Du wirfst alles Grünzeug in die Tonne und erwartest schwarzen, reichen Humus? Ich habe dasselbe gemacht — bis mein Kompost stank, Ratten anlockte und die Tomaten blass blieben. Jetzt weiß ich: ein paar harmlose Dinge reichen, um den ganzen Haufen zu ruinieren.
Lesen lohnt sich jetzt, weil du so Geld, Zeit und Nerven sparst — und weil viele Gemeinden in Deutschland Bußgelder für falsch entsorgte Bioabfälle verhängen. Ich erkläre dir, was zu vermeiden ist und wie du es besser machst.
Warum ein falscher Inhalt so gefährlich ist
Kompost funktioniert wie ein lebender Magen: Temperatur, Mikroben und Belüftung müssen stimmen. Wenn du die Balance zerstörst, wird daraus schnell eine Geruchsquelle oder ein Keimherd.
Kompost ist kein Abfalleimer — er kann Schadstoffe, Krankheitserreger und unerwünschte Samen konzentrieren. In meiner Praxis mit mehreren Gartenprojekten habe ich das öfter gesehen: Ein Essensrest reicht, und fünf Jahre Arbeit sind geschwächt.
Die 7 Klassiker, die nie in den Kompost gehören
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1. Fleisch, Fisch und Knochen
Locken Ratten, verfaulen anaerob und bringen unangenehme Gerüche. In deutschen Vorgärten ist das ein Einladungszettel für Schädlinge.
Was tun statt dessen:
- In die Restmülltonne oder zur kommunalen Grünschnittannahme bringen (fragt im Wertstoffhof nach).
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2. Milchprodukte und fetthaltige Reste
Fett trennt den Kompost und verhindert Luftzufuhr. Ergebnis: einfache Fäulnis statt guter Zersetzung.
Alternative: Kleine Mengen in den Restmüll oder fermentieren mit Bokashi.
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3. Haustierkot (Hund, Katze)
Enthält Parasiten und Krankheitserreger, die durch normalen Gartenkompost nicht zuverlässig abgetötet werden.

Tierkot gehört nicht in den Gartenkompost. In vielen Gemeinden muss er in Restmüll.
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4. Kranke Pflanzen, Kartoffeln mit Fäule
Pilzsporen und Bakterien überleben oft und verbreiten sich beim Ausbringen des Komposts.
Lieber verbrennen (wo erlaubt) oder beim kommunalen Grüngut abgeben.
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5. Unkraut mit Samen oder invasive Pflanzen
Viele Samen überleben den Kompostprozess und keimen später in deinem Beet — der Kompost wird zur Unkrautquelle.
Tipp: Samenstände trocknen und in Restmüll entsorgen oder heiß kompostieren (siehe Hack).
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6. Behandeltes Holz, lackierte Hölzer, Holzkohle mit Zusätzen
Chemikalien und Konservierungsstoffe landen im Humus und können Pflanzen schaden.
Bei Bau- oder Renovierungsresten zum Wertstoffhof bringen.
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7. Walnusslaub
Walnuss enthält Juglon, das empfindliche Pflanzen hemmt; das Laub zersetzt sich langsam und beeinflusst die Erde.
Besser separat kompostieren oder in kleinen Mengen mit viel braunem Material mischen.

Praktische Tipps, die deinen Kompost retten
- Belüftung: Regelmäßig wenden — so verhinderst du Fäulnis.
- Schichtung: Wechsel Grün (küchenabfälle) und Braun (Holzhäcksel, Laub) — ideal 2:1.
- Temperatur prüfen: Ein Thermometer zeigt, ob du heiß kompostierst (50–65°C) — das tötet viele Keime.
- Feuchtigkeit: Sollte sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm; zu nass → Holzspäne dazu.
Übrigens: In Deutschland kostet ein einfaches Kompostthermometer bei Bauhaus oder Obi meist nur 10–20 € — eine lohnende Investition.
Konkreter Life-Hack: So reparierst du kontaminierten Kompost (Step-by-step)
Ich habe das einmal erlebt: Ein Wochenmarkt-Sackerl roch plötzlich nach Verwesung im Komposter. So habe ich ihn gerettet:
- Schritt 1: Entferne die verschmutzte Schicht und entsorge sie (Restmüll).
- Schritt 2: Füge 2 Teile braunes Material (Holzhäcksel, trockenes Laub) und 1 Teil grünes Material hinzu.
- Schritt 3: Würze mit einer Kelle reifen Komposts als Starterkeim.
- Schritt 4: Prüfe die Temperatur täglich; wenn sie nicht steigt, wende häufiger und sorge für mehr Luft.
- Schritt 5: Bei hartnäckigen Keimen: heiß kompostieren (min. 3 Tage bei 55–60°C) oder Material komplett ersetzen und kommunalen Grüngut-Service nutzen.
Regional: Was du in deutschen Haushalten beachten musst
Viele Städte haben eine Biotonne — aber die Regeln variieren. In manchen Kommunen sind Fleisch und Katzenkot verboten; in anderen akzeptiert die Biotonne mehr Küchenreste.
Wenn du unsicher bist:
- Ruf beim Bürgertelefon deiner Stadt an oder check die Webseite (z. B. „Stadt München Biotonne“).
- Bringe problematische Abfälle zum Wertstoffhof statt heimlich in den Garten.
Und jetzt das Interessanteste: Kleine Änderungen, große Wirkung
Einfaches Umdenken hat bei mir Wunder gewirkt: Mehr Struktur, weniger Küchenreste mit Fett, und ich habe statt großer Biomüllsäcke einen Bokashi-Eimer für gekochte Reste eingeführt. Ergebnis: weniger Geruch, bessere Erde, weniger Fliegen.
Wenn du wenig Platz hast (Stadtbalkon), probier einen Bokashi- oder Wurmkomposter — das funktioniert auch in Wohnungen und ist in deutschen Baumärkten leicht zu finden.
Abschließend: Ein intakter Kompost ist das Herz eines gesunden Gartens. Wenn du einige der oben genannten Dinge meidest, ersparst du dir Monate Arbeit.
Was war dein größter Kompost-Fehler — oder hast du einen eigenen Hack, der immer funktioniert? Schreib es in die Kommentare, ich bin neugierig.









