Deine Schuhe bleiben nach jedem Spaziergang in Berlin oder München mit Streusalz und Eis verschmutzt? Ich habe das gleiche erlebt — und eine billige Spraydose aus dem Baumarkt hat mir öfter geholfen als teure Pflegemittel. Lies weiter, weil ich dir gleich zeige, wann WD‑40 wirklich nützt, wann es deine Schuhe ruiniert und wie du das Risiko klein hältst.
Was WD‑40 wirklich kann — und was nicht
Ich habe WD‑40 in der Winterzeit oft in der Hand gehabt: am Auto, an der Haustür — und ja, an Schuhen. Kurz gesagt:
- WD‑40 verdrängt Feuchtigkeit und löst hartnäckige Salzkrusten.
- Es schützt Metallteile (Ösen, Reißverschlüsse) effektiv vor Korrosion — ein dünner Schutzfilm, nichts Magisches.
- Als Lösungsmittel kann es Kleber und Imprägnierungen angreifen; auf empfindlichen Materialien verändert es Farbe und Struktur.
Warum Hersteller schweigen
Viele Schuhhersteller raten gegen Sprays wie WD‑40, weil sie Ausdünstungen, Verfärbungen oder reduzierte Atmungsaktivität verursachen können. In meinen Tests zeigt sich: auf Metall ist es praktisch, auf Leder riskant.

Die sichere Anwendung — wo WD‑40 hilft
Viele übersehen einfache Stellen, an denen WD‑40 nützlich ist. In meiner Praxis habe ich folgende Anwendungen als sinnvoll empfunden:
- Metallösen und Reißverschlüsse: verhindert Festfressen durch Streusalz.
- Gummi‑ und Kunststoffteile (z. B. harte Sohlenränder): löst Salzablagerungen.
- Als Vorbehandlung vor dem Reinigen: macht hartnäckigen Dreck lösbar.
Und wo du es niemals verwenden solltest
Ich habe gesehen, wie Leute es auf Glattleder oder Nubuk sprühen — das endet meist mit dunklen Flecken oder trockenem Leder. Also:
- Finger weg von Glattleder, Velours/Nubuk und membranführenden Materialien (z. B. Gore‑Tex).
- Keine großflächigen Sprays auf der Schuhoberfläche — es ist ein punktuelles Hilfsmittel.
- Nicht auf Profilflächen sprühen ohne Test: WD‑40 kann die Haftung reduzieren.
Praktischer Lebensretter: Schritt‑für‑Schritt gegen Streusalz
Dieser Hack hat mir im letzten Winter mehrere Paar Schuhe gerettet. Du brauchst: WD‑40 (Dose ca. 4–7 € in Obi/Bauhaus oder Amazon DE), ein weiches Tuch, alte Zahnbürste, mildes Spülmittel oder Essig, Lederfett/Imprägnierpflege, Handschuhe.
- 1) Testen: Sprühe etwas WD‑40 auf ein unauffälliges Stück — warte 10 Minuten.
- 2) Metallteile: dünn aufs Tuch sprühen, Ösen und Reißverschlüsse abreiben.
- 3) Gummi/Kunststoff: WD‑40 aufs Salz sprühen, 1–2 Minuten einwirken lassen, dann mit Zahnbürste abbürsten.
- 4) Lederflecken zuerst mit Essig/Wasser 1:1 behandeln, dann sanft abwischen — WD‑40 nur als allerletztes Mittel.
- 5) Nachbehandlung: Leder unbedingt mit Lederfett oder Pflegemittel konditionieren; Textil/Canvas leicht imprägnieren.
- 6) Trocknen lassen — NIE auf der Heizung, lieber an der Luft oder nahe einer milden Wärmequelle.

Alternativen aus dem deutschen Alltag
Wenn du skeptisch bist (berechtigt!), greif zu diesen Optionen, die wir in Deutschland leicht bekommen:
- Imprägnierspray (z. B. Nikwax, Collonil) — fürs Textil und Leder.
- Wachs/Beeswax für Glattleder — bildet eine wasserabweisende Schicht.
- Spezial‑Silikonsprays für Reißverschlüsse und Metalle, weniger aggressiv als WD‑40.
Ein Bild, das hilft
Stell es dir so vor: WD‑40 wirkt auf Metall wie ein dünner Regenmantel — schützt kurzfristig vor Salz. Auf Leder wirkt es oft wie Öl auf Pullover: es dringt ein und verändert die Oberfläche.
Meine abschließende Warnung
WD‑40 ist kein Wunderzeug für alle Fälle. Ich benutze es gezielt, punktuell und immer mit Nachpflege. Es ist zudem entzündlich — also draußen verwenden und Dose richtig entsorgen (Gelber Sack/ Wertstoffhof, je nach Region).
Und jetzt du: Hast du WD‑40 schon mal an Schuhen ausprobiert — mit welchem Ergebnis? Teile deine Erfahrungen, vielleicht lernen wir zusammen den besten Wintertrick für deutsche Straßen.









