Klempner warnen: Dieses Öl darf niemals ins Abflussrohr

Du denkst vielleicht: „Ein Schuss Öl in den Abfluss schadet doch nicht.“ Ich habe das auch mal probiert — und am Ende den Klempner bezahlt. In vielen deutschen Haushalten landet Bratfett oder Pflanzenöl einfach im Spülbecken. Das ist keine Kleinigkeit: Es führt zu hartnäckigen Verstopfungen, stinkt und treibt die Kosten in die Höhe. Lies weiter, bevor aus einem kleinen Tropfen ein teurer Rohr-Notfall wird.

Warum Öl im Abfluss so gefährlich ist

Ich habe mit mehreren Klempnern in Köln und Hamburg gesprochen: Sie sehen dieselben Fälle jede Woche. Hier die Fakten, kurz und schmerzhaft:

  • Öl und Fett kühlen im Rohr ab und werden fest — wie Kerzenwachs.
  • Festes Fett sammelt sich an Rohrwänden, fängt Essensreste und Haare — das entsteht eine „Fettbank“.
  • Solche Ablagerungen reduzieren den Durchfluss, führen zu Rückstau und unangenehmem Geruch.
  • In Mischkanalisationen bilden sie größere Blockaden (bekannt als „fatbergs“) und belasten Kläranlagen.

Ein Löffel Öl heute kann ein Rohrbruch morgen sein. Und die Rechnung? Bei einem Einsatz kannst Du in Deutschland schnell mit 100–300 € rechnen, nachts oder Notfall noch mehr.

Welche Öle genau sind gemeint?

Viele übersehen: Es geht nicht nur um altes Bratfett. Achte auf:

  • Pflanzenöle (Sonnenblume, Raps, Olivenöl)
  • Brat- und Frittierfette (flüssig sowie ausgelassenes Schweine- oder Gänsefett)
  • Küchenmargarine, Saucen mit hohem Fettanteil

Und noch ein Hinweis: Motoröl gehört sowieso nicht in den Abfluss — das ist Sondermüll und kann hohe Strafen nach sich ziehen. Aber dieses Stück Papier behandeln viele falsch: Haushalts- und Motoröl sind beides Tabus im Abfluss.

Was Klempner in Deutschland immer wieder sehen

Aus meiner Recherche und Gesprächen mit Installateuren ergeben sich Muster:

Klempner warnen: Dieses Öl darf niemals ins Abflussrohr - image 1

  • Verstopfungen in Altbauten mit alten Rohrleitungen — Fett setzt sich schneller ab.
  • Problemzonen: Spüle, Geschirrspüler-Ablauf, Kellerabfluss nach Fritteusenpartys.
  • Besonders kritisch im Winter: Fett härtet bei niedrigen Temperaturen schneller.

Ein Metapher, die hilft

Stell Dir das Rohr wie einen Kaffeefilter vor: Öl legt sich innen an, fängt Partikel ein und dämmt den Durchfluss. Schließlich ist es kein Filter mehr, sondern ein Stopfen.

Wie Du Öl richtig entsorgst — die pragmatische Anleitung

Viele Gemeinden in Deutschland bieten Lösungen an. Ich habe ausprobiert, was praktisch funktioniert:

  • Abkühlen lassen: Lass das Fett erst in der Pfanne abkühlen.
  • In ein dichtes Glas oder eine Einweg-Flasche sieben (z. B. Altglas oder leere PET-Flasche).
  • Behälter verschließen und mit Restmüll entsorgen — oder: zum Wertstoffhof bringen, manche Kommunen sammeln gebrauchtes Speiseöl.
  • Biotonne? Nein. Öl verunreinigt Kompost und ist dort falsch.

Praktischer Tipp: In vielen Städten (z. B. Berlin, München, kleinere Kreise) nimmt der Wertstoffhof oder Recyclinghof Altöl entgegen — erkundige Dich auf der Webseite Deiner Stadt.

Sofort-Hack: Öl im Abfluss? So handelst Du jetzt

Ich habe diesen Ablauf selbst getestet — er funktioniert, solange das Öl noch frisch ist:

  • 1) Stoppe die Wasserzufuhr und entferne sichtbares Fett mit Küchenpapier.
  • 2) Streue Kaffeepulver oder Katzenstreu auf die Stelle — saugt flüssiges Öl gut auf.
  • 3) Schaufle die Masse in den Restmüll (nicht in die Biotonne).
  • 4) Gib heißes Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel in den Abfluss und spüle kräftig nach.
  • 5) Bei Resten: Enzymatischer Rohrreiniger über Nacht einwirken lassen — er greift Fett biologisch an, ist rohrschonender als ätzende Chemie.

Warum kein Bißchen Chemie mischen?

Viele probieren Backpulver + Essig, oder gar aggressive Rohreiniger. Essig + Natron ist unbedenklich, aber bei Fett meist nur kosmetisch wirksam. Achtung bei Rohrreinigern: Sie können Rohre und Dichtungen angreifen — besser erst mechanisch versuchen oder den Profi rufen.

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Wenn der Abfluss schon dicht ist

Hast Du einen hartnäckigen Rückstau, hilft oft nur der Klempner. Kleine Schritte vorher, die Du noch versuchen kannst:

  • Pümpel (Plunger) benutzen — kräftige Auf- und Abbewegungen.
  • Handspirale (Rohrfrei-Spirale) aus dem Baumarkt — funktioniert bei Haar- und Fettverklumpungen.
  • Enzymreiniger über Nacht und dann mit viel heißem Wasser nachspülen.

Wenn das alles scheitert: Ruf den Profi. Ich kenne Installateure, die innerhalb von 24 Stunden anrücken — aber das hat seinen Preis.

Vorbeugen: Gewohnheiten ändern, Kosten sparen

Das beste Rohr ist das, das nie verstopft. Kleine Gewohnheiten machen den Unterschied:

  • Kein Öl direkt in die Spüle kippen — auch kleine Mengen addieren sich.
  • Essensreste in den Restmüll oder Kompost (kein Fett) entsorgen.
  • Pfannen mit Küchenpapier auswischen, bevor Du sie spülst.
  • Wöchentliche Warmwasser-Spülung: heisses Wasser + bisschen Spülmittel, um Fettreste zu lösen.

Wenn Du nur eine Sache sofort änderst: Wische die Pfanne mit Küchenpapier aus, statt das Öl in den Abfluss zu gießen.

Warum Klempner jetzt alarmiert sind

Wir reden hier nicht nur über ein verstopftes Rohr bei Dir zuhause. In deutschen Städten steigen die Kosten für Kanalreinigung und Kläranlagen-Betrieb, weil immer mehr Fett in die Kanalisation gelangt. Das trifft besonders ältere Städte mit engen Rohren. Das ist teuer — und das zahlen am Ende wir alle über Gebühren.

Kurzcheck: Was Du jetzt tun solltest

  • Nie Öl in den Abfluss geben — auch nicht mit viel heißem Wasser hinterher.
  • Altöl sammeln, verschließen und zum Wertstoffhof bringen oder in den Restmüll nach kommunaler Regelung.
  • Bei frischem Missgeschick: aufsaugen, mit heißem Wasser und Spülmittel nachspülen, ggf. Enzyme einsetzen.
  • Bei hartnäckigen Verstopfungen: Klempner anrufen und vor dem nächsten Mal anders entsorgen.

By the way: Hast Du schon mal erlebt, wie eine kleine Fritteusen-Party den Abfluss lahmlegte? Teile Deine Geschichte — andere könnten daraus lernen.

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

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