Dein Waschbecken staut sich, es riecht muffig und du willst keine 80–120 € für den Klempner bezahlen? Ich habe gesehen, wie genau dieser einfache Trick die meisten Notrufe verhindert. Lies weiter — denn richtig angewendet sparst du Zeit, Geld und Nerven.
Was Profis wirklich meinen, wenn sie „Backpulver“ sagen
Viele Kund:innen sagen „Backpulver“, wenn sie Natron meinen. In meinen Einsätzen habe ich öfter erklärt: Natron ≠ Backpulver.
Backpulver (das Backtriebmittel) enthält Stärkemittel und Säuren — es schäumt, aber im Abfluss ist Natron (Natriumbicarbonat) deutlich effektiver. Natron bekommst du in jedem DM, Rossmann oder Supermarkt (Rewe, Edeka) für meist 1–3 €.
Wie die Methode wirkt — kurz und verständlich
Natron reagiert mit Essig oder heißem Wasser: es entstehen Bläschen, die Fett, Seifenreste und Ablagerungen lockern. Stell es dir vor wie kohlensäurehaltiges Wasser, das an verkrusteten Stellen entlangblubbert und Schmutz ablöst.

Zusätzlich löst heißes Wasser angebackene Fette — zusammen funktioniert das wie ein kleiner Sanierungs-Impuls, bevor du zu aggressiven Chemikalien greifst.
Wann das gut funktioniert — und wann nicht
- Gut bei: Fettablagerungen, Seifenreste, unangenehmen Gerüchen, langsamer Abfluss.
- Weniger gut bei: harter Verstopfung durch Fremdkörper (Spielzeug, Haarbüschel tief im Rohr), oder massivem Kalk.
- Bei hartem Wasser (viel Kalk) hilft statt Natron eher Zitronensäure oder spezieller Entkalker aus dem Baumarkt.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ich selbst teste
Das ist mein Standard-Rezept für Küche und Bad — einfach, günstig und zuverlässig:
- Schritt 1: Stehendes Wasser abpumpen (Eimer/Becher).
- Schritt 2: Gib etwa 100 g Natron (ca. 2 gehäufte Esslöffel oder ½ Tasse) direkt in den Abfluss.
- Schritt 3: Gieße 250 ml lauwarmen Essig (Tafel- oder Haushaltsessig) langsam hinzu — es schäumt.
- Schritt 4: Warte 15–30 Minuten. Bei starken Gerüchen gern länger, über Nacht ist okay.
- Schritt 5: Spüle mit 500 ml bis 1 l heißem Wasser nach (kein kochendes Wasser auf PVC; lieber sehr heißes – etwa 70–80 °C).
Wiederhole das Verfahren einmal pro Monat als Prävention. Bei hartnäckigen Verstopfungen erst mechanisch mit Saugglocke (Pümpel) versuchen; Siphon abschrauben, bevor teure Chemie ranmusst.

Übliche Fehler, die ich oft sehe
- Backpulver statt Natron verwenden — wirkt schlechter.
- Zu wenig Menge oder zu kurze Einwirkzeit.
- Direkt mit kochendem Wasser nachspülen bei alten PVC-Verbindungen (das kann sie weich machen).
- Natron mit Chlorbleiche mischen — ganz vermeiden (gefährliche Gase).
Ein Profi-Trick, den Du selten liest
Wenn Fett das Problem ist, mische Natron mit grobem Salz (2:1), schütte es in den Abfluss, dann heißes Wasser hinterher. Das Salz wirkt wie feines Schmirgelpapier, löst Ablagerungen mechanisch.
Und noch ein Tipp: Wenn der Geruch aus der Küche kommt, kontrolliere den Siphon. In vielen deutschen Altbauwohnungen (vor allem in Berlin, Hamburg) sammelt sich dort das meiste Fett — abschrauben, auskippen, mit heißem Wasser und Natron nachspülen und wieder montieren.
Gefahren und wann du den Profi rufen solltest
- Bei vollständiger Verstopfung, die sich nach mehreren Versuchen nicht löst, lieber Klempner rufen.
- Wenn ältere Metallrohre korrodiert sind, Finger weg von starken Säuren.
- Sei vorsichtig in Haushalten mit Kleinkindern/Pets — Essig und Natron sind zwar relativ sicher, aber Nachspülen ist Pflicht.
Ich habe diesen Ablauf in vielen Berliner Altbau-WGs und in modernen Neubauten getestet — meist reicht er, um den Abfluss wieder normal laufen zu lassen, ohne die Umwelt zu belasten.
Zum Schluss: Probier es an einem ruhigen Abend — oft reicht ein 30-Minuten-Hack, um das Problem zu lösen. Was war dein schlimmster Abfluss-Fail, und hast du schon mal Natron ausprobiert? Schreib’s unten in die Kommentare.









