altbauwohnung getestet: Zeitung alleine war okay — mit Aluminiumbeschichtung wurde es deutlich besser. Folge dieser Anleitung:
- Schritt 1: Messen — Abstand zwischen Wand und Heizkörper sowie Breite des Heizkörpers notieren.
- Schritt 2: Entfernen — Heizkörperverkleidung kurz abnehmen oder Möbel wegrücken, Staub entfernen.
- Schritt 3: Material wählen — bevorzugt: reflektierende Alu-Isolierfolie oder Dämmplatten mit Aluminiumbeschichtung (gibt’s bei Obi, Hornbach, Bauhaus). Zeitung nur als provisorische Lösung.
- Schritt 4: Zuschneiden — Folie/Platte passend schneiden (höher als Heizkörper, damit die ganze Rückseite abgedeckt ist).
- Schritt 5: Befestigen — Klebeband oder Montagekleber verwenden; Platte möglichst dicht an die Wand drücken, aber Raum für Luftzirkulation lassen.
- Schritt 6: Kontrolle — nach ein bis zwei Tagen fühlen: Ist die Wand merklich weniger kalt? Thermostat um 0,5–1°C runterdrehen und Verbrauch beobachten.
Wichtig: Zeitungspapier ist brennbar. Leg es niemals so, dass es direkten Kontakt mit heißen Teilen hat oder den Konvektionsstrom so blockiert, dass der Heizkörper überhitzt.
Günstig vs. richtig: Was kaufen, was sparen
- Billig: Zeitung + Alufolie — kostet fast nichts, Wirkung: gering bis mittel.
- Mittelklasse: Alu-Isolierfolie (5–15 € pro Rolle) — gute Reflexion, einfache Montage.
- Profi: Dämmplatten mit Aluminium (10–30 € pro Platte) — beste Effizienz für Altbauwände.
In deutschen Baumärkten bekommst Du Folie für kleines Geld; in Baumärkten wie Hornbach oder Obi gibt es günstige Komplettpakete. Bei Mietwohnungen vorher mit dem Vermieter sprechen — oft dürfen solche Kleinteile selbst angebracht werden.
Fehler, die häufig Geld kosten
- Nur vorne am Heizkörper dämmen — die Rückseite bleibt kalt.
- Alles komplett zumauern: Heizkörper braucht Konvektion — nicht komplett abdecken.
- Zeitung dauerhaft hinter Heizkörper lassen ohne Kontrolle — Brandrisiko.

Mein persönlicher Test — kurz und ehrlich
Ich habe in einer 3-Zimmer-Wohnung eine Woche mit Zeitung, dann mit Alu-Schaumplatten getestet. Ergebnis: Thermostat konnte ich um durchschnittlich 1°C senken, das Raumgefühl blieb gleich warm. Die Strom- bzw. Gasabrechnung zeigte erste Tendenzen — eindeutig niedriger.
Der Moment, als ich merkte, dass die Wand auf Höhe des Heizkörpers nicht mehr eiskalt war — das war Vertrauen gewinnend. Aber: Das ist kein Zauber — Dämmung der Außenwand bleibt die Königsdisziplin.
Quick-Hacks für die schnelle Umsetzung
- Klebe Alufolie (Küchenrolle) auf eine dicke Pappe — spart Zeit und wirkt besser als Papier allein.
- Nutze Handtuchwärmer/Spiegelthermostat nicht mit abgedecktem Heizkörper — Steuerung kann irritiert werden.
- Mehrere Heizkörper optimieren: Jede kleine Einsparung addiert sich.
By the way: In Gemeinschafts- oder Mietshäusern zahlt oft die ganze Hausgemeinschaft für Warmwasser/Heizung — sprich das Thema an. Manche Vermieter investieren sofort, wenn mehrere Mieter nachfragen.
Abschließend — was wirklich zählt
Ein bisschen Zeitung hinterm Heizkörper ist ein Start. Die bessere Investition ist eine einfache aluminiumbedampfte Dämmplatte für unter 30 €, montiert hinter dem Heizkörper. Die Maßnahme ist günstig, schnell erledigt und in vielen Fällen spürbar.
Hast Du das schon ausprobiert? Was hat bei Dir am meisten geholfen — Zeitung, Folie oder Profi-Dämmplatte? Schreib Deine Erfahrung unten.









