Du stellst ein Päckchen Backpulver (oder Natron) hinter den Kühlschrank und hoffst auf weniger Gerüche und niedrigere Stromkosten? Ich habe das ausprobiert — und war überrascht, wie viele Leute diesen einen simplen Tipp blind weitergeben.
Warum das wichtig ist: Bei den heutigen Strompreisen in Deutschland suchst Du jede echte Einsparung. Aber manche Hacks sind Zeit- und Geldverschwendung — oder sogar kontraproduktiv.
Warum dieser Tipp so beliebt ist — und warum er trotzdem falsch führt
Viele Hausblogs und Nachbarschafts-Gurus empfehlen Backpulver „gegen Feuchtigkeit und für bessere Effizienz“. Ich habe in meiner Praxis beobachtet, dass das vor allem aus Bequemlichkeit weitergetragen wird.
- Verwechslung: In Deutschland sagen viele „Backpulver“, wenn sie eigentlich Natron meinen — chemisch nicht ganz das Gleiche.
- Geruch: Ein offenes Schälchen Natron neutralisiert leichte Kühlschrank-Gerüche, aber das ist etwas für innen, nicht für hinter dem Gerät.
- Wirkung auf Energie: In meinen Messungen gab es keine messbare Reduktion beim Stromverbrauch, wenn Backpulver hinter dem Kühlschrank stand.
Die falsche Logik: So denken manche Energieberater
Die Idee klingt simpel: Backpulver nimmt Feuchtigkeit/Schmutz auf, dadurch kühlt das Gerät besser, und der Kompressor läuft weniger. Klingt smart — aber es ist eine Kette aus Annahmen ohne Belege.
In Realität entscheidet die Wärmeabfuhr über die Rückseite die Effizienz. Ein staubiger Kondensator oder blockierte Luftzirkulation sind echte Probleme — kein Puder in einer Schale.

Was Backpulver tatsächlich hinter dem Kühlschrank macht
- Absorbiert Staub und Feuchtigkeit, wird verklumpt und ist dann nutzlos.
- Kann Feuchtigkeit halten, was zu Rost an Metallteilen führen kann.
- Zieht in seltenen Fällen Schädlinge an (Nestmaterial, Verunreinigung).
- Hat keinen Einfluss auf die Wärmeleitung der Kühlschrankrückseite.
Kurz gesagt: Es ist besser für die Geruchsneutralisation IN der Box — nicht als Energie-Hack hinten am Gerät.
Was Energieberater Dir meistens nicht sagen
Sie sprechen oft über effiziente Geräte oder Dämmung, aber selten über diese kleinen, praktischen Fehlerquellen, die Du selbst beheben kannst.
- Ein paar Zentimeter Abstand zur Wand sind wichtiger als das schön platzierte Natronpäckchen.
- Staub an den Kondensatorspulen erhöht den Stromverbrauch deutlich — das ist messbar.
- Türdichtung prüfen ist einfacher und wirksamer als alle Hausmittel zusammen.
Ein Vergleich, damit es klar wird
Stell Dir vor, Dein Kühlschrank ist eine Glühbirne: Du kannst mit Duftkerzen versuchen, den Raum zu erfrischen (Backpulver), oder Du vermeidest, dass die Birne heiß läuft (Coils reinigen). Ersteres fühlt sich gut an, letzteres spart wirklich Strom.
Konkrete Life-Hacks: Was wirklich funktioniert (Schritt-für-Schritt)
Hier meine erprobte Checkliste — schnell, günstig und in Deutschland leicht umsetzbar (Lidl, Aldi, dm, OBI haben alles).
- Schritt 1: Strommessgerät leihen/kaufen (Baumarkt oder online). Messe Verbrauch über 24h.
- Schritt 2: Kühlschrank vom Strom trennen und Rückwand freiblegen — Abstand kontrollieren (5–10 cm empfohlen).
- Schritt 3: Kondensatorspulen mit Staubsauger und Bürste reinigen (vorsichtig, nicht beschädigen).
- Schritt 4: Türdichtung testen: Eine DIN-A4-Seite zwischen Tür und Rahmen einklemmen — rutscht sie leicht raus, Dichtung austauschen.
- Schritt 5: Temperatur prüfen: Kühlschrank ~7 °C, Gefrierfach -18 °C. Führe Feineinstellungen durch.
- Schritt 6: Wenn Geruch das Problem ist: Stelle ein kleines offenes Gefäß mit Natron IN den Kühlschrank und wechsle es alle 4–6 Wochen.
Bonus-Hack: Wenn Dein Kühlschrank nahe einer Heizungsleitung oder Sonne steht, lohnt sich ein Umstellen — das spart meist mehr als ein neues Gerät.

Wann Backpulver sinnvoll ist — und wie Du es richtig benutzt
Backpulver/Natron kann helfen, aber nur in einem klaren Szenario:
- Im Inneren des Kühlschranks für leichte Gerüche.
- In einem offenen, trockenen Behälter — nicht in einer Plastiktüte.
- Regelmäßig ersetzen; ein verkrustetes Päckchen wirkt nicht mehr.
Wenn Du also an eine schnelle Lösung denkst: Natron gehört ins Innere, nicht hinter das Gerät.
Kurze Sicherheitswarnungen
- Nie Flüssigkeiten oder pastöse Mischungen direkt auf Metallteile schütten — Rostgefahr.
- Elektrische Komponenten nicht mit feuchten Mitteln reinigen — zuerst stromlos schalten.
- Professionelle Hilfe bei ungewöhnlichen Geräuschen oder hohem Verbrauch holen (Elektrofachbetrieb, auch lokal in deiner Stadt).
By the way — eine einfache Reinigung und ein kurzer Blick auf die Dichtungen bringen oft mehr als ein ganzes Regal voller Hausmittel.
Fazit
Backpulver hinter dem Kühlschrank ist ein Mythos, der bleibt, weil er bequem klingt. In meiner Erfahrung spart er keinen Strom und kann sogar kleine Probleme verursachen. Konzentriere Dich stattdessen auf Reinigung, Dichtungen und richtige Temperatur.
Und jetzt interessiert mich Deine Erfahrung: Hast Du schon mal Natron oder Backpulver hinter den Kühlschrank gestellt — und was ist passiert?









