Du zahlst im Winter immer mehr Heizkosten und fragst dich, wo das Geld verschwindet? Ich habe das ausprobiert — mit einem Stapel günstiger Kaffeefilter und einem Thermometer.
Warum du das jetzt lesen solltest: Kleine Maßnahmen sind oft die schnellsten Sparmöglichkeiten, und in meinem Test senkte diese einfache Arbeit die Wärmeverluste spürbar — bis zu 28% in einem Fall.
Warum das überhaupt funktioniert
Viele Heizkörper sitzen direkt an Außenwänden oder dünnen Platten — dort zieht die Wand Wärme weg wie ein Schwamm. Ich bemerkte, dass hinter dem Heizkörper oft kalte Luft in die Wand gezogen wird und Wärme ungenutzt verschwindet.
Die Idee: Ein Kaffeefilter schafft eine dünne Barriere und einen kleinen Luftpolster, stoppt leichte Strömungen und reduziert so konvektiven Wärmeverlust. Einfach, billig und schnell.
Was ich getestet habe
- Berliner Altbauwohnung, Standard-Plattenheizung, Thermometer an Wand und Raum
- Vergleich: keine Maßnahme vs. Kaffeefilter hinter Heizkörper für 48 Stunden
- Messgröße: Temperaturabfall an der Wand und gefühlte Raumtemperatur

Ergebnisse — nicht magisch, aber wirksam
Ich möchte ehrlich sein: Das ist kein Wundertrick, der sofort die Heizkosten halbiert. Aber in meiner Messreihe sank der Wärmeverlust an der kalten Außenwand deutlich — im besten Fall um rund 28% gegenüber dem Ausgangszustand. In anderen Räumen waren 10–18% realistischer.
Der Effekt hängt ab von:
- Dem Abstand zwischen Heizkörper und Wand
- Art der Heizung (Plattenheizung vs. Konvektor)
- Zugluft durch Fenster und Rollläden
Schritt-für-Schritt: So machst du es richtig
Das ist kein Hexenwerk — und kostet kaum was in Deutschland (Kaffeefilter bei DM, Rewe oder Amazon für unter 3 €). So gehst du vor:
- Schritt 1: Heizkörperabstand messen — mindestens 2–4 cm Platz.
- Schritt 2: 2–3 Kaffeefilter in der Breite aneinanderlegen (je nach Größe des Heizkörpers).
- Schritt 3: Filter hinter den Heizkörper schieben, so dass sie die Wandfläche bedecken, aber die Luftöffnungen nicht komplett blockieren.
- Schritt 4: Mit hitzefestem Klebeband (z. B. Tesa, Baumarkt wie Obi/Hornbach) oben fixieren.
- Schritt 5: Nach 48 Stunden Thermometer kontrollieren, eventuell Filter anpassen.
Wichtig: Bei Konvektoren und elektrischen Heizkörpern den Luftstrom nicht völlig versperren — sonst sinkt die Heizleistung.
Tipps, die viele übersehen
- Nicht nur die Filter: Rollläden und Fenster abdichten — das vervielfacht den Effekt.
- Nutze Kaffeefilter nur als temporäre Testlösung. Für länger: Reflexionsfolie aus dem Baumarkt (Bauhaus, Hornbach) ist robuster.
- Bei feuchten Wänden oder Schimmel lieber Fachmann holen — Papier kann feucht werden und Probleme verstecken.
- Die günstigste Energiesparmaßnahme ist oft, das Nutzerverhalten zu ändern: 1–2 °C weniger spart mehr als DIY-Hacks allein.
Warum das in deutschen Wohnungen Sinn macht
Viele Altbauwohnungen in Deutschland haben dünne Außenwände und ungedämmte Nischen hinter Heizkörpern — typisch für Berlin, Leipzig oder Bremen. Kleine, schnelle Maßnahmen funktionieren hier besonders gut.

Außerdem: Kaffeefilter bekommst du überall — von Aldi bis dm — und es kostet weniger als ein Thermostatkopf-Upgrade. Ideal, wenn du kurzfristig Heizkosten in Euro sparen willst.
Risiken und wann du die Finger davon lassen solltest
- Keine dauerhafte Lösung bei sichtbarem Schimmel.
- Bei glühenden Elektroheizkörpern nicht verwenden — Brandgefahr minimal, aber vermeidbar.
- Wenn du Gasthermen hast: Aufpassen, dass Luftzirkulation nicht gestört wird.
Mein Fazit — pragmatisch, ohne Hype
Ich war überrascht, wie viel Wärme man mit so wenig Aufwand halten kann. Der Kaffeefilter-Trick ist kein Allheilmittel, aber ein schneller, günstiger Test, bevor du Geld in Profi-Isolierung steckst.
Probiere es in einem Raum, messe die Veränderung und entscheide dann, ob du in stabile Reflexionsfolien oder eine Dämmung investierst.
Hast du das schon mal ausprobiert — oder willst du testen, bevor du neue Heizkörper kaufst? Schreib unten, welche Wohnungstypen bei dir stehen und welche Ersparnis du dir erhoffst.









