Bist Du es leid, das Fahrradkettchen, die Küchenspüle oder das rostige Schraubenloch anzustarren und nichts zu tun? Rost frisst sich schneller durch als man denkt — und teuer wird die Reparatur oft auch noch. Ich habe verschiedene Hausmittel ausprobiert und teile hier, was wirklich wirkt, sicher ist und warum Du es am besten gleich heute ausprobierst.
Warum Salz und Zahnpasta funktionieren — kurz und praktisch
Ich habe festgestellt: Es ist keine Zauberei, sondern Physik und ein bisschen Chemie. Salz wirkt als mildes Schleifmittel und entzieht Feuchtigkeit, Zahnpasta bringt abrasiven Schmirgeleffekt (vor allem weiße Pasten mit Silica oder Natriumbikarbonat).
- Salz: saugt Feuchtigkeit, löst Krusten und hilft der Paste, nicht wegzurutschen.
- Zahnpasta (keine Gel-Varianten): enthält feine Schleifpartikel, die Rost mechanisch ablösen.
- Gemeinsam: sie schmirgeln Rost ab, ohne aggressive Säuren zu verwenden.
Welche Oberflächen geeignet sind (und welche nicht)
- Geeignet: verchromte Armaturen, Edelstahl-Spülen mit leichter Rostbildung, Fahrradteile, Schrauben, Porzellan mit Rostrand.
- Nicht geeignet: unlackierte Autolackstellen, empfindliche Holzoberflächen, antike Patina (bei Möbeln lieber Restaurator fragen).
Wichtig: Immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
Die Methode, die ich in der Praxis benutze — Schritt für Schritt
Ich habe diese Vorgehensweise mehrfach ausprobiert — im Kofferraum, an der Spüle und am Gartenwerkzeug. So geht’s:

- Materialien: grobes Salz (Speisesalz reicht), weiße Zahnpasta, alte Zahnbürste oder weiches Tuch, warmes Wasser, Handschuhe.
- 1. Oberfläche reinigen: Groben Schmutz abwischen.
- 2. Salz aufstreuen: Eine dünne Schicht Salz direkt auf die rostige Stelle.
- 3. Zahnpasta draufgeben: Ein Fingerhut Zahnpasta auf das Salz.
- 4. Reiben: Mit der Zahnbürste in kreisenden Bewegungen arbeiten, nicht zu stark drücken.
- 5. Einwirken lassen: 5–10 Minuten bei hartnäckigen Flecken.
- 6. Abspülen und trocken wischen: Mit warmem Wasser abspülen und sofort trocknen.
Wenn der Rost tiefer sitzt, wiederholen — manchmal sind zwei Runden genug. Für polierte Flächen empfiehlt sich ein Mikrofasertuch zum Finish.
Non-obvious Tipps, die den Unterschied machen
- Verwende keine Gel-Zahnpasta — sie hat keine Schleifpartikel.
- Bei Chrom: Statt Bürste eine kleine Aluminiumfolie zusammenknüllen und als Polierball verwenden — das schützt vor Kratzern.
- Feuchte das Salz leicht an, dann bleibt es besser haften.
- Für vertikale Stellen: Zahnpasta zuerst, Salz darüberstreuen — so läuft nichts runter.
Praktische Alternativen aus dem Baumarkt (wenn Oma nicht reicht)
In Deutschland findest Du im Baumarkt (Bauhaus, Obi, Hornbach) und Drogerien (DM, Rossmann) günstige Rostentferner. Ich greife zu ihnen, wenn Hausmittel nicht mehr reichen.
- Vorteil Hausmittel: günstig (Zahnpasta ~1–3 €), ungiftig, meist im Haus.
- Vorteil Profi-Entferner: schneller bei tiefem Rost, aber 5–15 € pro Flasche und oft aggressiver.
Wann Du besser die Finger davon lassen solltest
Viele übersehen, dass Hausmittel manchmal mehr schaden als nützen. Wenn es sich um lackierte Autoteile, antike Messingbeschläge oder tiefe Rostfraßstellen handelt, zum Profi gehen.

- Bei großflächigem Rost an tragenden Teilen: Werkstatt aufsuchen.
- Bei empfindlichen Oberflächen: zuerst Teststelle.
- Empfindliche Elektronik: nie nass behandeln.
Kurzer Fall: Mein Fahrrad-Experiment
Im November stand mein City-Bike nach Dauerregen eine Woche im Hausflur — Rost an einer Schraube. Ich habe die Salz-Zahnpasta-Methode angewendet: 10 Minuten Einwirkzeit, zweimal gerieben. Ergebnis: Schraube wieder beweglich, fast kein Schaden. Kein teurer Austausch, nur ein bisschen Mühe und ein altes Handtuch.
Übrigens: In feuchten Regionen Norddeutschlands hilft regelmäßiges Trocknen und eine dünne Öl-Schicht mehr gegen Rost als jedes Hausmittel.
Fazit — schnell, günstig und oft effektiv
Salz und Zahnpasta sind keine Wunderwaffen, aber ein guter erster Versuch gegen kleine Rostflecken. Ich habe damit Zeit und Geld gespart — und bin jedes Mal ein bisschen stolz, wenn ein Rostrand wieder verschwindet.
Hast Du schon mal Salz und Zahnpasta gegen Rost ausprobiert? Welche Oberfläche hat es bei Dir geschafft — oder wo hat es versagt? Teile Deine Erfahrung unten.









