Du entdeckst plötzlich feine Risse an der Fassade oder die Terrassentür klemmt — und fragst dich, warum. Oft ist der Schuldige nicht der frohe Regen, sondern etwas, das du selbst gepflanzt hast. Lies das jetzt, bevor die nächste Gartensaison beginnt: ein laufender Bambus kann unter bestimmten Bedingungen in wenigen Jahren schwere Schäden am Fundament anrichten.
Warum gerade jetzt handeln?
Ich habe in meiner Arbeit mit Gärten und Hausbesitzern immer wieder gesehen, wie schnell sich Probleme ausbreiten. Viele unterschätzen, wie aktiv Wurzeln und Rhizome im Untergrund sind.
Gerade in Deutschland, wo wir feuchte Böden und tiefe Frostgrenzen haben, können Pflanzenwurzeln Probleme verursachen, die sich nicht von alleine lösen. Wenn du Bambus oder invasive Arten neben dem Haus hast, ist jetzt der beste Zeitpunkt zu prüfen — bevor die Wurzeln sichtbare Schäden machen.
Welche Pflanze ist die Gefahr?
Laufender Bambus (Phyllostachys) — der unterschätzte Zerstörer
Viele denken bei Bambus an exotische Hecken und stilsichere Gärten. In meiner Praxis fällt mir auf: nicht jeder Bambus ist harmlos. Die sogenannten laufenden Arten schicken flache Rhizome quer durch den Boden und können Mauern, Pflaster und Fundamente unterwandern.
- Rhizome können 2–5 Meter vom Mutterstock entfernt neue Triebe bilden.
- In feuchten Lehmböden arbeiten sie schneller und dringen an Schwachstellen in Fundamenten.
- Bambusrohre sind hohl, segmentiert und bilden dichte Horste – das hilft beim Erkennen.
Auch beachten: Japanischer Staudenknöterich
By the way: Der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) ist ein anderer Kandidat, der Gebäudeprobleme verursacht. Er hat kräftige Rhizome, die tief und weit wandern — oft teurer in der Entfernung als Bambus.

Wie erkennst du, dass die Pflanze bereits Schaden macht?
- Neue, horizontale Risse im Putz oder Fassade
- Türen/Fenster, die schwer zu schließen sind
- Sinkende Stellen im Garten oder ungleichmäßige Pflasterflächen
- Sichtbare Rhizome in 20–40 cm Tiefe
Was kannst du jetzt sofort tun? (Praktischer Life‑Hack)
Ich empfehle eine schnelle Überprüfung in 30 Minuten — so findest du heraus, ob Handeln erforderlich ist:
- Grab ein 30 cm breites, 30–40 cm tiefes Stück Erde etwa 1 Meter vom Stängel weg.
- Wenn du dicke, holzige Rhizome (Bambus) oder knotige, horizontale Wurzeln (Knöterich) siehst, ist das Alarmstufe Rot.
- Zieh an einem Rhizom: Löst es sich leicht und bilden sich neue Triebe? Dann handelt es sich um laufenden Bambus.
Handeln heute kann dir später tausende Euro an Fundamentreparaturen sparen.
Konkrete Schritt‑für‑Schritt-Anleitung: Wie du einen effektiven Wurzel‑Sperrgraben anlegst
Dieser Hack funktioniert besonders bei laufendem Bambus — vergleichsweise günstig und schnell selbst zu machen:
- Werkzeug: Schaufel, Spaten, HDPE‑Folie (1,5–2 mm), Erdnägel oder Dübel, Handschuhe. Baumarkt: Bauhaus, Hornbach oder Obi führen passende Materialien.
- Graben: Min. 60 cm tief und 40–50 cm breit rund um die Pflanze an der Ausbreitungsseite.
- Barriere setzen: HDPE‑Folie senkrecht in den Graben stellen, oben etwa 5–10 cm über Bodenniveau herausstehen lassen. Überlappungen mit 15–20 cm sichern.
- Winkel: Barriere leicht nach außen geneigt (ca. 5–10°) — Rhizome sollen an der Barriere abgelenkt werden.
- Kontrolle: Nach 6–12 Monaten erneut den Rand prüfen und neue Rhizome entfernen.
Wann du besser Profis rufen solltest
Es gibt Fälle, da spart DIY wenig Zeit und Geld. In meiner Erfahrung lohnt sich ein Fachbetrieb, wenn:

- die Pflanze direkt an Fundament oder Drainage steht
- Flächen groß sind (mehrere zehn Quadratmeter)
- es sich um Staudenknöterich handelt — hier sind spezialisierte, oft chemische Maßnahmen nötig
Preisspanne in Deutschland: Kleinere Bambusentfernungen ab ~200–500 €, größere Aktionen oder Knöterich‑Beseitigung schnell 1.000–5.000 € — regionale Landschaftsbauer oder spezialisierte Entsorger können Angebote machen.
Prävention: Pflanzenschutz auf den Punkt
- Setze statt laufendem Bambus lieber klumpende Sorten (z. B. Fargesia).
- Halte einen Abstand von mindestens 3–5 Metern zwischen starken Wurzelbildnern und Hausmauern.
- Verwende Rhizomsperren direkt beim Pflanzen — das ist günstiger als später reparieren.
- Bei Vermietungen/Eigentümergemeinschaften: Dokumentiere Befall und informiere die Hausverwaltung frühzeitig.
Ein Vergleich, der hängen bleibt
Stell dir vor, dein Fundament ist wie ein gut gemachter Kuchenboden. Wurzeln sind kleine Hände, die Stück für Stück Krümel herausziehen — zunächst merkt man kaum etwas, bis der Boden durchhängt. Genau das passiert, wenn du einen laufenden Bambus direkt neben die Fundamentlinie setzt.
Kurz zusammengefasst
Viele übersehen die Gefahr, bis die Rechnungen für Maurer kommen. Ich habe selbst erlebt, wie Nachbarn mit einer einfachen Rhizomsperre ein Problem in Schach hielten — und wie teuer es wurde, wenn man zu lange wartete.
Wenn du einen schnellen Tipp mitnehmen willst: graben, prüfen, handeln. Selbst eine halbe Stunde Kontrolle kann dir Monate (oder Tausende Euro) ersparen.
Und du? Hast du Bambus, Knöterich oder andere Problemwurzeln im Garten? Verrate uns deine Erfahrung — was hat geholfen oder was wurde zum Fehlkauf?









