Verstopftes Klo am Wochenende ist mehr als nur nervig — es kann ein teures Drama werden. Ich habe Klempner in Berlin, München und Hamburg begleitet und dabei immer wieder dieselben Fehler gesehen. Wenn du diese drei Sachen weiter hineinspülst, zahlst du früher oder später kräftig drauf.
Warum das gerade jetzt wichtig ist
In feuchten Wintern wie hier in Deutschland setzen sich Ablagerungen schneller fest. Außerdem sind viele Rohrsysteme älter als 30 Jahre — eine kleine Verstopfung genügt, und das Abwassernetz protestiert laut.
Ich habe gesehen, wie ein kleines Einweg-Feuchttuch eine komplette Wohnung über Tage lahmlegte. Das willst du nicht erleben.
1) Frittieröl, Speisefett und Kochreste — der unsichtbare Rohr-Gigant
Fett schmilzt beim Spülen, kühlt in den Rohren ab und wird hart wie Seife. Es verengt Leitungen und sammelt sich mit Haaren und Essensresten.
- Fett wirkt wie Zement — unsichtbar, aber effektiv.
- Auch kleine Mengen pro Spülgang addieren sich über Wochen.
- Selbst „bio“-Abrufhilfen lösen das nicht zuverlässig.
Praktischer Tipp: So entsorgst du Fett richtig
Ich mache das so: Nach dem Kochen gebe ich das abgekühlte Fett in ein altes Glas oder die leere Schokocreme-Dose. Deckel drauf, in die Restmülltonne. In vielen Städten kannst du kleine Mengen auch zum Wertstoffhof bringen.

- Schritt 1: Fett in hitzebeständiges Gefäß gießen.
- Schritt 2: Abkühlen lassen, Deckel drauf.
- Schritt 3: Im Restmüll entsorgen oder sammeln für die Altpapier-/Wertstoff-Annahme.
2) Feuchttücher & „spülbare“ Hygieneartikel — kleiner Blick, große Folgen
Auf der Verpackung steht oft „spülbar“, aber in der Realität lösen sich viele Feuchttücher nicht. In meinen Recherchen sagten Klempner: Diese Teile bilden klumpige Netze in Rohren.
- Feuchttücher verstopfen die Pumpen von Hebeanlagen.
- Sie sammeln sich im Kanalnetz und verursachen Rückstau.
- Kosten für Beseitigung können mehrere hundert Euro betragen.
Wenn es schon stockt
Erstmal: Nicht weiter spülen! Öffne den Toilettendeckel vorsichtig und trage Handschuhe. Mit einem Pömpel (Plunger) sanft pumpen — oft löst sich die Blockade. Wenn das nicht hilft, ruf lieber den Profi — das Herumhantieren kann Rohre und Dichtungen beschädigen.
3) Tampons, Binden, Wattestäbchen — peinlich teuer
Hygieneartikel gehören in den Mülleimer, nicht ins Klo. Ich habe Klempner gesehen, die Kilo für Kilo solche Dinge aus Rohren fischten. Das ist nicht nur peinlich, sondern auch richtig teuer.
- Diese Artikel verrotten nicht schnell genug.
- Sie verhaken sich an Vorsprüngen im Rohr.
- Wenn mehrere zusammenkommen, droht kompletter Systemausfall.
Was Klempner wirklich tun — und was du selbst tun kannst
In meiner Begleitung von Notdiensten habe ich drei wiederkehrende Lösungen gesehen:

- Mechanische Entfernung mit Rohrspirale (Schnecke).
- Manuelles Entfernen mit Handschuhen bei zugänglichen Verstopfungen.
- Bei Fett: heißes Wasser + Spülmittel als Sofortmaßnahme, aber nur bei Abfluss- und nicht WC-Problemen.
Konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung (bei kleiner Verstopfung)
Übrigens: Diese Methode hat mir in einer Berliner Altbauwohnung einmal den Klempnerkosten-Notruf erspart.
- Stopp: Nicht noch mehr spülen.
- Platz schaffen: Wasserstand beobachten, überschüssiges Wasser mit Becher abtragen.
- Pömpel einsetzen: Gute Abdichtung herstellen, kräftig pumpen (30–60 Sekunden).
- Falls es nicht reicht: Rohrspirale vorsichtig einführen oder Handschuhe an und Sichtprüfung.
- Wenn unsicher: Sofort Profi rufen — in Deutschland sind Notdienste rund um die Uhr verfügbar, oft schneller als Bastellösungen, die neue Schäden verursachen.
Alltags-Hack für Vermeidung (funktioniert wirklich)
Ich bewahre in der Küche ein kleines Glas mit Alufolie oder Küchentuch-Lappen für gebrauchte Öle. Einmal pro Woche in den Restmüll. Das ist billig, umweltfreundlicher als gedacht und spart dir später hunderte Euro.
Merke: Die kurzen Entscheidungen im Alltag — ein Feuchttuch in die Toilette, ein Löffel Fett ins Abflusswasser — summieren sich zu großen Problemen.
Zum Schluss
Du kannst viel verhindern, indem du diese drei Dinge nie ins Klo wirfst: Fett, Feuchttücher und Hygieneartikel. In Deutschland gibt es zudem lokale Angebote wie Rossmann/DM für Alternativen (biologisch abbaubare Tücher, eigene Entsorgungsinfos) und kommunale Wertstoffhöfe für größere Mengen.
Hast du schon mal eine Verstopfung erlebt, die aus einer dieser Ursachen entstand? Teile deine Geschichte — welche Überraschung hat dich am meisten getroffen?









