Du stehst am Spülbecken, das Wasser läuft nur noch langsam ab — und die Telefonrechnung des Installateurs hat vorhin schon geklingelt. Viele unterschätzen, wie schnell kleine Gewohnheiten große Schäden und hohe Kosten verursachen. Lies das jetzt: Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie aus einer verstopften Küche eine 300‑Euro‑Rechnung wurde. Diese drei Sachen solltest du sofort aus deinem Alltag verbannen.
Warum das plötzlich nicht mehr funktioniert
Röhren sind keine Mülleimer. Sie sind schmal, dunkel und reagieren auf alles, was nicht ins System gehört — besonders in deutschen Altbauten mit älteren Rohren.
- Anzeichen für Probleme: stehendes Wasser, unangenehmer Geruch, gluckernde Rohre.
- Typische Kosten: Ein einfacher Einsatz beginnt oft bei etwa 80–120 € Anfahrt/Erststunde; größere Arbeiten können deutlich teurer werden.
- By the way: Im Winter macht Fett in Rohren Probleme schneller, weil es bei Kälte fester wird — also jetzt handeln.
Die 3 Dinge, die NIEMALS ins Abflussrohr gehören
1) Fett, Öl & Speisereste — der heimliche Rohreinbrecher
Ich habe oft gesehen, wie Menschen das heiße Bratfett einfach in den Ausguss kippen. Kurzfristig läuft es weg — nach Wochen wirkt es wie Kerzenwachs im Rohr.
- Warum gefährlich: Fett härtet aus, verbindet sich mit anderen Partikeln und bildet einen dichten Belag.
- Folgen: langsamer Ablauf, Geruch, langfristig kompletter Verschluss.
- Prävention: Fettreste in ein altes Glas oder Küchenrolle geben und über den Restmüll entsorgen.
Praktischer Hack: Nach dem Braten Pfanne mit Küchenpapier auswischen, dann heißes Wasser in den Müll (nicht ins Rohr). Für kleine Mengen: Öl in eine leere PET‑Flasche füllen und im Wertstoffhof abgeben oder in der Biotonne, falls erlaubt.

2) Feuchttücher, Wattestäbchen & Hygieneartikel — sie zersetzen sich nicht
Viele übersehen das: „Feucht“ heißt nicht „auflösend“. In meinen Einsätzen waren Feuchttücher der häufigste Grund für Blockaden in Haushalt und WC.
- Warum gefährlich: Diese Artikel verklumpen, verfangen sich an Rohrbögen und schaffen einen Kern, an dem weiteres Material hängen bleibt.
- Besonders kritisch: Windeln, Damenhygieneprodukte und Feuchttücher — auch wenn auf der Verpackung „flushable“ steht.
- Tipps: Immer in eine kleine geschlossene Tüte und in den Restmüll geben.
Metapher: Denk an dein Rohr wie an einen Fluss — Feuchttücher sind wie Reifen, die sich in einer Strömung verfangen und dann alles anstauen.
3) Aggressive chemische Rohrreiniger — kurzfristig Wirkung, langfristig Schaden
Ich habe Kunden gesehen, die nach dem Eingießen von Rohrsäure ein Leck hatten. Die Rohre (vor allem alte Metall- oder PVC‑Verbindungen) vertragen solche Chemie nicht gut.
- Warum gefährlich: Chemische Reiniger können Dichtungen angreifen, Rohrwände auslaugen und bei unsachgemäßer Anwendung starke Hitze entwickeln.
- Risiko: Beim Mischen mit anderen Reinigern entstehen giftige Gase — das kann gefährlich für dich und deine Nachbarn sein.
- Alternative: Mechanisch arbeiten (Pümpel, Spirale) oder einen Installateur rufen.
Wichtig: Wenn du bereits chemische Mittel verwendet hast und das Problem bleibt, warte nicht — ruf den Profi. Die Rechnung ist dann zwar da, aber ein verzögertes Eingreifen kann mehr kosten.
Konkreter Life‑Hack: So entfernst du eine Verstopfung ohne Chemie (Schritt für Schritt)
In meiner Praxis funktioniert diese Methode oft — bevor der Installateur kommen muss.

- Schritt 1: Stelle einen Eimer unter den Siphon (U‑Bogen).
- Schritt 2: Schraube die Überwurfmuttern des Siphons per Hand oder mit einer Wasserpumpenzange vorsichtig auf.
- Schritt 3: Zieh den Siphon ab, leere den Inhalt in den Eimer und entferne Haare/Fett mit Küchenpapier.
- Schritt 4: Reinig den Siphon mit heißem Wasser und Spülmittel; bei hartnäckigem Fett: kurz in heißem Essigwasser einweichen.
- Schritt 5: Setz alles wieder zusammen und prüf auf Dichtheit.
Tools und Ersatzteile bekommst du günstig bei Obi, Hornbach oder Bauhaus; Dichtungen kosten meist nur ein paar Euro. Wenn du unsicher bist, fotografiere die Teile und zeig das Bild im Baumarkt — die Verkäufer helfen oft praktisch weiter.
Wann du den Installateur rufen solltest
- Wenn Wasser trotz Reinigung weiterhin steht.
- Wenn es nach Abfluss reinigt und gleichzeitig Lecks oder feuchte Stellen an der Decke gibt.
- Wenn du Korrosionsspuren, starken Geruch oder Rost an den Rohren siehst.
In meiner Erfahrung zahlt sich schnelles Handeln aus — besser kurz 80–120 € investieren, als später mehrere hundert Euro für Rohrreparatur oder Wandtrocknung zu zahlen.
Letzte Tipps, die wirklich helfen
- Nutze Siebe im Spülbecken und in der Dusche — sie kosten ein paar Euro, sparen aber Aufwände.
- Gib keine Reste von Eierschalen, Kaffeesatz oder Kartoffelstärke ins Rohr — sie verklumpen.
- Vermeide regelmäßige Nutzung von Flüssigreinigern; einmal im Jahr mechanisch durchchecken lassen.
Und jetzt für das Beste: Kleine Gewohnheitsänderungen (z. B. Fett in den Restmüll statt in den Ausguss) kosten dich kaum Zeit, sparen aber Nerven und Geld.
Schlusswort: Behandle dein Abflussrohr wie deinen Geldbeutel — ein bisschen Vorsicht heute verhindert große Ausgaben morgen. Welche Abfluss‑Katastrophe ist dir schon passiert? Erzähl es in den Kommentaren — ich antworte oft persönlich mit einem Tipp.









