Deine Heizkosten steigen wieder und du fragst dich, wo das Geld hinfliegt? In vielen Altbau-Wohnungen verschwindet erstaunlich viel Wärme direkt in die Außenwand hinter dem Heizkörper. Jetzt handeln lohnt sich – besonders bei dem deutschen Winter und den hohen Energiepreisen.
Ich habe das bei mehreren Wohnungen ausprobiert: Mit einer einfachen Reflexionsschicht hinter dem Heizkörper sieht man sofort weniger kalte Wandflächen und spürt den Unterschied. Lies weiter, ich erkläre kurz, wie es funktioniert und worauf du unbedingt achten musst.
Warum das überhaupt wirkt
Wärme verlässt den Raum auf drei Wegen: Strahlung, Leitung und Konvektion. Heizkörper geben deutlich Strahlungswärme an die Wand ab – und genau das kannst du zurückschicken.
Alufolie reflektiert die Strahlungswärme wie ein Spiegel. Bei schlecht gedämmten Außenwänden kann das den Wärmeverlust signifikant verringern – in Einzelfällen bis zu 30%, meist jedoch 5–15% in typischen Wohnungen.
Stell dir das so vor
Es ist wie ein dünner Sicherheitsmantel: die Folie wirkt nicht als Lagerfeuer-Decke, sondern wie ein Rückspiegel, der die Wärme zurück in den Raum wirft. Denk an einen Kaffeefilter, der nur die Hitze zurückhält – simpel, aber effektiv.
Was viele übersehen
- Viele nutzen normale Küchen-Alufolie – das ist keine Dauerlösung. Sie reißt und hält nicht an der Wand.
- Wenn die Wand sehr feucht oder schimmelig ist, musst du das zuerst lösen. Ansonsten versteckst du nur das Problem.
- Die Luftzirkulation vor dem Heizkörper darf nicht komplett blockiert werden. Sonst reduziert sich die Wärmeabgabe ins Zimmer.

Die richtige Materialwahl (kurz und praktisch)
- Reflexionsfolie mit Schaumschicht (Alu kaschiert auf PE-Schaum) – einfach am gebräuchlichsten in Deutschland.
- Fertige Heizkörper-Rückwand-Folie (z. B. aus dem Baumarkt: Bauhaus, Obi, Hornbach) – kostet meist 3–10 € pro Meter.
- Keine reine Küchenfolie, keine lackierten Metallplatten ohne Dämmkern.
Schritt-für-Schritt: So bringst du die Folie richtig an
Das ist die pragmatische Variante, die ich oft empfehle — funktioniert ohne Demontage:
- Material besorgen: Reflexionsfolie mit Schaumrücken, Cutter, Maßband, doppelseitiges Klebeband oder Montagekleber (Silikon funktioniert auch).
- Wand prüfen: Kurz mit der Hand fühlen; bei sichtbarem Schimmel zuerst Sanierung oder Fachbetrieb rufen.
- Abmessen: Länge = Heizkörperhöhe + 10 cm oben/unten. Breite = Abstand Wand bis Heizkörpervorderkante.
- Folie zuschneiden und Schutzpapier abziehen.
- Folie mit dem Schaum zum Heizkörper (Spalt bleibt), Aluminium-Seite zum Raum. Festdrücken, an den Rändern zusätzlich mit Klebeband sichern.
- Heizung anschalten, nach 24–48 Stunden nochmal prüfen, ob alles sitzt.
Tipp aus meiner Praxis: Nutze Schaumkaschierte Folie mit 6–10 mm Stärke – die erzeugt den nötigen Luftspalt und wirkt besser als flache Folie.
Worauf du achten musst (Sicherheit & Effekt)
- Thermostatventile nicht abdecken oder blockieren.
- Keine brennbaren Materialien direkt hinter der Heizung verwenden.
- Bei Lüftungsrohren/Heizkörper mit Konvektionsblechen: Folie so anbringen, dass der Konvektionsstrom nicht komplett abgeschirmt wird.
- Bei unsanierten Altbauwänden: Lüften (Stoßlüften) beibehalten, sonst steigt das Feuchterisiko.
Wie viel kannst du wirklich sparen?
Das ist die oft gestellte Frage. Kurz: Es kommt auf den Zustand des Hauses an.
- Bei sehr schlecht gedämmten Außenwänden: bis zu 30% weniger Wärmeverlust an dieser Wand – das heißt nicht automatisch 30% weniger Heizkosten, aber merkbare Einsparungen.
- Bei normal gedämmten Wohnungen: eher 5–15% punktuelles Einsparen.
- In Kombination mit Thermostat-Anpassung und gezieltem Lüften steigt der Gesamteffekt.

Non-obvious Life Hack: Thermokontrolle ohne teure Kamera
Wenn du keine Thermokamera hast, mach den einfachen Test:
- Heizung auf mittlere Stufe einstellen.
- Hand 10–15 cm vor die Wand halten – fühlst du starken Luftzug durch den Spalt? Dann ist der Spalt zu groß.
- Oder nutze ein Infrarot-Thermometer (gibt’s ab ~20–30 € bei Online-Shops). Miss Wandtemperatur direkt vor dem Heizkörper vor und nach Anbringen der Folie.
Ich habe das so getestet: Wandtemperatur sank merklich nach Montage — das heißt, weniger Wärme verschwindet in der Wand.
Was es kostet und wo du es in Deutschland bekommst
- Materialpreis: ca. 3–10 € pro Meter Folie im Baumarkt (Bauhaus, Obi, Hornbach) oder online.
- Zeitaufwand: pro Heizkörper ~15–30 Minuten, je nach Zugang.
- Wenn du unsicher bist: Manche Handwerksbetriebe bieten das als kleinen Service an (Preis variiert, oft 20–50 € pro Heizkörper eingebaut).
Kurze Fehler-Checkliste
- Folie nicht mit glänzender Seite zur Wand montieren – Aluminium muss zum Raum zeigen.
- Spalte zwischen Heizkörper und Folie: 5–10 mm reicht bei Schaumschicht.
- Bei sichtbarem Schimmel erst sanieren, sonst verschlimmerst du das Problem.
Übrigens: Ich habe in einer Wohnung in Berlin mit sehr dünner Außenwand die Folie angebracht und spürte sofort wärmere Fußboden- und Wandflächen – das ist kein Tech-Mythos, das funktioniert.
Fazit
Alufolie hinter der Heizung ist kein Wundermittel, aber eine kostengünstige, schnelle Maßnahme, die in vielen Fällen spürbar Wärmeverluste reduziert. Besonders bei Altbau und dünnen Außenwänden lohnt es sich.
Hast du das schon ausprobiert? Schreib unten in die Kommentare, wie viel du gespart hast oder ob du Hilfe bei der Auswahl des Materials brauchst — ich antworte gern.









