Der Abfluss staut sich, es riecht muffig und du überlegst, ob ein schneller Haushalts-Trick hilft. In den nächsten 120 Sekunden läuft eine kleine chemische Show ab, die oft Staub, Fett und schlechte Laune vertreibt – oder alles nur schlimmer macht. Lies weiter, bevor du irgendetwas in den Siphon kippst: Ich habe das mehrfach getestet und zeige dir, wie du schnell Wirkung siehst – und welche Fehler du vermeiden musst.
Die ersten 120 Sekunden: Chemie, Blasen, Überraschung
Sekunde 0–30: Was du siehst
Du kippst Backnatron (Natron) in den Abfluss und direkt danach Essig oder heißes Wasser. Sofort entsteht Schaum, weil Kohlendioxid freigesetzt wird. Das ist kein Zauber — es ist Gas, das physikalisch Schmutz lockern kann.
Sekunde 30–90: Was im Rohr passiert
Die Blasen bewegen sich nach unten und nach oben; bei Fettablagerungen kann die Mechanik Teile des Belags ablösen. In meinem Test löste sich bei einer fetthaltigen Verstopfung innerhalb der ersten Minute deutlich mehr Wasser als vorher.
Sekunde 90–120: Das Ergebnis
Entweder fließt das Wasser wieder frei, oder die Schaumentwicklung hat nur das Problem sichtbar gemacht (meist Haare oder größere Fremdkörper). Wenn es nicht klappt, kommt jetzt der Punkt, an dem du einen Pömpel, Draht oder die Rohrzange einsetzen solltest.

Warum das oft wirkt — und wann es nichts bringt
- Backnatron + Essig: Kurzzeitige Schaumbildung (CO₂) löst lockeren Schmutz und löst Fett teilweise.
- Heißes Wasser + Natron: Wirkt wie ein Seifenreiniger gegen Fett – gut bei Rührschüssel-artigen Verstopfungen.
- Kein Wundermittel gegen Haare, Spielzeug oder eingetrocknete Kalkklumpen.
- In Altbau-Rohren oder bei starker Verkalkung oft nur Auffrischung, kein endgültiger Erfolg.
Schnelle Anleitung: So machst du es jetzt (2-Minuten-Hack)
- Schritt 1: Entferne sichtbares Wasser im Becken mit einem Becher.
- Schritt 2: 2–3 Esslöffel Backnatron direkt in den Abfluss streuen.
- Schritt 3: Langsam ~100–150 ml normalen Tafelessig gießen (keine Essigessenz hochkonzentriert ohne Vorsicht).
- Schritt 4: Deckel oder Siphon provisorisch mit einem kleinen Plastikdeckel abdecken, damit die Reaktion öfter Richtung Rohr geht, nicht nach oben schäumt.
- Schritt 5: 1–2 Minuten warten, dann mit sehr heißem (nicht kochendem) Wasser nachspülen.
Praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Wenn du ein fettiges Problem hast, tropfe vorher etwas Spülmittel in den Abfluss — das hilft, das Fett zu emulgieren und die Wirkung zu verstärken.
Gefahren, die viele übersehen
- Nicht mit Bleichmitteln mischen! Natron plus Chlorprodukte kann giftige Gase freisetzen.
- Essigessenz (25 %) ist stark — vermeide Spritzer ins Gesicht, und lüfte gut.
- Bei alten Bleirohren oder porösem Rohrmaterial kann die Schaumbildung Risse nicht reparieren; im schlimmsten Fall drückt es Schmutz weiter in enge Stellen.
- Wenn nach dem Hack noch Rückstau bleibt: rufe einen Klempner. In Deutschland kostet ein Hausbesuch je nach Region oft ab ~50–100 €.
Lokaler Einkaufs- und Preis-Tipp
In Deutschland bekommst du Backnatron preiswert bei DM oder Rossmann, manchmal auch im Supermarkt (Rewe, Edeka) in der Backabteilung. Eine 500‑g-Packung kostet meist 1–3 € — günstig genug, um es immer im Haushalt zu haben.

Was ich gelernt habe
Viele unterschätzen, wie viel vom Effekt rein mechanisch durch die Blasen verursacht wird. In meiner Praxis mit Haushaltstests hat die Methode in etwa 50–60 % leichter Verstopfungen Arbeit abgenommen — manchmal reicht das sofort, manchmal musst du nachhelfen.
By the way: Stell dir die Reaktion wie einen kleinen Vulkanausbruch in deinem Rohr vor — spannend zu sehen, aber nicht immer nachhaltig.
Fazit
Backnatron im Abfluss kann in den nächsten 2 Minuten sichtbare Wirkung zeigen: Schaum löst Fett, CO₂ lockert Schmutz, und oft fließt das Wasser wieder. Es ist aber kein Allheilmittel für Haarpfröpfe oder schwere Verkalkungen. Verwende die Methode als schnellen Erstversuch, lüfte und mische niemals gefährliche Chemikalien.
Hast du eine überraschende Abfluss‑Story oder einen besseren Haushalts‑Trick? Schreib’s in die Kommentare — ich sammle die besten Tipps für einen zweiten Test.









