Gärtner verraten: Warum Sie Laub NICHT komplett entfernen sollten

Jedes Jahr der gleiche Frühherbst-Stress: Sie rechen, füllen Säcke und denken, der Rasen braucht perfekte Sauberkeit. Aber stop — das ständige Wegfegen kann Ihrem Garten mehr schaden als nützen. Lesen Sie das jetzt, bevor Sie wieder in den Baumarkt fahren und Laubsäcke kaufen.

Warum dieses „Sauberkeits-Mythos“ nicht funktioniert

Ich habe bemerkt, dass viele Hobbygärtner das Laub sofort als Abfall sehen — dabei ist es Teil des Ökosystems. Laub ist nicht nur Dreck, es ist Futter, Isolierung und Baustoff für Bodenleben.

In meiner Praxis, bei Tests im Schrebergarten und auf Balkonkästen, zeigte sich: Wo ein dünner Laubteppich bleibt, ist der Boden gesünder und die Pflanzen widerstandsfähiger.

Was genau unter den Blättern passiert

  • Wurm- und Mikrobenaktivität steigt — Humusbildung wie in einem Filter.
  • Junge Pflanzen bekommen natürlichen Winterschutz: Laub wirkt wie eine Isolierdecke.
  • Vögel und Igel finden Futter und Verstecke — besonders wichtig in deutschen Städten mit wenigen Rückzugsorten.
  • Weniger Gießen im Frühjahr: Laub speichert Feuchtigkeit.

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Aber es gibt einen Haken: Wann Sie Laub entfernen sollten

Achtung: Nicht überall darf ein Laubteppich liegen bleiben. Ich warne vor der stillen Falle: eine dicke, nasse Schicht kann Rasen ersticken und Krankheiten fördern.

  • Wege, Einfahrten und Terrassen: Entfernen, damit es nicht rutschig wird.
  • Spielbereiche für Kinder: Sauber halten, um Pilz- und Schimmelprobleme zu vermeiden.
  • Dachrinnen und Abflüsse: unbedingt säubern — sonst kostet eine Dachreparatur mehr als ein guter Häcksler.
  • Auf sandigen, sehr schwach bewachsenen Flächen kann Laub das Keimen neuer Grasflächen verhindern.

Praktische Hacks: So behalten Sie die Vorteile und vermeiden Probleme

Nicht alles muss weg — nur richtig genutzt. Hier sind echte, getestete Tricks, die ich selbst angewendet habe.

  • Mulch statt Müll: Fahren Sie einmal mit dem Rasenmäher drüber (mit Häckselfunktion). Fein zerkleinertes Laub verteilt sich als nährstoffreicher Mulch.
  • Kompost-Hack: Sammeln Sie nasses Laub separat, mischen Sie es mit Grasschnitt und holen Sie die Biotonne oder den städtischen Komposthof (in vielen deutschen Gemeinden kostenlos).
  • Igel-Winterquartier: Bauen Sie einen kleinen Laubhaufen am Rand des Gartens — ein Igel dankt es Ihnen im Frühjahr.
  • Laubsiebe statt Blasgerät: Ein Sieb oder Rechen trennt Laub von Erde – gut für Balkonkästen und Pflanzringe.
  • Werkzeug-Tipp: Für unter 80–200 € (bei Obi, Hornbach, Bauhaus) bekommen Sie einfache Häcksler — lohnen sich, wenn Sie Bäume haben.

Step-by-step: So mache ich es im eigenen Garten

  • 1) Ende Oktober: Einmal über das Gras mit dem Mulchmäher.
  • 2) Bereiche markieren: Wege/Spielplätze frei fegen, Rasen dünn lassen.
  • 3) Zerkleinertes Laub aufs Beet legen – 2–3 cm dick als Schutzschicht.
  • 4) Größere Mengen in den Kompost oder zur Grüngutannahme fahren (Recyclinghöfe in vielen Städten).
  • 5) Einen kleinen Haufen am Rand für Igel und nützliche Insekten liegen lassen.

Ein Bild aus der Praxis — was ich gelernt habe

Vor einigen Jahren habe ich bei einem Berliner Nachbarn einen Test gemacht: Ein Beet bekam Laubmulch, das andere wurde weggeschafft. Das gemulchte Beet blühte später und war im März deutlich vitaler. Laub wirkt wie ein Kaffee-filter für den Boden: Es reguliert Wasser, fängt Nährstoffe und lässt zugleich Luft durch.

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Übrigens: Viele Kommunen in Deutschland sammeln Laub separat oder betreiben Grüngutannahmen — informieren Sie sich bei Ihrem Amt oder auf der Website der Stadt.

Kurze Checkliste für den Herbst

  • Laub mulchen statt in Säcke stopfen.
  • Wege und Dachrinnen frei halten.
  • Kompostieren oder zum Recyclinghof bringen.
  • Einen kleinen Bereich für Tiere stehen lassen.
  • Bei Rasen: Keine dicke Laubdecke über den Winter.

Ich habe bemerkt, dass die größte Veränderung nicht das Werkzeug ist, sondern die Einstellung: Weniger Wegwerfen, mehr Nutzen.

Und jetzt für das Wichtigste zum Mitnehmen: Wenn Sie ein gesundes Gartenjahr wollen, geben Sie dem Laub eine Aufgabe — es ist kein Müll, sondern Material.

Was machen Sie mit dem Laub in Ihrem Garten? Teilen Sie Ihre Erfahrungen — vielleicht hilft Ihr Trick dem Nachbarn.

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

Artikel: 1933

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