Strom- und Gaspreise schlagen dieses Jahr bei vielen Haushalten tief ins Portemonnaie. Du drehst die Heizung auf — und trotzdem friert die Wand. Wenn du jetzt schnell und günstig einsparen willst, kann eine einfache Reflexionsfolie wahre Wunder tun.
Ich habe bemerkt, dass schon kleine Maßnahmen wie diese im Winter deutlich spürbar sind — und schnell sichtbar auf der nächsten Rechnung.
Warum das wirklich etwas bringt
Wie Wärme hinter dem Heizkörper verloren geht
Radiatoren geben Wärme sowohl durch Strahlung als auch durch Konvektion ab. Ein großer Teil der Strahlungsenergie geht in die kalte Außenwand hinter dem Heizkörper — wie Licht, das gegen eine dunkle Wand prallt und verschluckt wird.
Eine reflektierende Schicht lenkt diese Strahlung zurück in den Raum. Besonders bei Altbauwänden ohne Dämmung ist der Effekt deutlich.

Was du realistischerweise erwarten kannst
- Moderne, gut gedämmte Wohnungen: meist nur 5–10% Einsparung.
- Altbau mit dünner Außenwand: Einsparungen von 15–30% möglich — je nach Zustand der Wand.
- Die Folie ersetzt keine Dämmung, aber sie ist eine sehr günstige Zwischenlösung, die sofort wirkt.
So montierst du die Folie richtig (Schritt für Schritt)
Viele übersehen einfache Details; ich zeige dir, wie du es so machst, dass die Folie tatsächlich spart und kein Schimmelrisiko entsteht.
Materialien
- Reflexionsfolie aus dem Baumarkt (z. B. „Heizkörper-Isolierfolie“) oder reflektierende Alu-Isolierplatten.
- Maßband, Cutter/Schere, doppelseitiges Montageband oder speziellem Tapetenkleister.
- Optional: ein Infrarot-Thermometer (bei OBI/Hornbach leihbar) für Messungen.
Montage — Schritt für Schritt
- 1) Messen: Breite und Höhe des Heizkörpers + 5 cm Überstand nach oben/unten.
- 2) Zuschneiden: Folie oder Platte maßgerecht zuschneiden.
- 3) Reinigung: Wand hinter dem Heizkörper abwischen (Staubfrei), sonst hält das Klebeband nicht.
- 4) Befestigen: Folie direkt an die Wand kleben — nicht am Heizkörper. Die Folie sollte bündig zur Wand sitzen.
- 5) Abstand prüfen: Der Heizkörper sollte 1–3 cm Abstand zur Wand behalten, damit Konvektion nicht blockiert wird.
- 6) Testen: Nach ein paar Tagen mit offenem Fenster kurz Temperaturcheck mit IR-Thermometer oder einfach per Hand prüfen.
Günstig vs. Profi: Welche Folie kaufen?
- Supermarkt-Alufolie (Backfolie) ist kurzfristig möglich, reißt aber leicht und sieht unschön aus.
- Speziell beschichtete Heizkörper-Isolierfolie aus dem Baumarkt (OBI, Hornbach, Bauhaus) kostet meist 5–20 € pro Meter und ist langlebig.
- Alu-beschichtete Dämmplatten sind teurer, liefern aber besseren Langzeitnutzen bei feuchten Wänden.
Risiken & Stolperfallen
- Wenn die Wand bereits feucht oder schimmelig ist: keine Folie ohne Sanierung anbringen — das kann das Problem verschlimmern.
- Folie direkt am Heizkörper befestigen? Lieber nicht — das stört die Luftzirkulation.
- Bei Fußbodenheizung oder Heizkörpern mit großer Luftzirkulation ist der Effekt kleiner.
Wie du den Effekt wirklich nachweist (ein Life‑Hack)
Ich mache das so: Zuerst eine Woche ohne Folie die Raumtemperatur, Thermostatstellung und Heizkosten notieren. Dann die Folie anbringen, zwei Wochen warten und erneut messen. Für genauere Ergebnisse:

- Verwende ein Infrarot-Thermometer: Messe Wandtemperatur vor und nach der Installation.
- Halte Thermostatstufen konstant — verändere sonst nichts am Heizverhalten.
- Vergleiche Gas-/Stromverbrauch über identische Zeiträume (je nach Abrechnung monatlich).
Praktische Tipps, die kaum jemand nutzt
- Installiere die Folie nur an der Wandfläche, die direkt hinter dem Heizkörper liegt — so sparst du Material und Arbeit.
- Bei empfindlichen Tapeten erst Kleber an einer unsichtbaren Stelle testen.
- Kombiniere Folie mit kleiner Thermostat-Optimierung: 1° runter = ca. 6% weniger Verbrauch.
By the way: In Deutschland verkauft fast jeder Baumarkt diese Folien und oft gibt es sie sogar preiswerter online. Für Studentenwohnungen reicht oft die günstige Variante für unter 10 € — probier’s an einem Heizkörper.
Fazit
Alufolie hinter dem Heizkörper ist kein Zauber, aber eine praktische, günstige Sofortmaßnahme, die besonders in Altbauwohnungen echte Einsparungen bringt. Wichtig ist richtige Montage und Verständnis für Grenzen (Feuchtigkeit, Dämmzustand).
Hast du das schon mal ausprobiert — oder willst du lieber eine Profi-Dämmung? Schreib deine Erfahrung oder Frage in die Kommentare: Welche Wohnungstyp hat bei dir am meisten gespart?









