Feuchte Flecken an der Wand sind nicht nur unschön, sie riechen auch muffig und können Schimmel anziehen. Ich habe das in einem Altbau in Berlin selbst erlebt — und war überrascht, wie ein einfacher Trick aus Finnland die Situation spürbar entschärfte. Lies weiter, wenn du gerade saisonal feuchte Ecken hast: das kann schnelle Erleichterung bringen, bis der Handwerker kommt.
Warum Viele diesen Trick ignorieren (und warum das ein Fehler ist)
In meiner Praxis mit Mietwohnungen und Renovierungen fällt mir auf: Viele greifen sofort zu teuren Geräten oder Farbe — und übersehen einfache Haushaltshilfen.
Maisstärke (Speisestärke) ist billig, leicht verfügbar und oft effektiver als du denkst, um Oberflächen kurzfristig zu trocknen und Feuchtigkeit zu binden.
Was Maisstärke genau macht — kurz und klar
Maisstärke wirkt wie ein feines Pulver, das auf der Oberfläche Feuchtigkeit aufsaugt und sie bindet. Stell es dir vor wie ein Wegwerf-Tuch in Pulverform: es nimmt Wasser auf, ohne die Wand zu beschädigen.
Das darfst du NICHT erwarten
- Maisstärke heilt keine kaputte Außenabdichtung oder feuchte Wände durch aufsteigende Feuchte.
- Sie ersetzt keine Schimmelbeseitigung bei starkem Befall.
- Sie ist eine kurzfristige Maßnahme — ideal für akute Flecken, nicht für strukturelle Probleme.

Materialien: Was du in Deutschland schnell bekommst
- Speisestärke (oft als „Maisstärke“ gekennzeichnet) — DM, Rewe, Aldi, Müller. Preis: ca. 0,80–2,50 €.
- Weiche Bürste oder Mikrofaser-Tuch.
- Wasser, Sprühflasche.
- Schutzfolie oder Zeitung für den Boden.
- Optional: ein kleiner Luftentfeuchter aus Elektronikmärkten oder Baumärkten (Saturn, Obi).
Schritt-für-Schritt: Der finnische Maisstärke-Trick
Ich habe das mehrmals getestet — erst an einem kleinen Fleck, dann großflächig. So geht’s:
- 1) Fläche vorbereiten: lose Farbe oder Putz mit einer weichen Bürste entfernen. Boden schützen.
- 2) Trocken auftragen: Streue eine dünne, gleichmäßige Schicht Maisstärke auf die feuchte Stelle.
- 3) Kurz einwirken lassen: 15–30 Minuten. Die Stärke zieht Feuchte an und wird dunkler.
- 4) Abkehren oder absaugen: Restpulver entfernen, nicht mit feuchtem Lappen wischen.
- 5) Nachbehandlung: Falls die Stelle noch feucht ist, Wiederholung nach 24 Stunden oder zusätzliche Lüftung mit Fensterkippen. Für Wohnräume im Winter oft kombiniert mit Stoßlüften und einem kleinen Raumluftentfeuchter.
Wichtig: Nicht schrubben, wenn die Wand porös ist — das kann mehr Schaden verursachen.
Praktische Tipps, die ich in echten Wohnungen gelernt habe
- Bei Neubaufeuchte keine Maisstärke — da hilft nur lüften und Heizkosten einplanen.
- Für Ecken hinter Schränken: Möbel leicht vorziehen, mit Pulver bestreuen, einwirken lassen, dann wieder rückstellen.
- Stärke nicht in Ritzen schütten — sie kann klumpen und den Putz verstopfen. Lieber sparsam arbeiten.
- Wenn du Schimmel siehst: erst Fotos machen, dann Profi hinzuziehen. Maisstärke ist keine Schimmelentfernung.
Warum Finnen darauf kommen — und was du davon lernen kannst
In Finnland achtet man besonders auf praktische, kostengünstige Heimtricks wegen kalter Winter und dichtem Wohnraum. Dort wird vieles lokal und pragmatisch gelöst — ähnlich wie wir es in kleinen Berliner Altbauten tun.
Metaphorisch: Maisstärke wirkt wie ein temporärer Schwamm auf der Wand — nimm sie als erste Hilfe, nicht als endgültige Reparatur.

Wenn du mehr tun solltest — Warnsignale
- Gelbe oder schwarze Flecken, die sich ausbreiten → Profi für Schimmelbefall.
- Feuchte, die nach jedem Regen wiederkehrt → Außenabdichtung prüfen lassen.
- Salzausblühungen im Putz → Mauertrocknung oder Sanierungsberatung erforderlich.
By the way: In deutschen Foren liest man oft, dass Leute das Pulver mit Backpulver oder Talk mischen — das bringt keine Wunderswirkung. Halte es simpel: reine Maisstärke wirkt am zuverlässigsten.
Kurztest, den du heute machen kannst
Ich habe einen Mini-Test für dich, den du in 30 Minuten durchführst:
- Nimm ein kleines Glas oder eine Dose, fülle etwas Maisstärke, schüttele sie über den Fleck.
- 15 Minuten warten, mit Papiertuch aufnehmen, abwarten, ob der Fleck heller wird.
- Wenn ja: noch einmal anwenden und parallel lüften; wenn nein: Profikontakt.
Zum Schluss: Ich sehe oft, wie Menschen schnelle Lösungen ablehnen, weil sie „nicht professionell“ wirken. Aber manchmal ist genau eine solche pragmatische Maßnahme das, was hilft, bis der Handwerker Zeit hat.
Fazit: Maisstärke ist kein Allheilmittel, aber eine günstige, sofort verfügbare Erste-Hilfe-Maßnahme gegen oberflächlich feuchte Stellen. Probiere den 5-Schritte-Plan in einer kleinen Ecke — bevor du teure Geräte oder Farben kaufst.
Hast du es schon ausprobiert oder willst du deinen eigenen Mini-Test starten? Schreib, welche Ecke bei dir betroffen ist — ich antworte gern mit einem konkreten Tipp.









