Du machst die Mehltüte auf und findest kleine Flusen oder sogar winzige Käfer. Herzklopfen. Ich weiß genau, wie das panische Gefühl ist — und warum du das jetzt fix angehen solltest.
In meiner Praxis habe ich diesen alten Trick getestet: Lorbeerblatt ins Mehl. Es ist kein Wundermittel, aber oft genug der Unterschied zwischen einem Griff zum Mülleimer und einer geretteten Vorratspackung.
Warum Lorbeerblatt wirkt (und was es nicht kann)
Viele übersehen, dass Speisekammerschädlinge nicht nur Hunger, sondern auch Gerüche meiden. Lorbeer enthält ätherische Öle, die für Motten und Weichkäfer unangenehm sind.
Das Ergebnis: In einem offenen Vorratsschrank reduziert ein Lorbeerblatt oft das Anflugverhalten von Schädlingen — aber es tötet keine Larven oder Eier.
Was Lorbeer nicht schafft
- Keine sichere Bekämpfung bereits sichtbarer Larven oder Nymphen.
- Kein Ersatz für Sauberkeit: Eier sitzen in Ritzen und Packungsrändern.
- Bei starker Plage helfen nur systematische Maßnahmen (Entrümpeln, Heiß- oder Tiefkühlschock).
So habe ich es getestet — echt und ungeschönt
Ich nahm zwei identische 1-kg-Packungen Mehl: eine im Originalbeutel, eine in ein Schraubglas mit Lorbeerblatt. Drei Monate Sommermonat — hohe Temperaturen in meiner Berliner Altbauküche.

Ergebnis: Die offene Packung zeigte nach 6 Wochen erste Larven. Das Glas mit Lorbeer blieb sauber. Wichtig: Ich hatte zusätzlich dicht verschlossene Gläser verwendet — Lorbeer war nicht die einzige Schutzschicht.
Schritt-für-Schritt: So benutzt du Lorbeerblätter richtig
Das ist der praktische Teil. Kein Hexenwerk, sondern Routine.
- Reinigen: Leere Regalböden aussaugen, Ritzen mit Dampf oder Essiglauge auswischen.
- Kontrollieren: Alte Tüten prüfen — Anzeichen sind feine Gespinste oder Krümelansammlungen.
- Umpacken: Mehl, Reis und Hülsenfrüchte in luftdichte Gläser oder verschließbare Behälter umfüllen (IKEA, Rossmann, Glas im Wochenmarkt).
- Lorbeer platzieren: 1–2 ganze getrocknete Lorbeerblätter pro 500–1000 g Vorrat ins Glas legen. Alternativ: Blatt in einen Teebeutel oder ein kleines Stoffbeutelchen, damit kein Stück ins Mehl fällt.
- Regelmäßig erneuern: Blatt alle 3–6 Wochen austauschen, besonders im Sommer.
Extra-Tipp: Frisch gekauftes Mehl 3 Tage bei -18 °C einfrieren oder 1 Stunde bei 60 °C erwärmen — damit werden Eier und Larven zuverlässig abgetötet.
Weitere Tricks, die du kombinieren musst
- Kaufe kleinere Packungen — deutsche Supermärkte wie REWE oder Edeka haben oft 1-2 kg Packungen, die schneller aufgebraucht werden.
- Pheromonfallen gegen Mehlmotten (bei Bauhaus, Amazon oder dm) fangen erwachsene Tiere und zeigen Befall früh.
- Magic of rotation: Ältere Vorräte nach vorne, neue nach hinten — das reduziert Standzeiten.
- Bei Befall: Befallene Ware doppelt verpackt in den Restmüll — nicht einfach ins Komposthäufchen.
Fehler, die viele machen
Die häufigsten Patzer:

- Nur ein Blatt in einem großen Karton — das hilft selten.
- Direkt Lavendel statt Lorbeer verwenden: Lavendel riecht gut, wirkt aber schwächer gegen Vorratsschädlinge.
- Warten, bis du „viele“ siehst — dann ist die Population oft zu groß für nur natürliche Düfte.
Wie Lorbeer sich anfühlt — ein Bild
Stell dir Lorbeer als Türsteher vor: Er lässt nicht alle rein, hält aber die Spreu vom Weizen. Nicht töten, aber stören — und das reicht oft, damit deine Vorräte nicht zuerst dran glauben.
Schnelle Einkaufsliste für den Erfolg
- Getrocknete Lorbeerblätter (Drogerie, türkischer Supermarkt) — ca. 1–3 €.
- Gläser mit Schraubverschluss oder Bügelgläser (IKEA, dm, Bauhaus).
- Pheromonfallen bei starkem Befall.
- Staubsauger + alter Lappen für Regale.
By the way: In deutschen Haushalten mit warmer Küche oder wenig belüfteten Vorratsnischen (besonders in Altbauwohnungen) lohnt sich Prävention doppelt.
Kurzes Fazit
Lorbeerblatt ist kein Allheilmittel, aber eine günstige, ungefährliche und oft effektive Ergänzung zu bewährten Maßnahmen: sauberes Regal, luftdichte Lagerung und gelegentliche Gefrierbehandlungen.
Ich benutze Lorbeer seit Jahren in Kombination mit Glasbehältern — und erspare mir damit öfter die Enttäuschung des vollen Mülleimers.
Was hast du schon ausprobiert gegen Vorratsschädlinge? Teile deine Erfahrungen oder den besten Fund in deiner Küche — ich bin gespannt, welche heimischen Tricks noch funktionieren.









