Du denkst, ein Löffel Öl im Ausguss ist harmlos? Viele unterschätzen, wie schnell Fett in Rohren zum Problem wird — und zwar *nicht irgendwann*, sondern bereits nach wenigen Wochen, wenn es regelmäßig passiert. Ich habe bei Gesprächen mit Klempnern und beim Testen in der eigenen Küche gesehen, wie sich Reste von Brat- und Frittieröl in kürzester Zeit zu klebrigen Ablagerungen verbinden. Jetzt ist Zeit zu handeln — sonst drohen verstopfte Rohre, teure Reparaturen und Gestank in der Wohnung.
Warum dieses Öl so gefährlich ist
Nicht jedes Öl verhält sich gleich, aber die klassischen Übeltäter sind Bratfett und altes Frittieröl — sowohl tierische Fette als auch ausgelaugte Pflanzenöle. Warum?
- Beim Abkühlen verfestigt sich das Fett und haftet an Rohrwänden wie Leim.
- Mit Essensresten bildet es eine klebrige Schicht, die neue Ablagerungen einfängt.
- In kalten Jahreszeiten (typisch in Deutschland) verfestigt sich das Öl schneller.
Ein Bild, das ich nie vergesse
Ich habe einen Klempner in einer Berliner Mietwohnung begleitet: Schon nach wenigen Wochen regelmäßigen Ausgießens von Frittieröl bildete sich ein Film, der den Wasserfluss stark einschränkte. Das Rohr sah aus wie ein verstopfter Kerzenstumpf — und die Rechnung am Ende war dreistellig.
Wie schnell passiert das? — Spoiler: sehr schnell
Das Tempo hängt von Menge und Frequenz ab. Einmaliges Ausgießen macht noch nichts. Aber:
- Wenn du jede Woche Pfannenfett in den Ausguss kippst, können sich spürbare Ablagerungen innerhalb von 2–6 Wochen bilden.
- In Mehrfamilienhäusern mit älteren Rohren geht es schneller — ältere Rohre sind rauer und fangen Fett leichter ein.
Kurze Regel: Kleine Mengen sind tückisch, weil sie regelmäßig passieren und sich aufsummieren.

Sofortmaßnahmen, wenn die Spüle schon langsamer läuft
Keine Panik — probiere zunächst diese Schritte, bevor du den Klempner rufst:
- Stelle einen Stöpsel bereit und fange weiteres Öl auf — kein weiterer Ölfluss in den Abfluss.
- Erhitze etwas Wasser mit Spülmittel und gieße es langsam nach — das löst frisches Fett manchmal.
- Wenn das nicht hilft: mechanisch arbeiten — Pümpel oder Rohrreinigungsspirale einsetzen (vorsichtig).
- Bei hartnäckigen Ablagerungen lieber den Profi rufen; aggressive Chemie kann Rohre und Dichtungen schädigen.
Vorbeugen: Wie du Rohre wirklich schützt (Deutschlands Alltag tauglich)
In meiner Praxis mit Haushaltschecks hat sich eine Kombination aus kleinen Gewohnheitsänderungen als effektiv erwiesen. Viele Leute in Deutschland kennen ihren Wertstoffhof — nutze ihn.
- Gib Öl niemals in die Spüle oder Toilette.
- Sammle gebrauchtes Öl in einem alten Schraubglas oder Tetrapak.
- Kleine Mengen nach dem Abkühlen in den Restmüll (Restmüllbeutel, dicht verschlossen) oder bring sie zum Wertstoffhof.
- Für größere Mengen: Recyclinghöfe (Wertstoffhöfe) oder örtliche Sammelstellen nutzen — oft kostenfrei.
- In manchen Städten gibt es Sammelstellen in Supermärkten oder spezielle Container — checke die Webseite deiner Gemeinde.
Merke dir: In der Biotonne hat Fett nichts verloren, und heißes Wasser allein schiebt das Problem oft nur weiter.
Lifehack: 5-Schritte-Anleitung für saubere Entsorgung
Ich habe das selbst so gemacht — simpel, billig und funktioniert:

- 1) Öl abkühlen lassen.
- 2) Durch ein Sieb in ein altes Marmeladenglas gießen (Speisereste im Sieb bleiben).
- 3) Glas verschließen (Deckel drauf).
- 4) Kleines Glas: in den Restmüll; großes Glas: zum Wertstoffhof bringen.
- 5) Pfanne mit einem Küchentuch auswischen (Tuch in Restmüll), dann normal abwaschen.
Wenn du es richtig machen willst — Tipps, die echte Klempner geben
- Installiere einen Siebkorb im Spülbecken — reduziert Feststoffe, die Fett klumpen lassen.
- Verwende gelegentlich heißes Wasser mit Fettlöser, aber nie als Dauerlösung.
- Bei Altbau: jährliche Kontrolle der Fallleitungen kann teure Schäden vermeiden.
Ein Klempner, mit dem ich gesprochen habe, sagte: „Die meisten Verstopfungen beginnen unscheinbar — ein bisschen langsamer, ein komischer Geruch — und dann geht es schnell.“
Aber es gibt einen Haken
Manche DIY-Tricks aus dem Netz (Backpulver + Essig) wirken kurzfristig, lösen aber oft nicht die eigentlichen Ablagerungen tief im Rohr. Und aggressive Rohrreiniger können Rohre und Umweltschutzsysteme in Kommunen gefährden.
Zum Schluss — was du heute ändern kannst
Fang klein an: stell ein Einmachglas in die Küche. Sammle dein Öl. Frage beim nächsten Besuch im Wertstoffhof nach der richtigen Entsorgung. Das kostet kaum Zeit und kann dir Hunderte Euro Klempnerkosten sparen.
Ich will wissen: Hast du schon einmal eine fiese Rohrverstopfung erlebt — und wie hast du sie gelöst?









