Der Abfluss läuft wieder langsam? Das riecht nach dem selben Fehler, den ich in meiner Arbeit ständig sehe: heißes Bratfett oder Speiseöl in den Abfluss. Wenn du jetzt nicht anders entsorgst, drohen verstopfte Rohre, teure Klempner-Rechnungen und sogar Schäden an der Kanalisation.
Gerade jetzt, nach Weihnachtsessen oder Silvester-Frittier-Orgien, ist die Gefahr groß — lies das sofort, bevor du die Pfanne auskippst.
Was passiert, wenn Öl in den Abfluss kommt?
Stell dir vor, dein Abfluss wäre ein Dachrinnen-System: heißes Öl fließt zunächst flüssig, kühlt ab und klebt an den Wänden. Über Wochen bildet sich ein harter, fettiger Pfropf — der berühmte „Fatberg“.
In meiner Praxis habe ich Rohre gesehen, die wie von Beton ausgekleidet wirkten: Meterlange Verstopfungen aus altem Bratfett und Essensresten.
Warum gerade Speiseöl so gefährlich ist
- Öle (Sonnenblumen, Raps, Oliven) und tierische Fette verfestigen sich bei kühleren Temperaturen.
- Gemischt mit Papier, Haare und Lebensmittelresten entsteht eine klebrige Masse, die sich kaum noch löst.
- Einmal im städtischen Kanal landen große Ansammlungen in Pumpstationen — die Reparatur verursacht hohe Kosten, die letztlich alle mittragen.

Gängige Entsorgungsfehler — die du sofort stoppen musst
Viele glauben, heißes Wasser spült Öl weg. Das ist ein Trugschluss: Heißes Wasser löst das Problem nur temporär — das Fett wandert weiter und verstopft tiefer liegende Rohre.
Noch schlimmer: Chemische Rohrreiniger können Rohre und Dichtungen angreifen und sind gefährlich bei Hautkontakt.
Fehler, die ich immer sehe
- Direkt in den Abfluss schütten, „weil es ja flüssig ist“.
- Kaffeesatz oder Papier als „Filter“ verwenden — beides verklumpt mit Fett.
- Auf Verdacht sofort zu scharfen Reinigern greifen statt zu mechanischer Reinigung.
Praktische, sofort umsetzbare Lebens-Hacks
Du hast nur 30 Sekunden? Mach das:
- Pfanne leicht auskühlen lassen.
- Mit Küchenpapier überschüssiges Fett in den Müll wischen.
- Restliches Öl in ein alt Glas oder PET-Flasche gießen und verschließen.
Mein erprobter Step-by-step-Trick — ideal nach Frittier- oder Brataktionen:
- 1) Öl abkühlen lassen (nicht komplett erstarren lassen).
- 2) Durch ein feines Sieb in ein leeres Einmachglas oder eine PET-Flasche geben.
- 3) Glas im Kühlschrank oder draußen bei kalten Temperaturen fest werden lassen.
- 4) Festes Fett mit dem Löffel herauskratzen, Glas gut verschließen.
- 5) In vielen Städten in die Restmülltonne; größere Mengen zum Wertstoffhof bringen. Check kurz die Webseite deiner Stadt (z.B. „Stadt Berlin Wertstoffhof“).
Wiederverwenden statt wegwerfen
- Sauberes Frittieröl kann mehrfach gefiltert und wiederverwendet werden — in kleineren Mengen lohnt sich das.
- Für Reste: durchsieben, in dunkles Glas füllen, kühl lagern und innerhalb von 2–3 Males wiederverwenden.

Was tun, wenn der Abfluss schon verstopft ist?
Ruhe bewahren. Sofortiges Handeln kann mehr schaden als helfen.
- Versuch es zuerst mit Saugglocke (Plunger) — oft bringen ein paar kräftige Züge Erfolg.
- Eine Rohrspirale (DIY aus dem Baumarkt) entfernt Fettballen mechanisch.
- Enzymatische Abflussreiniger sind eine schonendere Alternative zu ätzenden Chemikalien.
- Wenn nichts hilft: ruf den Klempner. Schäden durch falsch eingesetzte Chemie sind später teurer.
Lokale Hinweise für Deutschland
In vielen deutschen Städten kannst du größere Mengen Speiseöl zum Wertstoffhof bringen oder spezielle Sammelstellen nutzen. Die Gelbe Tonne ist dafür nicht gedacht — das Öl gehört entweder in Restmüll (fest verpackt) oder zur Annahmestelle.
Übrigens: Einige REWE-/Edeka-Filialen oder kommunale Sammelstellen bieten in seltenen Fällen spezielle Altöl-Container an — informiere dich auf der Webseite deiner Kommune.
Kurz und knapp — die wichtigsten Regeln
- Gieße niemals Speiseöl oder Bratfett in den Abfluss.
- Erst abkühlen lassen, dann auffangen und verschließen.
- Für kleine Mengen: in Restmüll; für größere: Wertstoffhof oder kommunale Sammelstelle.
- Bei Verstopfung zuerst mechanisch arbeiten, bevor du aggressive Chemie einsetzt.
Ich habe in Hunderten Fällen gesehen, wie ein einziger Fehler ganze Leitungsabschnitte lahmlegt. Weniger Dramatisches: ein Glas sammeln — und viel Ärger sparen.
Was machst du mit deinem Bratöl? Hast du einen Trick, den hier jeder in Deutschland kennen sollte? Schreib es in die Kommentare — vielleicht rettet deine Idee dem nächsten Leser eine Klempnerrechnung.









