Du fährst in den Urlaub, und plötzlich kämpfen deine Balkonblumen um ihr Leben — oder der Sommerhitze macht das Beet zur Dürrezone. Ich habe das ausprobiert: Mit einfachen PET-Flaschen musst Du nicht extra jemanden zum Gießen suchen.
Warum Du das jetzt lesen solltest: Hitzeperioden und Wassersperren kommen auch dieses Jahr in Deutschland öfter vor. Mit wenig Aufwand sparst Du Zeit, Wasser und Nerven.
Warum dieser Flaschen-Trick wirklich funktioniert
Viele übersehen, dass Pflanzen nicht nur oberflächliches Gießen brauchen, sondern beständige Bodenfeuchte an den Wurzeln. Eine langsam tropfende Flasche liefert genau das.
In meiner Praxis habe ich verschiedene Varianten getestet: umgedreht, eingegraben, mit Löchern im Deckel — jede Methode hat Vor- und Nachteile. Für drei Wochen stabile Feuchte ist die langsam tropfende Variante am zuverlässigsten.
Die Idee in einem Satz
Eine mit Wasser gefüllte PET-Flasche gibt langsam Feuchtigkeit an die Wurzelzone ab — wie ein Mini-Bewässerungssystem, das nicht ausfällt, während Du weg bist.
Was Du brauchst (einfach im Baumarkt oder Discounter in DE)
- 1,5–2 Liter PET-Flaschen (Aldi/Lidl haben sie günstig; Pfand beachten)
- Nagel oder kleine Bohrer (1–2 mm)
- Spitzes Messer oder Schere
- Mulch (Rindenmulch, Stroh) zur Abdeckung
- Optional: größere Kanister (5 L) für größere Pflanzen oder Sträucher
So baust Du das System in 6 Schritten (praktisch & getestet)
Ich beschreibe die Methode, die bei mir im Berliner Sommer 17–21 Tage gehalten hat — auf einem 2 m² Beet mit Petunien und Kräutern.

- Schritt 1: Flasche säubern — entferne Etikett und spüle mit Leitungswasser.
- Schritt 2: Deckel bearbeiten — erhitze einen Nagel und steche 1–3 feine Löcher (1 mm). Weniger Löcher = langsameres Tropfen.
- Schritt 3: Flasche füllen — kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn reicht.
- Schritt 4: Flasche umgedreht einbuddeln — Hals nach unten, Deckel 2–4 cm unter der Erdoberfläche.
- Schritt 5: Abdecken — leicht mit Erde zuschütten und mit Mulch bedecken (schützt vor Überhitzung und Algenbildung).
- Schritt 6: Abstand & Anzahl — für ein Beet von 1 m² rechnet man mit 1–2 x 1,5 L Flaschen; größere Stauden benötigen 2–3 L pro Pflanze.
Tipp aus der Praxis: Setze mehrere Flaschen statt einer großen an verschiedenen Stellen — das verteilt Wasser gleichmäßiger und reduziert faulige Stellen.
Dos & Don’ts — Fehler vermeiden
- Do: Löcher klein halten — sonst leert sich die Flasche in zwei Tagen.
- Don’t: Zuckerhaltige Getränke wiederverwenden — Rückstände ziehen Schädlinge an.
- Do: Flaschen vor Sonnenlicht schützen — direkte Hitze beschleunigt Algenwachstum.
- Don’t: zu tief setzen — die Wurzeln sollten die Feuchte erreichen (Deckel ~3 cm unter Erde).
- Do: einmal testen — eine Probewoche vor dem Urlaub zeigt die Tropfrate.
Wann hält es 3 Wochen — und wann nicht
Es hängt von mehreren Faktoren ab: Bodentyp, Temperatur, Pflanzenart und Flaschenvolumen. Sandiger Boden verliert Feuchte schneller als lehmiger Gartenboden.
In meinem Test in Berlin hielt ein Setup mit zwei 2-L-Flaschen pro m² während einer 20‑tägigen Hitzephase. Bei sehr heißen Südlagen in Bayern oder Rheinland-Pfalz rate ich zu größeren Gefäßen (5 L) oder mehreren Flaschen.
Orientierungswerte
- Kleine Zierpflanzen / Balkon: 1 x 1,5 L pro 4–6 Pflanzen
- Gemüse / Tomaten / Kräuter: 1 x 2–3 L pro Pflanze
- Stauden / Jungsträucher: 1 x 5 L oder mehrere Flaschen rund um die Wurzel
Material & Einkauf in Deutschland
In Deutschland findest Du passende Flaschen überall: Discounter (Aldi, Lidl), Baumärkte (Hornbach, OBI, Bauhaus) oder Gartenmärkte. Viele PET-Flaschen sind pfandpflichtig — entscheide, ob Du das Pfand opfern willst oder lieber alte Flaschen nutzt.
Übrigens: Hornbach & Co. verkaufen auch Bewässerungssysteme und Wiederverwendbares, falls Du etwas robusteres willst.

Sicherheit, Umwelthinweis und alternative Varianten
Reusing PET is better than throwing away — but mind das Pfand und hygienische Aspekte. Reinige Flaschen gut und vermeide abgestandenes Wasser.
Alternative: Steckdosenartige Keramikbewässerer (im Handel erhältlich) geben ebenfalls langsam Wasser ab — teurer, aber optisch schöner und wiederverwendbar.
Mein Ergebnis und warum Du es ausprobieren solltest
Ich war skeptisch — dann vergaß ich die Pflanzen 18 Tage auf einer Geschäftsreise. Ergebnis: Nur minimale Blatterschlaffung, keine Verluste. Für mich war das der Beweis, dass dieser Trick im deutschen Sommer praktisch ist.
By the way: Wenn Du häufig verreist, lohnt sich eine Kombination aus Flaschen + Mulch + Tiefenbewässerung, statt stundenlangem Gießen.
Kurz-Anleitung zum Ausdrucken (1 Minute Version)
- Flasche säubern → Deckel 1–3 kleine Löcher → füllen → Hals nach unten 3 cm einbuddeln → mit Mulch abdecken → 1–2 Flaschen pro m²
Probier es an einer Ecke Deines Beets aus, bevor Du das ganze Beet umstellst. Und denk dran: Test ist besser als Hoffen.
Hast Du den Flaschen-Trick schon ausprobiert oder planst Du es für den nächsten Sommerurlaub? Erzähle kurz von Deinen Erfahrungen — welches Ergebnis hattest Du?









