Warum Köche immer Speiseöl in Nudelwasser geben – und Sie nicht

Sind Ihre Nudeln nach dem Kochen klebrig, die Soße rutscht ab oder haben Sie sich gefragt, warum manche Köche beim Kochen ein paar Esslöffel Öl ins Wasser kippen? Das sieht in Profi-Küchen aus wie ein Geheimtrick – und verteilt sich in jedem Rezept-Forum. Lesen Sie das jetzt, wenn Sie beim nächsten Abendessen keine klebrigen Spaghetti servieren wollen.

Warum Profis manchmal Öl benutzen

Ich habe in meiner Zeit in Restaurants beobachtet, wie Köche manchmal Öl ins Nudelwasser geben — aber selten aus dem Grund, den Hobbyköche vermuten.

  • Manchmal dient das Öl als Schutz für große Pastaportionen beim Warmhalten: Wenn mehrere Chargen nacheinander gekocht werden, hilft ein hauchdünner Ölfilm, dass Nudeln nicht sofort zusammenkleben.
  • Bei sehr fetthaltigen Saucen (z. B. viele Meeresfrüchte in Olivenöl) wird Öl im Nudelwasser gelegentlich zur Geschmackskontinuität eingesetzt.
  • In hektischen Küchen ist es ein schneller Trick, um Optik zu verbessern — ein glänzenderes Produkt verkauft sich besser.

Aber Achtung: Das ist nichts für Zuhause

Für die normale Heimküche ist Öl im Nudelwasser meist überflüssig oder kontraproduktiv. Ich habe das mehrfach getestet: Das Öl schwimmt oben, verbindet sich kaum mit den Nudeln und schafft Probleme beim Emulgieren der Sauce später.

Was tatsächlich passiert — kurz und klar

  • Öl bleibt auf der Wasseroberfläche und kommt kaum an die Pasta.
  • Es verhindert, dass Sauce richtig an den Nudeln haftet — die Soße rutscht eher ab.
  • Bei großen Mengen oder beim Warmhalten kann es das Ankleben kurz reduzieren, aber nur oberflächlich.

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Das bessere, einfache Kochgesetz

Viele übersehen die Basis: Die richtige Technik schlägt Tricks. Ich habe mich auf ein paar simple Regeln verlassen, die in deutschen Küchen (von Studentenküche bis Familienhaushalt) immer funktionieren.

  • Genügend Wasser: Rechne mit etwa 1 Liter pro 100 g Pasta. In deutschen Töpfen reicht das für gleichmäßig viel Platz.
  • Ausreichend Salz: Rund 10 g (ca. 1 EL) pro Liter Wasser – das gibt Geschmack von innen. In Rewe, Lidl oder Aldi kostet das nichts extra und macht einen Unterschied.
  • Rühren in den ersten 60–120 Sekunden verhindert Kleben besser als Öl.
  • Ein Schluck Nudelwasser (ein paar Esslöffel) hilft, Sauce und Pasta zu binden — nicht das Öl.

Metapher

Das Öl ins Wasser zu kippen ist wie Lack auf eine feuchte Zitrone zu sprühen: Sie mag kurz glänzen, aber es löst nicht das eigentliche Problem.

Der praktische Life-Hack, den ich täglich nutze

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die bei mir in schnellen Berliner Abendessen und bei Familienessen in der Provinz funktioniert:

  • Fülle den Topf: 1 Liter Wasser pro 100 g Pasta.
  • Salze stark, wenn das Wasser kocht: ca. 10 g Salz pro Liter.
  • Gib die Pasta ins kochende Wasser, sofort umrühren — einmal kräftig, nach 30–60 Sekunden noch einmal.
  • Kochzeit wie auf der Packung, aber probiere 1–2 Minuten vorher — al dente ist oft besser.
  • Bevor du abgießt, schöpf 100–200 ml Nudelwasser auf — das ist deine Bindung für die Sauce.
  • Sauce in die Pfanne, Pasta dazu, ein Schluck Nudelwasser, 30 Sekunden zusammen schwenken — so haftet die Sauce richtig.

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Warum manche Rezepte trotzdem Öl empfehlen

Es gibt Ausnahmen:

  • Wer Pasta für Salate vorkocht, kann einen Teelöffel Öl ins Wasser geben, um das Verkleben beim Abkühlen zu mindern.
  • Industriell hergestellte Nudeln oder spezielle Sorten verhalten sich anders.
  • Wenn Nudeln lange stehen müssen (Buffet), hilft Öl kurzfristig beim Verhindern von Klumpen.

Regionaler Tipp für Deutschland

In deutschen Haushalten sind preiswerte Sonnenblumen- oder Rapsöle von Aldi/Lidl/Rewe ideal für den Herd — aber spare dir das für Salatdressings oder Braten. Für die Pasta-Performance sind gutes Salz und etwas Nudelwasser die bessere Investition als teures Olivenöl.

Übrigens: In nassen Wintermonaten, wenn man sich nach schneller, warmer Küche sehnt, bringt die richtige Technik mehr Komfort als jeder Küchen-Trick.

Mein Fazit: Köche haben ihre Gründe für Öl im Nudelwasser — meistens pragmatisch und selten geschmacksrelevant. Für dich zu Hause ist es aber fast immer besser, die klassischen Schritte zu beherzigen: genug Wasser, ordentlich salzen, früh rühren und Nudelwasser behalten.

Welche kleine Küchenregel hat bei dir die größte Wirkung gezeigt? Teile deinen besten Trick — ich bin neugierig, was in deutschen Küchen wirklich funktioniert.

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

Artikel: 1930

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