Schwarze, schmutzige Fugen nach dem Winter? Du bist nicht allein — das nervt, sieht unordentlich aus und taucht meist genau dann auf, wenn Besuch kommt. Ich habe bemerkt, dass viele Handwerker und Hausmeister in Deutschland heimlich zu einer simplen Waffe greifen: der ausgedienten Zahnbürste. Lies weiter, wenn du schnell, günstig und mit wenig Risiko sauber machen willst — aber bevor du loslegst, gibt’s wichtige Fallen, die du kennen musst.
Warum diese Methode so beliebt ist (und warum sie oft verboten wirkt)
In meiner Praxis beim Renovieren von Altbau-Wohnungen habe ich gesehen, wie oft Profi‑Teams zu selbstgebauten Tools greifen, weil sie praktisch sind. Alte Zahnbürsten sind klein, flexibel und erreichen Ecken, die selbst teure Profi-Bürsten nicht schaffen.
- Sie sind gratis — in jeder deutschen WG oder bei Großeltern liegen Haufen davon herum.
- Ideal für enge Fugen, Silikonränder und Fliesenleisten.
- Schnell einsetzbar: kein Gang zu Bauhaus, Obi oder dem Drogeriemarkt.
Aber es gibt einen Grund, warum manche sagen, die Methode sei „verboten“: unsachgemäßer Einsatz kann Fugen, Glasur oder Dichtungen beschädigen. Wer zu aggressiv schrubbt, riskiert Kratzer und neue Feuchtigkeitsschäden.
Wann du die Zahnbürste besser liegen lässt
- Bei empfindlicher Glasur oder polierten Natursteinfliesen — hier sind Kratzer fatal.
- Wenn die Fuge porös oder bröckelig ist — dann brauchst du Fachleute.
- In Mietwohnungen: größere Eingriffe (z. B. Entfernen von Fugenmasse) ohne Absprache vermeiden — dein Vermieter kann Forderungen stellen.

Was du stattdessen benutzen kannst — schnelle Alternativen
Wenn du nicht riskieren willst, zu viel zu beschädigen, probiere erst diese schonenderen Methoden:
- Spezielle Fugenbürsten aus dem Drogeriemarkt (Rossmann, dm) — kosten selten mehr als 3–6 €.
- Sauerstoffbleiche (Soda oder „Sauerstoffbleiche“) statt Chlor — in Deutschland in jedem Supermarkt.
- Dampfgerät: schonend, aber teurer; mietet man manchmal beim Baumarkt.
Der echte Handwerker-Hack: So nutzt du die alte Zahnbürste richtig
Und jetzt für den praktischsten Teil. Ich habe diese Methode mehrfach getestet — in meinem Badezimmer, bei Freunden und in einer Mietwohnung (mit Einverständnis). Das Ergebnis: schnell sichtbare Verbesserung, wenn du sauber und vorsichtig arbeitest.
Wichtig: Teste immer zuerst an einer unauffälligen Stelle.
- Du brauchst: eine alte Zahnbürste (mittlere Borsten), Waschhandschuhe, Schutzbrille, eine Schüssel, warmes Wasser, Backpulver oder Soda, und optional Essig oder Sauerstoffbleiche.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1) Reinigen: Entferne losen Schmutz mit warmem Wasser und Seife.
- 2) Paste anmischen: 1 Teil Backpulver oder Soda + 1 Teil Wasser → dicke Paste. Für stumpfe Schimmelstellen Sauerstoffbleiche laut Packungsanleitung verwenden.
- 3) Auftragen: Paste auf die Fuge geben. Kurz einwirken lassen (5–10 Minuten).
- 4) Bürsten: Mit der Zahnbürste in kleinen kreisenden Bewegungen arbeiten — weniger Druck, mehr Ausdauer. Bei hartnäckigen Stellen eher wiederholen statt drücken.
- 5) Nachspülen: Mit warmem Wasser abspülen und mit einem Lappen trocknen. Bei sichtbarem Schimmel Essig nur punktuell und sparsam verwenden.
- 6) Abschluss: Fugen versiegeln (mit Dichtstoff) nur wenn nötig — das ist ein separater Job, der oft professionelle Arbeit erfordert.
Tipps, die kaum jemand teilt
- Schneide die Borsten nicht zu kurz — kurze Borsten geben zu viel Druck auf eine kleine Fläche und führen zu Kratzern.
- Für Silikonränder: lieber eine weiche Zahnbürste + mildes Reinigungsmittel; scharfe Chemie greift Silikon an.
- Wenn du in einer Mietwohnung bist: mach Fotos vor und nach der Reinigung — so schützt du dich gegen unnötige Forderungen vom Vermieter.
- In Deutschland sind viele Baumärkte im Winter überfüllt — mit dieser Methode sparst du Zeit und ein paar Euro (ein Fugenkratzer kostet oft 5–15 €).

Risiken und wie du sie minimierst
Die Methode ist nicht magisch. Fehler führen zu teuren Folgearbeiten — neue Fuge, Austausch kaputter Fliesen, Schimmelbeseitigung.
- Immer Schutzbrille tragen: Schmutzpartikel und Chemie spritzen schnell.
- Keine bösen Kombinationen: Backpulver + Essig ergibt CO2, aber keine Wunderwirkung gegen tiefsitzenden Schimmel.
- Bei großflächigem Schimmel oder Wasserschaden fachlichen Rat einholen — das ist kein DIY-Fall.
Ich habe erlebt, wie eine einfache Zahnbürste einer kleinen Wohnungsküche wieder Leben einhauchte — aber auch, wie zu viel Eifer eine schöne Fliese ruinierte. Moral: weniger Gewalt, mehr Geduld.
Fazit
Alte Zahnbürsten sind kein Allheilmittel, aber ein praktischer, kostensparender Hack für punktuelle Fugenreinigung — besonders, wenn du kurzfristig Gäste erwartest oder schnelle Schönheitskorrekturen brauchst. Teste zuerst, arbeite sanft und kenne die Grenzen deiner Situation, besonders in Mietwohnungen.
Und jetzt interessiert mich: Hast du schon mal eine alte Zahnbürste auf diese Art benutzt — mit Erfolg oder Drama? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.









