Nasse, versalzene Gummistiefel und durchnässte Filzschuhe nach einem Spaziergang durch Matsch — kennst du das? Jetzt, wo Kälte und Streusalz täglich zuschlagen, kann ein einfacher Fehler deine Lieblingsschuhe ruinieren oder dich auf glattem Gehweg ausrutschen lassen. Lies das jetzt: Ich habe den WD-40-Trick getestet, und er funktioniert — aber nicht, wie du denkst.
Warum normale Pflege im Winter oft versagt
Die meisten greifen zu schnellem Abwischen oder einem alten Lappen. Das reicht selten: Salz frisst sich in Nähte, Leder wird porös, Gummi spröde.
- Streusalz wirkt wie Scheuermittel: Es entzieht Feuchtigkeit.
- Temperaturschwankungen machen Nähte anfällig.
- Viele Imprägnier-Sprays sind für ein Material gedacht — nicht für alle.
Was WD-40 wirklich macht — und was nicht
Ich habe mehrere Paare getestet: WD-40 verdrängt kurzfristig Wasser und wirkt als dünne Schutzschicht. Es ist kein Wundermittel für alle Materialien — bei Leder kann es Flecken, bei manchen Gummis einen Film hinterlassen.
- Vorteil: kurzfristige Wasserabwehr und leichte Reinigung von Salzkrusten.
- Nachteile: kann das Material austrocknen, öligen Film hinterlassen und die Sohlen rutschiger machen.
- WD-40 ist brennbar — im Haus vorsichtig verwenden.
Warum Hersteller es nicht empfehlen
Viele Hersteller geben klare Pflegehinweise, weil WD-40 die ursprünglichen Materialeigenschaften verändern kann. Das ist ähnlich wie bei einem ungeeigneten Waschmittel für Merinowolle: kurzfristig sauber, langfristig ruiniert.

So wendest du WD-40 sicher an (Schritt-für-Schritt)
Wenn du es trotzdem probieren willst — hier ist die schonend getestete Methode, die ich nutze:
- Schritt 1: Reinigen — Schmutz grob abbürsten, Salzreste mit lauwarmem Wasser entfernen und trocknen lassen.
- Schritt 2: Testfeld — an einer unauffälligen Stelle sprühen und 24 Stunden schauen (Farbe, Geruch, Glanz).
- Schritt 3: Dünn aufsprühen — aus 20–30 cm Entfernung, nur eine hauchdünne Schicht.
- Schritt 4: Überschuss abwischen — mit einem sauberen Lappen, damit kein Fettfilm bleibt.
- Schritt 5: Trocknen lassen — nicht in die Nähe von Heizkörpern oder offenem Feuer.
Wenn du Gummisohlen behandelst: tritt mehrmals testweise auf rauen Boden, bevor du dich auf glatten Wegen verlässt.
Gefahren & bessere Alternativen
Gefahr: Rutschige Sohlen auf Eis — das ist real. WD-40 reduziert Reibung; auf glatter Straße ist das Risiko höher.

- Alternative 1: Silikonspray — ähnlich wasserabweisend, oft materialverträglicher.
- Alternative 2: Collonil oder Nikwax Imprägniersprays — in Drogerien wie dm oder Sportläden erhältlich.
- Alternative 3: Fettlederpflege (Dubbin) für Lederstiefel — in Baumärkten wie Bauhaus, Obi oder bei Deichmann.
Was ich in der Praxis gelernt habe
In meiner Praxis als Hobbyhandwerker: WD-40 ist ein Notnagel, kein Ersatz für richtige Pflege. Für gelegentliche Gartenstiefel nach nassem Arbeitseinsatz? Ja, es hilft. Für geliebte Lederschuhe oder Winterschuhe mit Profilsohle? Lieber Finger weg.
Quick-Hacks, die wirklich helfen
- Salz sofort abbürsten, bevor es eintrocknet.
- Für Gummistiefel: nach dem Reinigen mit einem weichen Tuch ein wenig Speiseöl einreiben (sparsam) — wirkt wie eine Schutzschicht.
- Für Leder: spezielle Lederfette oder Collonil im Winterquartier auftragen.
- Bei Glätte: profilierte Soleinlagen oder Spikes für kurze Wege mitnehmen.
Übrigens: In Deutschland kostet eine Spraydose WD-40 in Baumärkten meist unter 5 €; ein spezielles Imprägnierspray liegt eher bei 6–12 € — die Investition lohnt sich für langfristigen Schutz.
Kurze Checkliste vor dem Einsatz
- Material prüfen (Gummi, Leder, Textil).
- Teststelle anlegen.
- Nur dünn auftragen und abwischen.
- Bei Unsicherheit: lieber Silikon- oder Lederpflege wählen.
Mein Fazit: WD-40 kann im Winter kurzfristig retten — aber es ist kein Freifahrtschein für alle Schuhe. Nutze es bewusst, teste vorher und kombiniere es mit geeigneter Pflege.
Was hast du schon versucht — funktioniert WD-40 bei dir oder schwörst du auf ein anderes Mittel? Schreib’s in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.









