Der Abfluss stinkt wieder, das Wasser läuft nur noch langsam ab und der Klempner verlangt 150–250 € — das war mein letzter Überraschungsmoment. Ich habe oft mit Installateuren gesprochen und selbst gesehen, wie eine kleine Flasche Öl eine ganze Leitung ruinieren kann. Lies das jetzt, bevor du die nächste Pfanne ausspülst: manche Öle machen aus deinem Rohr ein teures Problem.
Warum Öl im Abfluss so schnell zum Albtraum wird
Öl verhält sich in Rohren anders als in der Spüle deiner Küche. Es bleibt nicht „einfach weg“.
- Öl kühlt ab und wird zäh oder fest — genau dann haftet es an Rohrwänden.
- Mit Haaren, Papier und Essensresten bildet es Klumpen, die sich zu echten Blockaden verbinden.
- Bestimmte Öle sind giftig und dürfen nicht ins Abwasser — das schadet Kläranlagen und der Umwelt.
Ein verstopftes Abflussrohr kann in wenigen Tagen zu einem Rohrbruch, Rückstau oder hohen Reparaturkosten führen.

Die drei Öle, die du sofort stoppen musst
1) Brat- und Frittierfett
Ich habe in Werkstätten Schüsseln mit verfestigtem Frittierfett gesehen, die aus Rohren gekratzt wurden — ekelhaft und teuer. Beim Abkühlen verklumpt heißes Fett und bildet Schichten an der Rohrwand.
- Beliebt in deutschen Küchen: Braten, Pommes, Silvester-Frittierpartys — gerade dann landet häufig viel Fett im Abfluss.
- Das Ergebnis: langsamer Abfluss, Gerüche, später eine feste Blockade.
2) Motor- und Schmieröl
Motoröl gehört nicht nur aus technischen Gründen separat entsorgt — es ist Schadstoff. In meiner Recherche warnen Klempner und Umweltexperten: Motoröl im Abfluss beschädigt Kläranlagen und vergiftet Böden.
- Altöl ist Sondermüll — Autowerkstätten, Recyclinghöfe (Wertstoffhof) nehmen es entgegen.
- Auf keinen Fall in den Gully oder in die Toilette gießen: das ist Umweltverschmutzung und kann rechtlich problematisch sein.
3) Ölbasierte Soßen und Mayonnaise
Viele unterschätzen Salatdressings oder Mayonnaise. Ich habe Fälle gesehen, in denen solche Soßen zusammen mit Haaren wie eine Klebefalle wirkten.
- Emulsionen haften stark an Oberflächen und sammeln Partikel an.
- Sie behindern die biologische Abwasserreinigung und führen zu Geruch und Verstopfung.
By the way: Auch Kosmetiköle (Körperöle, Haaröle) regelmäßig runterzuspülen ist keine gute Idee — sie verhalten sich ähnlich wie Speiseöl.
Praktische Sofort-Hacks: So verhinderst du Verstopfungen
- Sammle gebrauchtes Bratfett in einer Dose oder Flasche — abkühlen lassen, verschließen, und zum Wertstoffhof bringen.
- Grosse Mengen Motoröl: zur Werkstatt oder zum kommunalen Schadstoffhof bringen. Viele Städte in Deutschland haben spezielle Altölannahmen.
- Wische Teller mit Küchenpapier sauber, bevor du sie abspülst — Papier in den Restmüll, nicht in die Biotonne.
Konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn schon Öl im Abfluss ist
- Stopp: Lass kein weiteres Wasser laufen.
- Entferne sichtbare Fettreste mit Küchenrolle oder einem kleinen Sieb.
- Gieß heißes (nicht kochendes) Wasser mit Spülmittel langsam in den Abfluss — das löst frische Fette oft temporär.
- Bei hartnäckigen Fällen: Enzymatische Rohrreiniger über Nacht einwirken lassen (biologisch), statt beißende Chemie zu verwenden.
- Wenn nichts hilft: Früher anrufen spart Geld — ein Klempner kann mechanisch reinigen, bevor es teurer wird.

Wo du das Öl in Deutschland richtig entsorgst
Geh zur nächsten kommunalen Sammelstelle (Wertstoffhof) oder zu einer Autowerkstatt/Servicebetrieb. Manche Supermärkte oder Recyclingboxen nehmen Speiseöl an — informiere dich bei deiner Stadtverwaltung.
- Kleine Mengen Speiseöl: gesammelt in einer verschlossenen Flasche in den Restmüll oder zum Wertstoffhof bringen (kommunale Regelungen variieren).
- Motoröl: immer zur Werkstatt oder zum Schadstoffhof bringen — das ist kein Hausmüll.
Ein Bild: Stell dir dein Rohr wie eine Wasserleitung im Winter vor — wenn Fett abkühlt, bildet es Eisplatten, die den Fluss blockieren.
Was Klempner wirklich empfehlen
- Nie Öl ins Abflussrohr — Punkt.
- Vorbeugen statt Flickschustern: Sammelbehälter für gebrauchte Öle bereithalten.
- Regelmäßig Siebe im Waschbecken reinigen und bei großen Reinigungsarbeiten Fette separat entsorgen.
Ich habe gelernt: Oft sind es die kleinen Gewohnheiten (einmal schnell ausspülen), die später teure Folgen haben. Einmal im Jahr ein Öl-Entrümpelungs-Tag spart Ärger und Geld — und ist besser für die Umwelt.
Zum Schluss: Was machst du mit deinem Bratfett — Flasche, Restmüll oder direkt zum Wertstoffhof? Teile deine Methode unten.









