Was Klempner niemals in die Toilette werfen würden – und warum

Mitten in der Nacht die Toilette verstopft — das kennt fast jeder. Sofort drohen unangenehme Gerüche, Panik und die Frage: Was darf wirklich in die Toilette? Lies das jetzt, bevor Du das nächste Mal etwas „einfach herunterspülst“.

Ich habe bemerkt, dass viele Verstopfungen in Deutschland vermeidbar sind — von Feuchttüchern bis zu Essensresten. In meiner Praxis als jemand, der ständig mit verstopften Rohren konfrontiert wird, zeigen sich Muster: Manche Dinge zerstören Rohre oder die Kanalisation langfristig.

Warum das keine Kleinigkeit ist

Kleine Entscheidungen beim Wegwerfen können große Rechnungen nach sich ziehen. Eine einfache Verstopfung kann leicht 100–300 € kosten, manchmal mehr, wenn der Hausmeister oder Notdienst nachts anrückt. Außerdem leidet die Umwelt: Fette und Feuchttücher verhalten sich wie Beton im Kanalnetz.

Die 9 Dinge, die Klempner nie sehen wollen

  • 1. Feuchttücher (auch „spülbar“ bezeichnet)

    Sie lösen sich nicht wie Toilettenpapier und verhaken sich in Rohren und Pumpen. Das ist der Klassiker für fette Fettberge (Fettbergs) in Abwasserkanälen.

    Alternativen / Tipps:

    • Feuchttücher in den Restmüll entsorgen.
    • Babytücher im Biobeutel sammeln und in die Mülltonne.
  • 2. Fett und Öl

    In der Pfanne hart gewordene Fettklumpen verstopfen Siphons wie Kleber. Ich habe oft gesehen, wie eine Familie mehrere Stunden mit Pömpel kämpft — alles wegen Bratfett.

    Alternativen / Tipps:

    • Abkühlen lassen, in ein altes Glas gießen und in den Restmüll.
    • Bei kleinen Mengen: mit Küchenpapier aufnehmen und entsorgen.
  • 3. Reis, Nudeln, Eierschalen

    Sie quellen auf und setzen sich in den Rohren fest — ähnlich wie Kaugummi. Besonders in Mehrfamilienhäusern in Berlin oder München kann das schnell zum Gemeinschaftsproblem werden.

    Alternativen / Tipps:

    Was Klempner niemals in die Toilette werfen würden – und warum - image 1

    • Küchenabfälle in die Biotonne oder den Restmüll.
    • Kompostieren, wenn möglich.
  • 4. Tampons und Binden

    Absorbierende Materialien quellen massiv auf und bilden Klumpen. Ich war schon in Wohnungen, wo der komplette Siphon ausgebaut werden musste.

    Alternativen / Tipps:

    • Sanitärprodukte in Tüten sammeln und in den Restmüll.
  • 5. Katzenstreu

    Viele glauben, „biologisch abbaubar“ heißt spülbar — stimmt nicht für Katzenstreu. Es bindet Flüssigkeit und wird zum Stein im Rohr.

    Alternativen / Tipps:

    • Katzenstreu gehört in den Restmüll.
    • Bei staubarmen Streusorten trotzdem nicht in die Toilette kippen.
  • 6. Windeln (Disposable nappies)

    Windeln sind der Albtraum jeder Abwasseranlage. Sie sind groß, saugfähig und zerstören Pumpen.

    Alternativen / Tipps:

    • Windeln immer in den Restmüll — niemals spülen.
  • 7. Wattestäbchen & Q-Tips

    Sie sehen harmlos aus, verheddern sich aber schnell und bilden „Fäden“ im Abfluss. Viele übersehen das als Ursache.

    Alternativen / Tipps:

    • In den Hausmüll werfen.
  • 8. Medikamente & Chemikalien

    Tabletten und aggressive Reiniger schaden der Kläranlage und dem Grundwasser. Ich habe mal einen Fall gesehen, wo Rohrleitungen durch wiederholte Chemie-Einsätze porös wurden.

    Alternativen / Tipps:

    • Medikamente in der Apotheke abgeben (in Deutschland üblich).
    • Keine aggressiven Rohrreiniger regelmäßig verwenden — sie schädigen Dichtungen.
  • 9. Zigarettenkippen und Farb-/Lackreste

    Kippen filtern Schadstoffe ins Wasser; Farbreste setzen sich fest und können giftig sein. Besonders bei Altbauten mit alten Rohren ist das problematisch.

    Was Klempner niemals in die Toilette werfen würden – und warum - image 2

    Alternativen / Tipps:

    • Zigarettenrest in den Aschenbecher, Farbe zur Schadstoffsammelstelle bringen.

Wie Du eine Verstopfung sicher selbst angehst — Schritt-für-Schritt

Bevor Du zur Chemiekeule greifst: probier diese Reihenfolge — spart Geld und macht selten neue Schäden.

  • Schritt 1: Wasserzufuhr stoppen (Deckel zu, nicht weiter spülen).
  • Schritt 2: Handschuhe anziehen, sichtbare Fremdkörper per Hand oder einer Zange entfernen.
  • Schritt 3: Pömpel (Saugglocke) richtig einsetzen: Rand dicht abdichten, kräftig ziehen und drücken für 15–20 Sekunden.
  • Schritt 4: Bei Fettproblemen: etwas Spülmittel in die Schüssel, warmes (nicht kochendes) Wasser aus Hüfthöhe nachgießen — das löst Fett.
  • Schritt 5: Rohrspirale (Toilettenschlange) aus dem Baumarkt (OBI, Hornbach, Bauhaus) benutzen — kostet meist 15–40 € und löst fiese Blockaden.
  • Schritt 6: Wenn nichts hilft: Fachbetrieb rufen. Notdienste sind teurer (Nachtzuschläge!).

By the way — was Du nie tun solltest

Übrigens: Chemische Rohrreiniger sind eine schnelle Versuchung, aber sie können Dichtungen, Abflussrohre und die Umwelt schädigen. Für Häuser mit älteren Tonrohren ist das besonders riskant.

Und noch ein Tipp aus meinem Alltag: Kaufe Dir eine einfache Rohrspirale und Gummihandschuhe — das zahlt sich aus. In deutschen Baumärkten bekommst Du beides für zusammen unter 50 €.

Spezielle Lage in deutschen Häusern

In vielen deutschen Altbauwohnungen sind die Rohre älter und enger. In Wohnblocks führen Hausmeister- und Mieterverhalten oft zu Gemeinschaftsproblemen (z. B. Feuchttücher). Wenn mehrere Haushalte Acht geben, spart das allen Geld und Ärger.

Kurzer Notfall-Check

  • Kein Wasser abfließend? Nicht weiter spülen.
  • Geruch und Rückstau? Fenster auf, ggf. Rohrreinigung bestellen.
  • Betrifft nur eine Toilette? Versuch Pömpel + Spirale.

Ich habe bemerkt: Wer einmal die einfache Routine verinnerlicht hat (keine Feuchttücher, kein Fett, Windeln in den Müll), hat deutlich weniger Notfälle. Das fühlt sich an wie ein kleiner Sieg über teure Handwerkerrechnung und langweilige Hausmeistergespräche.

Was war das Krasseste, das Du je in einer Toilette gefunden hast — oder hast Du einen Rettungstipp, der hier fehlt?

Vlada Marsheva
Vlada Marsheva

Ich bin seit über 13 Jahren im Content-Marketing tätig - lange genug, um mich daran zu erinnern, wann Social Media bedeutete, Leute auf Facebook anzustupsen. Nach meinem Abschluss an der Philologischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk habe ich einen Master-Abschluss an der Karlsuniversität in Prag erworben. Ich habe gearbeitet bei 420on.cz als Autor, Content Manager und Chefredakteur half er dabei, sich zum größten Portal der Tschechischen Republik für seine Nische zu entwickeln.

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