Unkraut zwischen den Terrassenplatten ist wie das kleine Ärgernis, das nie verschwindet: Du zupfst, es wächst nach. Jetzt ist genau der richtige Moment zu handeln — bevor die Grill-Saison oder der nächste Regen alles wieder überschwemmt.
Ich habe viel ausprobiert und in meiner Praxis festgestellt: Salz wirkt — aber nur, wenn du es richtig einsetzt. Lies weiter, sonst schadest du mehr als du nützt.
Warum Salz funktioniert (und warum viele es falsch machen)
Salt zieht Wasser. Pflanzen in der Fuge können nicht mehr genug Wasser aufnehmen und vertrocknen.
Das ist der Trick: Salz verursacht osmotischen Stress — die Pflanze verliert Wasser an die Umgebung, bis sie austrocknet. Klingt simpel, aber die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen.

Was wirklich passiert
- Salz auf Blättern und Wurzeln entzieht Pflanzen Wasser und setzt das Wachstum außer Kraft.
- In Ritzen von Terrassen bleibt Salz lange stehen — gut, wenn du dort nichts pflanzen willst.
- Gegen Nachbarpflanzen und Rasen ist Salz ein Feind: Es kann auswaschen und umliegenden Boden versalzen.
- In Deutschland mit häufigen Regenperioden wird Salz oft weggespült — das reduziert die Wirkung, kann aber Wasserläufe belasten.
Sicher anwenden: Meine praktische Anleitung
Viele streuen planlos und wundern sich über tote Beete. Ich habe eine Methode entwickelt, die einfach, günstig und zielgerichtet ist.
- Nur punktuell auf Fugen anwenden! Nicht auf Beeten, nicht in der Nähe von Rasen oder Gartenpflanzen.
- Werkzeug: Handschuhe, alte Ketchup- oder Spülmittelflasche mit dünner Tülle, Schaufel, Besen.
- Salztyp: Normales Kochsalz (Speisesalz) oder grobes Meersalz aus dem Supermarkt reicht. Kein Grund, teures Spezialzeug zu kaufen.
Schritt-für-Schritt
- 1) Vorbereiten: Bei trockenem Wetter arbeiten — Salz wirkt besser, wenn die Pflanze aktiv ist, aber nicht bei Regen.
- 2) Mechanisch lockern: Zupfe die sichtbaren Pflanzen, entferne Samen und Wurzeln mit einer Fugenkelle.
- 3) Punktbehandlung trocken: Streue Salz direkt in die Fuge — eine dünne Schicht reicht. Für dicke Bewuchsstellen 2–3 Tage später nachstreuen.
- ODER 3b) Flüssiglösung (zielgerichtet): 200 g Salz in 1 Liter heißem Wasser auflösen, in eine Flasche füllen und gezielt auf die Pflanzen gießen. Nur dort gießen, wo du kein späteres Wachstum willst.
- 4) Nacharbeit: Wenn das Unkraut tot ist, auskehren, verbliebene Reste entfernen und Fugensand (Quarzsand) auffüllen. In deutschen Baumärkten wie Obi oder Hornbach heißt das „Fugensand“.
- 5) Schutz: Halte angrenzende Pflanzen feucht und spüle bei Bedarf angrenzende Erde ab, wenn Salz versehentlich dorthin gelangt.
Tipps, die ich anders mache als die meisten
- Ich benutze eine alte Spülmittelflasche — so triffst du punktgenau die Pflanze und verschwendest kein Salz.
- Statt riesiger Mengen auf einmal: lieber zwei kleine Anwendungen mit Abstand von einer Woche.
- Bei sehr feinen Fugen ist Trockenstreuen sinnvoller; bei tiefwurzelnden Kräutern ist die Lösung effektiver.

Häufige Fehler — vermeide sie
- Salz großflächig ausstreuen (verursacht Bodenschäden und Unmut beim Nachbarn).
- Nicht abkehren: Salzkrusten können später Feuchtigkeit einfangen und Fliesen verfärben.
- An Regen tagen anwenden — Salz wird weggespült und ist dann wirkungslos.
- Salz in der Nähe von Regenrinnen oder Kanaldeckeln verwenden — Rückhaltung im Boden ist schlecht für Gewässer.
Alternative Methoden, wenn Salz dir zu rau ist
- Heißes Wasser aus dem Wasserkocher: Sofort sichtbar, sehr gezielt, keine Rückstände.
- Fugenbürste mit hartem Stahlborsten/hochdruckreiniger: mechanisch, schnell — aber Achtung bei empfindlichen Fliesen.
- Flammen-Geräte: Effektiv, aber gefährlich und in engen Stadtbereichen mit Vorsicht einsetzen.
By the way — in Deutschland kosten 1 kg grobes Salz oft unter 2 € (Aldi, Lidl, Rewe oder Baumärkte). Das macht die Methode günstig, aber gerade deshalb sollte man sparsam bleiben.
Fazit
Salz tötet Unkraut in Terrassenfugen zuverlässig, wenn du es punktuell und bedacht einsetzt. Es ist kein Freifahrtschein für großflächiges Streuen — sonst verlierst du langfristig Bodenqualität und Nachbarschaftsruhm.
Probier die Flaschen-Methode an einer Ecke deiner Terrasse aus und beobachte das Ergebnis eine Woche. Hast du schon mal Salz gegen Unkraut verwendet — oder schwörst du auf eine andere Methode? Teile deine Erfahrung!









