Ich habe bemerkt, wie schnell ein einzelnes Beet meine Tomaten und Bohnen ruinieren kann — und meistens beginnt es unscheinbar. Viele Gärtner in Deutschland pflanzen Kapuzinerkresse als hübsches Beiwerk, ohne zu merken: sie zieht Blattläuse und Co. wie ein Magnet an. Wenn du jetzt pflanzt oder dein Gemüse kontrollierst, solltest du das sofort prüfen.
Warum Kapuzinerkresse oft falsch verstanden wird
Kapuzinerkresse (Lat. Tropaeolum majus) ist beliebt: bunte Blüten, essbar, bienenfreundlich. In meiner Praxis habe ich jedoch wiederholt gesehen, dass das hübsche Kraut eine Kehrseite hat.
- Viele übersehen: Kapuzinerkresse wirkt als sogenannte „Lockpflanze“ für Blattläuse.
- Blattläuse vermehren sich auf der Kresse schneller als auf empfindlichen Kulturen wie Tomaten, Bohnen oder Erbsen.
- Ein einmal angesiedelter Befall springt leicht auf Nachbarpflanzen über — besonders bei milden Wintern und warmen Frühlingen in Deutschland.
Wie sie Schädlinge ins Gemüsebeet zieht
Aphiden lieben die weichen Triebe und den Nährstoffmix der Kapuzinerkresse. Das ist kein Drama, wenn du die Kresse bewusst als Fallenpflanze nutzt — aber die meisten lassen sie wild wachsen.

- Lockwirkung: Duft und zarte Triebe ziehen fliegende Blattläuse an.
- Brückenfunktion: Läuse wandern von Kresse zu benachbarten Gemüsepflanzen.
- Vermehrungsgeschwindigkeit: Auf Kresse explodieren Populationen oft innerhalb von Tagen.
Wann Kapuzinerkresse nützlich sein kann
By the way: Es gibt einen Grund, warum alte Gärtner die Kresse trotzdem schätzen. Richtig eingesetzt ist sie ein nützliches Werkzeug.
- Als gezielte Lockpflanze am Beetrand fängt sie Schädlinge, bevor sie ins Beet laufen.
- Eigenschaften: Bienen und Nützlinge wie Marienkäfer besuchen die Blüten.
- Also: der Trick ist nicht, sie zu verbieten, sondern klug zu platzieren.
Praktische Gegenmaßnahmen — so handelst du jetzt
Ich zeige dir einen einfachen Plan, den ich in meinem Garten teste. Er funktioniert auch in deutschen Kleingärten und auf Balkonkästen.

- Schritt 1: Standort ändern — Pflanze Kapuzinerkresse nur in Töpfe an Beetkante oder auf Abstand (mind. 1 m von empfindlichen Kulturen).
- Schritt 2: Regelmäßig kontrollieren — einmal wöchentlich auf Blattläuse prüfen, besonders im Frühling.
- Schritt 3: Lockpflanze opfern — bei starkem Befall Topf entfernen oder abreißen, bevor Läuse aufs Gemüse springen.
- Schritt 4: Natürliche Helfer einsetzen — Marienkäfer oder Florfliegen fördern; Nützlinge kann man im Gartencenter oder online kaufen.
- Schritt 5: Sofortmaßnahme bei Sichtbefall — Blattläuse mit starkem Wasserstrahl abspritzen oder ein sanftes Seifenwasser-Spray (1 TL biologisch abbaubare Flüssigseife auf 1 l Wasser).
Ein konkreter Life-Hack (Step-by-step)
Viele übersehen diesen einfachen Kniff: Nutze die Kresse gezielt als Lebendfalle — aber kontrolliert.
- Pflanze Kapuzinerkresse in kleine Töpfe (12–15 cm) — nicht direkt ins Beet.
- Stelle 3–4 Töpfe entlang der Windrichtung, aus der Blattläuse kommen (bei uns oft von Süden/Osten).
- Kontrolliere jeden Topf zwei Mal pro Woche; bei Läusen die befallenen Triebe entfernen und Topf temporär einlagern.
- Wenn ein Topf zur Brutstätte wird: Topf für 48 Stunden in einen Plastikbeutel legen (Läuse isolieren) und dann entsorgen oder gründlich reinigen.
Was du im deutschen Gartenmarkt findest
In Gartenmärkten von OBI bis Dehner bekommst du geeignete Töpfe, Nützlinge und biologisches Insektizid. Bei milden Frühlingswetter in Deutschland steigt die Nachfrage — also schau frühzeitig vorbei oder bestelle online.
- Biologische Seife und Neemöl sind in den meisten Gartencentern erhältlich.
- Nützlinge (Marienkäferlarven) kosten je nach Anbieter wenige Euro; eine lohnende Investition bei starkem Befall.
Und jetzt für die spannendste Frage: Wenn du Kapuzinerkresse nutzt — setzt du sie bewusst als Falle oder pflanzt du sie dekorativ mitten ins Beet? Teile deine Erfahrungen unten!









