Ein verstopfter Abfluss ist kein kleines Ärgernis — er kann dich Zeit, Nerven und hunderte Euro kosten. Ich habe bemerkt, dass viele das Problem erst ernst nehmen, wenn das Wasser zurückläuft. Lies das jetzt, bevor dein nächster Kochabend oder die nächste Dusche zur Katastrophe wird.
Warum Rohre so schnell dichtmachen
Rohre sind keine Mülleimer: Sie mögen weder Fett, Haare noch Faserstoffe. In meiner Praxis der Recherchen bei Klempnern in Berlin, München und Hamburg fiel mir eines auf: **die meisten Verstopfungen entstehen schleichend**.
Die Kombination aus kühlerem Wetter (Fett härtet schneller), Hausstandgewohnheiten (Kaffeesatz in die Spüle) und billigen Feuchttüchern ist eine schlechte Mischung — wie ein Kaffeefilter, der sich mit Fett zusetzt.
Die vier No‑Go‑Sachen
1. Fett und Speiseöl
Gekochtes Fett sieht beim Gießen flüssig aus, aber im Rohr wird es fest und haftet an den Wandungen. Das beginnt als dünne Schicht und wächst zu einem echten „Rohrkuchen“.

- Folge: Langsame Abflüsse, Gerüche, später Rohrverstopfung.
- Alternative: Fett in ein altes Marmeladenglas kippen, auskühlen lassen und im Restmüll entsorgen.
- Tip: In Deutschland nehmen manche Wertstoffhöfe kleine Mengen – check kurz die Regeln deiner Stadt.
2. Kaffeesatz
Viele schütten Kaffeesatz in die Spüle oder spülen ihn mit Wasser weg. Er verklumpt und bildet mit Fett und Seifenresten eine dichte Masse.
- Alternative: Kaffeesatz gehört ins Biotonne (Biomüll) oder auf den Balkonkompost — guter Dünger für Pflanzen.
- Hack: Verwende ein kleines Küchensieb oder Kaffeefilter, dann landet der Satz direkt im Kompost statt im Rohr.
3. Feuchttücher & Hygienetücher
Auf der Packung steht oft „spülbar“ — trotzdem quellen diese Tücher im Wasser auf und verstopfen Rohre und Pumpen. Klempner sehen sie täglich in Kanalnetzen.
- Folge: Rohre und Kanäle verstopfen, Pumpen in Kläranlagen werden beschädigt.
- Alternative: Restmüll oder spezielle Sammelbehälter für Hygieneartikel.
4. Haare und Kosmetikreste
Haare bündeln sich, Seife und Pflegemittel kleben an ihnen — zusammen werden sie eine dichte Matte. Besonders problematisch nach dem Friseurbesuch zu Hause.
- Vorbeugung: Duschsieb einsetzen und regelmäßig reinigen.
- Tipp: Sammle längere Haare vor dem Duschen kurz zusammen und entsorge sie im Restmüll.
Praktische Tricks, die wirklich helfen
Viele übersehen einfache Maßnahmen, die sofort Wirkung zeigen. Ich empfehle gern eine Kombination aus Gewohnheitsänderung und einem günstigen Werkzeug.
- Installiere ein kleines Sieb für Spüle und Dusche — kostet bei OBI, Hornbach oder Bauhaus wenig und spart dir den Klempnerbesuch.
- Sammle heißes Speisefett in einem alten Glas statt es auszuspülen.
- Kaffeesatz in die Biotonne, nicht in die Spüle.
Sofort-Hack: Verstopfung selber lösen (sicher und günstig)
Wenn das Wasser langsam abläuft, probiere diese Reihenfolge — sie hat mir und vielen Lesern schon geholfen:
- Wasserspiegel prüfen: Falls Rückstau sichtbar, besser Profi rufen.
- Plunger (Saugglocke) einsetzen: Mehrere kräftige Züge, oft reicht das.
- Backpulver + Essig: 2 EL Backpulver, dann 100 ml Essig, nach 10–15 Minuten mit heißem Wasser nachspülen.
- Spirale (Klempnerspirale) aus dem Baumarkt: Für hartnäckige Haare/Fett; Drehung unter Kontrolle — wenn unsicher, Klempner holen.
Achtung: Misch niemals Essig/Backpulver mit Bleich- oder Abflusschemikalien. Das kann gefährliche Dämpfe erzeugen.

Wann du den Profi rufen solltest
Manche Probleme sind nicht DIY-tauglich. Ruf einen Fachmann, wenn:
- Wasser zurückläuft in Toilette oder Dusche.
- Verdächtige Geräusche aus Rohren oder starker Gestank auftritt.
- Selbst die Spirale nicht weiterkommt — dann steckt oft tieferes Kanalnetz-Problem dahinter.
In Städten wie Berlin oder Köln kannst du lokale Klempner online vergleichen — viele bieten einen Festpreis für Notfälle an. Ein früher Anruf spart oft Kosten.
Letzte Gedanken
Du musst kein Rohrprofi sein, aber ein paar Gewohnheiten ändern reicht meist aus, um Ärger zu vermeiden. Ein Sieb, ein altes Glas für Fett und ein bisschen Vorsicht beim Spülen schützen dich vor teurem Ärger.
Und jetzt interessiert mich: Was war dein schlimmster Abfluss‑Albtraum — und wie hast du ihn gelöst?









