Kennst du das Gefühl, wenn die Toilette langsam abläuft oder nach dem Spülen ein blubberndes Geräusch kommt? Genau das kann passieren, wenn du die falschen Sachen reinwirfst. Ich bemerkte in meiner Praxis, dass viele Schäden vermeidbar sind — und zwar mit wenigen einfachen Regeln.
Wenn du jetzt kurz denkst „Nur einmal“ — stopp. Reparaturkosten in Deutschland liegen oft bei 80–150 € für den Einsatz, am Wochenende deutlich mehr. Lies weiter, bevor du zur Rolle Feuchttücher greifst.
Warum diese Störung so teuer und unangenehm ist
Rohrsysteme funktionieren wie ein präzise gebautes Kartenhaus: kleine Fremdkörper reichen, und alles kippt. In der Kalt- und Heizperiode (Winter!) bildet sich leichter Fett und Papier sammelt sich schneller.
Was Installateure täglich sehen
- Feuchttücher und „spülbare“ Hygieneartikel, die sich nicht auflösen
- Essensreste und Fett, die in engen Kurven verklumpen
- Medikamente und Chemikalien, die die Rohrinnenhaut angreifen oder Wasserreiniger-Pumpen beschädigen
Die 3 Dinge, die wirklich niemals in die Toilette gehören
1) Feuchttücher & kosmetische Reinigungstücher
Auch wenn auf der Verpackung „spülbar“ steht: In meinen Einsätzen sehe ich diese Tücher als Hauptverursacher. Sie verhalten sich wie Klettband im Rohr, fangen Toilettenpapier ein und bilden einen Filz.

- Warum das problematisch ist: Tücher lösen sich kaum auf und werden zu dichten Verstopfungen.
- Kostenfalle: Oft kommen Installateur, Spirale und Ersatzteile zusammen schnell über 200 €.
- Tipp: Entsorge Feuchttücher im Restmüll (gelbe Tüte? besser: Restmülltonne).
2) Fett, Öle und Essensreste
Viele glauben, Abspülen von Fett ist okay. Falsch gedacht. Fett läuft warm und verfestigt sich in kalten Rohren — wie Butter in einem Kühlschrankfach, nur schlimmer.
- In meiner Praxis entsteht daraus binnen Monaten ein harter Belag, der Ablagerungen anzieht.
- Wenn du in Deutschland lebst: Sammle Öl in einer leeren Flasche und bring es zum Wertstoffhof oder gib kleine Mengen in den Restmüll, niemals die Toilette.
- Ein kleines Glas mit Küchenpapier aufsaugen spart dir später teure Rohrreinigung.
3) Medikamente & Chemikalien
Tabletten, Ampullen oder flüssige Arzneien gehören nicht ins Klo. Apotheke nimmt Rückgaben, das ist in Deutschland Standard.
- Medikamente verändern klares Abwasser — und belasten Umwelt und Kläranlagen.
- Scharfe Reiniger können Dichtungen und Kunststoffteile angreifen; der Schaden fällt dir dann beim Wasserhahn oder WC-Rand auf.
- Lebenshack: Alte Pillen in der Originalverpackung zur Apotheke bringen — das ist kostenlos und korrekt.
Praktischer Life-Hack: So klärst du einen beginnenden Stau ohne teuren Notdienst
Wenn das Wasser langsamer abläuft, probiere dieses einfache Vorgehen bevor du anrufst:
- Schritt 1: Entferne sichtbare Rückstände mit Einweghandschuhen und entsorge sie in der Mülltüte.
- Schritt 2: Schütte eine Tasse Geschirrspülmittel ins Becken — das wirkt als Schmiermittel.
- Schritt 3: Gieße dann 2–3 Liter heißes (nicht kochendes) Wasser aus Hüfthöhe in die Schüssel.
- Schritt 4: Warte 10–15 Minuten, spüle – oft löst sich die Blockade.
- Schritt 5: Wenn noch nicht frei: Verwende einen einfachen Saugglocken-Stößel (Plunger). Bei anhaltenden Problemen: Fachbetrieb anrufen.
Hinweis: Chemiekeulen aus dem Baumarkt (z. B. Rohrfrei) schaden oft mehr als sie helfen, besonders bei älteren Kunststoffrohren. Bei Unsicherheit lieber Hornbach/OBI-Beratung oder direkten Rat vom Installateur holen.

Wie du zukünftige Fälle vermeidest — kurz und praktisch
- Stelle einen kleinen Mülleimer neben die Toilette — das reduziert Spülversuche.
- Kaufe weniger „flushable“ Produkte; in deutschen Drogerien wie dm oder Rossmann gibt es Alternativen.
- Sammle gebrauchtes Speiseöl in einer Flasche und bring es zum Wertstoffhof — das spart dir Ärger im Winter.
- Bewahre Medikamente sicher auf und gib Altbestände in die Apotheke — das schützt Wasser und Nachbarn.
Wenn es trotzdem schiefgeht: Wann du den Profi rufen solltest
Rufe den Installateur, wenn:
- mehrere Sanitäreinrichtungen betroffen sind (Toilette und Dusche)
- Gerüche oder Rückstände länger bleiben
- die einfache Plunger-Methode nichts bringt
In Deutschland liegen Stundensätze und Anfahrtskosten regional unterschiedlich — ein guter Installateur aus der Nachbarschaft (Empfehlung durch Hausverwaltung oder Nachbarn) ist oft günstiger als der Notdienst.
Fazit: Vermeide Feuchttücher, Fett und Medikamente in der Toilette — das schützt deinen Geldbeutel, die Rohre und die Umwelt.
Was war dein größter Toiletten-Fail oder hast du einen Haushaltstrick, den jeder kennen sollte? Schreib’s in die Kommentare — ich antworte gern aus der Praxis.









