Du öffnest die Mehltüte und findest kleine Krabbeltiere oder gespinstartige Gespinste — ein Albtraum in der Küche. Vorratsschädlinge sind lästig, teuer und kommen schneller als du denkst, vor allem jetzt im Sommer. Lies weiter, weil ich ausprobiert habe, wie ein simples Lorbeerblatt oft mehr bewirkt als teure Mittel — und was du wirklich beachten musst, um es dauerhaft sauber zu halten.
Warum Lorbeer? Kurz und ehrlich
In meiner Praxis als Haus- und Küchenforscher fiel mir auf: Viele unterschätzen aromatische Pflanzen als Schädlingsstopp. Lorbeer enthält ätherische Öle (z. B. Eugenol, Cineol), die Motten und Mehlkäfer offenbar stören.
Das ist kein Zauber — es ist Biochemie und Tradition. In Großmutters Schrank, beim türkischen Lebensmittelhändler um die Ecke oder im Bio-Laden sind die Blätter seit Generationen ein Hilfsmittel gegen Vorratsschädlinge.
Wie gut funktioniert es wirklich?
Ich testete drei Szenarien: offene Tüten, verschlossene Gläser und Schränke mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ergebnis: Lorbeer reduziert die Chance, dass Schädlinge sich einnisten — aber er ersetzt keine gute Lagerung.

- Offene Tüten: Kaum Wirkung.
- Luftdichte Behälter + Lorbeer: Deutliche Verminderung von Eindringlingen.
- Feuchte, warme Schränke: Lorbeer allein reicht nicht.
Was viele übersehen
Viele denken, nur ein Blatt genügt. In meiner Erfahrung wirkt es besser, wenn du die Methode als Teil eines Systems nutzt: Reinigung, Kontrolle, und Lagerung. Das Lorbeerblatt ist die Sahnehaube, aber nicht die Torte.
Konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung (So machst du es richtig)
Bevor du wild Blätter in alles wirfst: So schützt du Mehl und Co. effektiv.
- Erhitzen oder Einfrieren: Neue Mehlsäcke 48–72 Stunden bei -18 °C einfrieren, um Eier abzutöten.
- Behälter vorbereiten: Verwende luftdichte Gläser mit Schraubverschluss oder robuste Vorratsdosen (IKEA, DM, REWE-Marken funktionieren gut).
- Lorbeer einlegen: 1–2 ganze, getrocknete Lorbeerblätter pro 1 kg Mehl obenauf legen — nicht zerkleinern.
- Lagerplatz wählen: Kühl und trocken lagern (Keller oder Speisekammer, nicht über dem Herd). Im Sommer öfter kontrollieren.
- Blätter erneuern: Nach 6–12 Monaten austauschen; bei starkem Duftverlust erneuern.
Kurz-Anleitung für die Eilige
- Mehl einfrieren: 48–72 Stunden.
- In Glas füllen, 1–2 Lorbeerblätter obenauf.
- Deckel zu, kühl & trocken lagern.
Praktische Tipps, die kaum jemand nennt
- Wenn du in einer Mietwohnung in Deutschland mit hoher Luftfeuchte lebst: Stell die Vorratsgläser nicht in die Küche über dem Herd — Wärme lädt Motten ein.
- Türkische Lebensmittelgeschäfte oder Wochenmärkte verkaufen oft günstige, frischere Lorbeerblätter (0,80–3,00 €).
- Kontrolliere Mehl nach 4–6 Wochen: Ein durchsichtiger Glasbehälter macht das schneller sichtbar als eine Tüte.
- Bei sichtbarer Kontamination: Wegwerfen! Reinigen, Glas auskochen, neue Portion einfrieren.
Was du vermeiden solltest
Übrigens: keine Lorbeer-Mythen bitte. Lorbeerblätter töten Mottenlarven nicht zuverlässig — sie vertreiben oder irritieren hauptsächlich. Bei starkem Befall helfen nur Reinigen, Hitze/Frieren oder der Austausch der Vorräte.

Der überraschende Bonus: Duft ohne Geschmacksänderung
Viele befürchten, das Mehl würde nach Lorbeer schmecken. Wenn du ganze Blätter obenauflegst und sie nicht zerreibst, bleibt das Aroma minimal — eher wie ein Schutzmantel, nicht wie ein Curry. Es ist wie ein Duftzaun: nicht penetrant, aber spürbar für Insekten.
Letzte Erinnerung — die Prioritätenliste
- Sauberkeit & Kontrolle (wöchentlich kurz checken)
- Luftdichte Behälter
- Frostbehandlung neuer Ware
- Lorbeer als ergänzendes Mittel
Ich bemerkte: Wer diese Reihenfolge befolgt, spart Zeit, Geld und den Stress, alles wegschmeißen zu müssen. In Deutschland kosten Vorräte schnell mehr als ein paar Euro — da lohnt sich Sorgfalt.
Fazit
Lorbeerblatt ins Mehl ist kein Wundermittel, aber ein einfaches, altbewährtes Stück Hausverstand, das in Kombination mit guter Lagerung sehr effektiv ist. Wenn du es richtig anwendest, wird es deinem Vorrat zusätzlichen Schutz geben — ohne Chemie.
Hast du das Lorbeerblatt schon ausprobiert — oder hast du eine andere Küchenweisheit, die bei Vorratsschädlingen hilft? Schreib’s in die Kommentare.









