Gärtner enthüllen: Der Fehler, den 9 von 10 beim Gießen machen

Deine Zimmerpflanze wirkt matt, die Blätter werden gelb oder es riecht muffig aus dem Topf? Das ist kein Einzelfall: Ich habe in meinem Bekanntenkreis und in der Praxis immer wieder dasselbe gesehen. Wenn du das jetzt änderst, sparst du Zeit, Geld für neue Pflanzen (und Frust beim nächsten Besuch bei OBI oder Bauhaus).

Warum das Gießen oft schiefgeht

Viele gucken auf den Kalender oder gießen, weil der Nachbar es so macht. Ich habe bemerkt: Das Ergebnis ist meistens dasselbe — Pflanzen, die zuerst „zu durstig“ aussehen und dann plötzlich welk werden.

Der Kernfehler: Gießen nach Plan statt nach Boden

Gießen nach Uhr statt nach Boden tötet mehr Pflanzen als zu wenig gießen. In meiner Praxis reagieren die meisten Pflanzen besser auf ein Gefühl für Feuchte als auf einen starren Wochenplan.

  • Glaube: Jeden Montag gießen. Problem: Substrate, Topfgröße und Luftfeuchte variieren.
  • Glaube: Hängende Blätter = Durst. Wahrheit: Häufig Wurzelfäule oder Temperaturstress.
  • Glaube: Kleiner Topf = öfter gießen. Teilweise richtig — aber nicht immer.

Konkrete Fehler, die ich immer wieder sehe

Ich will ehrlich sein: Manche Fehler sind simpel, aber tödlich für die Wurzeln. Hier die häufigsten:

  • Topf ohne Ablaufloch oder Untersetzer konstant vollstehen lassen.
  • Gießen von oben in starken Strahl — lockert Erde und zerstört Wurzelballen.
  • Immer die gleiche Menge gießen, egal ob Winterheizung oder Sommerregen.
  • Kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn bei empfindlichen Pflanzen.

Wie Boden und Wurzeln tatsächlich funktionieren

Stell dir die Erde wie einen Schwamm vor: Sie speichert Wasser, aber gibt es nicht gleichmäßig ab. Die Wurzeln brauchen auch Luft. Wenn der „Schwamm“ zu nass bleibt, fangen Wurzeln an zu faulen — das ist wie wenn wir längere Zeit unter Wasser atmen müssten.

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Übrigens: In Deutschland ist Leitungswasser oft kalkhaltig. Für empfindliche Pflanzen wie Calathea oder Philodendron lohnt sich Regenwasser oder abgefülltes Wasser — ein 5–10 € Investment in eine Regentonne lohnt sich auf dem Balkon.

Praktischer Life-Hack: Der 3-Schritt-Test vor jedem Gießen

Das ist mein Lieblings-Trick — simpel, schnell und du brauchst kein teures Gerät.

  • Schritt 1 — Fingerprobe: Stecke den Zeigefinger 3–4 cm tief in die Erde (bei kleinen Töpfen nur 1–2 cm). Fühlt es sich trocken an, dann gießen.
  • Schritt 2 — Stäbchen/Spieß: Zieh ein Holzstäbchen (z. B. Schaschlikspieß) aus der Erde. Klebt dunkle, feuchte Erde dran? Dann warte.
  • Schritt 3 — Gewichtstest: Hebe den Topf kurz an. Trocken ist leichter. Mit Erfahrung erkennst du das Gewicht sofort.

Dieser Test passt auf die meisten Zimmer- und Balkonpflanzen. Wenn alle drei Tests „trocken“ melden — dann gieß.

Technik und Zubehör, die wirklich helfen

In meiner Arbeit sind das die Dinge, die mehrfach funktionieren — und die du in Deutschland leicht bekommst.

  • Günstiges Feuchtigkeitsmessgerät (10–20 € bei Hornbach oder Amazon).
  • Gießkanne mit schmaler Tülle für gezieltes, langsames Gießen.
  • Untersetzer leer lassen oder regelmäßig auskippen, um Staunässe zu verhindern.
  • Regenwasser sammeln (kleiner Tonnenfilter für Balkon, ca. 20–40 €).

Besondere Regeln für Winter und Balkon

Im Herbst und Winter steht die Heizung höher — Pflanzen brauchen deutlich weniger Wasser. Auf dem Balkon beeinflussen Regen und Wind die Feuchte. Ich habe erlebt, dass Leute im Herbst genauso viel gießen wie im Juli — fatal.

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  • Winter: weniger gießen, lieber oberflächlich trockener halten.
  • Balkon: Schütze Töpfe vor durchgehender Nässe bei Dauerregen (z. B. mit Untersetzer anheben).

Und jetzt für das interessanteste: Wie du eine übergossene Pflanze rettest

Ich habe das mehrfach gemacht — und nein, es ist nicht kompliziert.

  • Topf ausgraben und Wurzeln anschauen. Braune, matschige Wurzeln abschneiden.
  • Alte, durchnässte Erde loswerden, frische, lockere Blumenerde verwenden.
  • Topf mit Ablaufloch nutzen. Erst sparsam gießen, Fingerprobe anwenden.

Wenn du keinen Ersatztopf hast, stell den Topf auf Zeitung, lass ihn abtropfen und spar dir Panik — oft reicht das schon.

Ein paar Mythen, kurz und schmerzlos

  • Mythos: Pflanzen brauchen täglich Wasser. Nein — die meisten nicht.
  • Mythos: Nasse Erde = glücklich. Nein — zu lange Nässe ist Gift.
  • Mythos: Gießwasser muss perfekt sein. Oft reicht abgestandenes Leitungswasser.

Letzte Tipps, die du sofort umsetzen kannst

  • Warte 24 Stunden nach dem Umtopfen mit dem ersten großen Gießen.
  • Nutze Tonkugeln unten im Topf nur wenn du weißt, wie sie wirken — sie sparen selten Nässe.
  • Wenn du viel unterwegs bist: Self-watering-Keramik oder Bewässerungssysteme aus dem Baumarkt helfen.

Ich habe bemerkt: Wer diese einfachen Regeln beachtet, verliert weniger Pflanzen und hat mehr Freude — und weniger Müll durch kaputte Pflanzen.

Und jetzt du: Welche Pflanze war dein größter Gegner — und welches der beste Tipp, den du ausprobiert hast? Schreib es in die Kommentare, ich bin gespannt.

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

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