Der Abfluss staut sich wieder und das Wasser bleibt stehen — sonntags, kurz vor dem Essen. Du überlegst, ob du den Klempner rufen oder das teure Rohrfrei riskieren sollst. Ich habe es ausprobiert und war überrascht, wie oft ein simples Päckchen Backpulver hilft.
Warum du das jetzt lesen solltest: Dieser Trick kostet ein paar Cent, ist in jedem deutschen Supermarkt (DM, Rossmann, REWE) zu haben und kann dir den Wochenendeinsatz eines Installateurs sparen. Aber Achtung — es funktioniert nicht immer und falsch angewendet kann es schaden.
Warum Backpulver überhaupt wirkt
Kurz: Es schäumt. Wenn Backpulver auf eine Säure trifft, entsteht Kohlendioxid – das blubbert Schmutz und Fett etwas los. In meiner Küche in Berlin habe ich diesen Effekt öfter gesehen: das Wasser bewegt sich, der Geruch reduziert sich.
Wichtig: Backpulver ist nicht dasselbe wie Natron (Natriumbicarbonat). Natron reagiert stärker mit Essig. Backpulver enthält zusätzlich Stärke und Säuerungsmittel, arbeitet also etwas sanfter — manchmal ein Vorteil, manchmal weniger effektiv.
Wann es Sinn macht
- Leichte Verstopfungen durch Haare, Seifenreste oder Essensreste.
- Wenn der Abfluss langsam läuft, aber noch nicht völlig blockiert ist.
- Bei unangenehmem Geruch aus dem Abfluss.
Wann du es nicht versuchen solltest
- Wenn das Wasser völlig steht und schon auf Nachbarschafts-Niveau (aka Überschwemmung) ist.
- Bei starken Fettverkrustungen in der Leitung — da hilft meist nur mechanisch oder mit professionellen Mitteln.
- Wenn du bereits chemische Rohrreiniger (Säuren/Alkalien) verwendet hast — gefährliche Reaktionen möglich.

So machst du es richtig — meine getestete Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ich habe das mehrfach in alten Mietwohnungen und bei Freunden probiert. Folge genau:
- 1. Entferne grobe Rückstände aus dem Sieb oder der Ablauföffnung.
- 2. Gib rund 2–3 Esslöffel Backpulver direkt in den Abfluss.
- 3. Gieße etwa 100–150 ml Essig (normale Tafelessig oder Essigessenz verdünnt) darüber — es beginnt sofort zu schäumen.
- 4. Verschließe die Spüle (Stöpsel oder ein feuchtes Tuch) und warte 15–30 Minuten.
- 5. Spüle mit heißem Wasser nach (kochendes Wasser bei Kunststoffrohren vermeiden).
Pro-Tipp: Wenn du Natron statt Backpulver hast, wirkt die Kombination mit Essig oft kräftiger. In den meisten deutschen Haushalten findest du beides im Supermarkt (ca. 0,50–2 €).
Praktische Alltagstipps, die ich gelernt habe
- Verwende regelmäßig einmal im Monat die Backpulver-Essig-Kombi, um Gerüche vorzubeugen.
- Bei Fettablagerungen: Vor dem Backpulver mit heißem Spülwasser (Spülmittel) nachspülen, um oberflächliches Fett zu lösen.
- Vermeide die Kombination mit Bleichmitteln oder starken Abflussreinigern — gefährliche Chemie kann entstehen.
- Für Hausbesitzer: In Gegenden mit hartem Wasser (z. B. viele Regionen Deutschlands) hilft häufiger Reinigen gegen Kalkansammlungen.
Was tun, wenn es nicht klappt?
Manchmal bleibt das Wasser trotzdem stehen. Dann habe ich zwei bewährte nächste Schritte:

- Mechanisch nachhelfen: Pömpel (Saugglocke) anwenden — oft reicht das, besonders bei Haaren.
- Sanfte Spirale/Handschneck: Für tiefere Verstopfungen, die nicht chemisch gelöst werden.
Wenn alles versagt: Ruf einen Klempner. In Deutschland kostet ein Notdienst am Wochenende schnell 80–150 € plus Material — da ist der Versuch mit Backpulver die günstigere erste Option.
Letzte Warnung — kurz und klar
Backpulver ist kein Allheilmittel. Bei starken Verstopfungen, sichtbaren Lecks oder wenn schon chemische Reiniger im Spiel sind, ist Handeln vom Profi nötig. Und: niemals verschiedene chemische Reiniger mischen.
Mein Fazit
Für schnelle, kleine Probleme ist Backpulver ein günstiger, umweltfreundlicher Versuch — fast so, als würdest du den Abfluss kurz durchpusten. Es spart oft Zeit, Geld und diesen kleinen Stress am Wochenende.
Hast du das schon ausprobiert — oder eine noch ungewöhnlichere Hausmittel-Story aus deiner Küche? Schreib unten: Was hat bei dir geholfen?









