Rost macht Spaß? Nein. Ich bemerkte, wie mein Lieblings-Fahrradklingel und die Gartenwerkzeuge langsam zerfressen wurden — nach nur einem harten Winter mit Streusalz. Wenn Du jetzt schnell eingreifst, kannst Du viele Teile für ein paar Euro statt für dutzende Euro in die Werkstatt zurückholen.
Warum Du das gleich ausprobieren solltest: Backpulver und Senf sind in jedem Supermarkt in Deutschland (Rewe, Lidl, Aldi, oder Dein Dorf-Kiosk) zu bekommen — und die Kombination wirkt oft schneller, als man denkt.
Warum das oft funktioniert
Kurz gesagt: Die Paste aus Backpulver und Senf wirkt wie ein mildes Peeling für Metall. Backpulver bietet leichte Schleifwirkung und bindet Feuchtigkeit, Senf bringt Säure, Öl und scharfe Senföle, die Rost ablösen können.
In meiner Praxis habe ich gesehen, dass bei oberflächlichem Rost die Kombination in 24 Stunden mehr bringt als stundenlanges Schrubben.

Was Du brauchst
- Backpulver (im Supermarkt: 0,80–1,50 €)
- Senf — gern scharf (z. B. Löwensenf) oder der Standard-Senf aus dem Kühlregal
- Alte Zahnbürste oder weiche Drahtbürste (Messingbürsten sind schonender)
- Ein Lappen, heißes Wasser, Handschuhe
- Optional: WD‑40 oder Pflanzenöl zum Schutz danach
3-Schritte-Hack: So mache ich das
And now for the most interesting part: Die Methode ist simpel, aber effektiv. Teste sie zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Schritt 1 — Paste anmischen
- Mische 2 Teile Backpulver mit 1 Teil Senf zu einer streichfähigen Paste.
- Bei Bedarf ein paar Tropfen warmes Wasser dazu, bis die Konsistenz wie Zahnpasta ist.
Schritt 2 — Auftragen und warten
- Trage die Paste großzügig auf die rostige Stelle auf.
- Mit Frischhaltefolie abdecken, damit die Paste nicht austrocknet.
- 30 Minuten bis 12 Stunden einwirken lassen — bei hartnäckigem Rost gerne über Nacht.
Schritt 3 — Schrubben, spülen, schützen
- Mit Zahnbürste oder Messingbürste schrubben. Nicht zu grob bei verchromten oder lackierten Teilen.
- Mit warmem Wasser spülen, gründlich trocknen.
- Unbedingt danach mit Öl oder Rostschutz behandeln (WD‑40, Ballistol oder einfaches Pflanzenöl), sonst fängt es wieder an zu rosten.
Wann das nicht reicht
Aber es gibt einen Haken: Diese Methode ist kein Wundermittel gegen tiefen, strukturellen Rost. Bei Lochfraß an Fahrzeugkarosserien oder stark korrodierten Maschinen brauchst Du Profi‑Werkzeuge oder neue Teile.
- Nicht geeignet für tragende Teile an Autos (Karosserie, Aufhängung).
- Bei Edelstahl unbedingt an einer versteckten Stelle testen — manchmal verändert Senf die Oberfläche.
- Bei großflächigem Rost lieber zu Rostumwandlern mit Phosphorsäure greifen.
Tipps aus der Praxis — das habe ich gelernt
- Übrigens: Scharfer Senf wirkt oft besser als süßer, weil die enthaltenen Senföle aggressiver sind.
- Wenn Du in Norddeutschland lebst, wo die Luft feuchter ist, wiederhole den Schutzanstrich häufiger.
- Für kleine, filigrane Teile hat sich ein Ultraschallbad nach der Paste als Geheimtipp erwiesen — das hebt Reste schonend ab.
- Für lackierte oder verchromte Flächen: Nach der Behandlung Polituren verwenden, sonst bleiben matte Stellen.
Vergleich: Die Paste wirkt wie ein sanftes Peeling – sie entfernt die verhornten Schichten des Rosts, löst aber nicht das Fundament an, wenn das Metall schon tief geschädigt ist.

Ein schneller Life‑Hack, den wenige nutzen
Wenn Du die Paste über Nacht einwirken lässt, lege das Teil in einen kleinen Aufbewahrungsbehälter und stelle ihn in die Nähe einer Heizung (oder ins Auto an einem sonnigen Tag). Wärme beschleunigt die Reaktion ohne aggressive Chemie.
Kurzes Fazit
Backpulver und Senf sind günstig, schnell verfügbar und können viele kleine, wertvolle Metallteile retten — vorausgesetzt, der Rost ist nicht strukturell. Ich habe schon alte Gartenscheren, Fahrradklingeln und Werkzeug zurückbekommen, die sonst im Müll gelandet wären.
Was denkst Du — hast Du schon einmal Senf als Reparatur‑Hack ausprobiert? Welches Teil würdest Du zuerst retten?









