Sanitäter erklären: Warum Sie niemals heißes Wasser zum Abwischen nehmen sollten

Du denkst vielleicht: warmes Wasser tut doch gut — warum also nicht zum Abwischen nehmen? Ich habe das oft gesehen: gut gemeinte Hilfe, die die Lage verschlimmert. Lies das jetzt, denn ein kurzer Fehler mit heißem Wasser kann in Sekunden zu Verbrennungen, Infektionen oder Schock führen.

Warum heißes Wasser öfter schadet als hilft

In meiner Praxis als Sanitäter fällt mir eines immer wieder auf: Menschen unterschätzen die Temperatur. Was du als „nur warm“ empfindest, kann bei verletzter oder empfindlicher Haut eine Verletzung auslösen.

  • Heißes Wasser verursacht Verbrennungen — besonders bei Kindern, Senioren und Menschen mit Durchblutungsstörungen fühlt sich heiß schneller schmerzhaft und verletzend an.
  • Beschädigte Haut verliert ihren Schutzmantel; heiße Flüssigkeit vertieft die Verletzung und verzögert die Heilung.
  • Bei offenen Wunden fördert Wärme die Durchblutung und kann Blutungen verstärken oder die Wundumgebung empfindlicher für Keime machen.
  • Bei Brandverletzungen kann zu frühes Erwärmen oder falsches Abdecken die Tiefe der Verletzung verbergen — Zeit, die für richtige Erste Hilfe gebraucht wird.

Ein Bild, das bleibt

Stell es dir so vor: heißes Wasser auf eine bereits eingerissene Haut ist wie heißer Kaffee auf ein verbrühtes Papier — es vertieft die Schäden. Viele übersehen das, weil sie den Schmerz nicht sofort erkennen.

Wann heißes Wasser besonders gefährlich ist

  • Bei Verbrennungen und Verbrühungen (sichtbare Rötung, Blasen, starke Schmerzen)
  • Bei älteren Menschen oder Babys — die Haut ist dünner und reagiert schneller
  • Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen — Heilung ist verlangsamt
  • Im Winter, wenn Heizungen und Heißwasser im Haushalt besonders heiß eingestellt sind

Was viele falsch machen

Ich bemerkte oft: Man greift zur Teekanne oder zum Badewasser, statt die Temperatur zu prüfen. In Deutschland stehen wir mit heißem Leitungswasser oft bei 60 °C — das reicht in Sekunden, um schwere Verbrühungen zu verursachen.

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Was du stattdessen tun solltest — praktische Schritt-für-Schritt-Hilfe

Hier ein einfacher, verlässlicher Ablauf, den ich regelmäßig empfehle und selbst anwende:

  • Stoppe das Wischen sofort, wenn die Haut gerötet oder verletzlich aussieht.
  • Bei Verbrennungen: Kühle die Stelle mit lauwarmem, fließendem Wasser (nicht eiskalt) für mindestens 10–20 Minuten.
  • Bei Schürfwunden oder kleinen Wunden: Nutze lauwarmes Wasser oder eine sterile Kochsalzlösung (isotonische NaCl-Lösung) aus der Apotheke.
  • Trockne vorsichtig mit einem weichen, sauberen Tuch — nicht reiben.
  • Bei starken Schmerzen, großflächigen Verbrennungen, Blasenbildung oder Atemproblemen sofort den Notruf 112 wählen.

In deutschen Apotheken (Apotheke) oder Drogerien wie dm und Rossmann bekommst du sterile Kochsalzlösung für kleines Geld — typisch 2–5 €.

Ein konkreter Life-Hack für das Zuhause

Wenn du es eilig hast und keine Sterillösung greifbar ist, mach das so:

  • Fülle eine saubere Flasche mit lauwarmem Leitungswasser (vorher Temperatur testen mit Handgelenk).
  • Verwende ein frisches, weiches Microfasertuch oder Mulltuch — gut auswringen.
  • Wische behutsam in eine Richtung, nicht hin und her.
  • Wenn möglich: Küchen- oder Badthermometer nutzen — alles über 37–38 °C kann problematisch sein.

Merke: Nie Eis direkt auf Verbrennungen legen — es kann Gewebe weiter schädigen.

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By the way — warum die Temperatur so wichtig ist

Wärme erhöht die Zellaktivität und öffnet Poren. Das klingt gut, aber bei verletzter Haut bedeutet es nur: mehr Schmerz, mehr Entzündung, mehr Risiko. Es ist wie das Gießen von heißem Wasser auf eine frische Schnittfläche — du verschlimmerst das Problem.

Praktische Einkaufstipps in Deutschland

  • Apotheke: Sterile Kochsalzlösung (isotonisch) — beste Wahl für Wunden.
  • Drogerie (dm, Rossmann): Sanfte Reinigungswaschlotionen, steriles Mulltuch, Notfall-Verbandssets.
  • Supermarkt: Thermometer für Babys und Badewasser — nützlich, um Temperaturfehler zu vermeiden.

Ich sah in Einsätzen zu oft vermeidbare Narben oder Infektionen, weil jemand „schnell heißes Wasser“ genommen hat. Das kostet am Ende Zeit und Nerven — und manchmal mehr als ein Besuch in der Apotheke.

Schluss — kurz und ehrlich

Heißes Wasser ist kein harmloser Helfer. Es kann innerhalb von Sekunden aus einer kleinen Wunde ein ernstes Problem machen. Wenn du das nächste Mal jemandem helfen willst: lieber lauwarm kühlen, sterile Lösung verwenden und im Zweifel 112 anrufen.

Was ist dir schon mal beim schnellen Helfen passiert? Teile deine Erfahrung — vielleicht rettet sie jemandem den nächsten Fehler.

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

Artikel: 1925

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